Die Herrenhäuser Gärten – einzigartige Parklandschaft in Norddeutschland

05.09.2014 |  Von  |  Deutschland, Europa
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Die Herrenhäuser Gärten – einzigartige Parklandschaft in Norddeutschland
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Hannover ist international vor allem als Messestandort bekannt; darüber hinaus kann die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Niedersachsen nicht mit allzu vielen historischen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Der Zweite Weltkrieg hat hier zu grosse Wunden geschlagen. Doch es gibt eine Ausnahme – die Herrenhäuser Gärten im gleichnamigen Stadtteil Herrenhausen. Sie sind eine Reminiszenz an die grosse Zeit der Stadt als Residenz der Kurfürsten und Könige von Hannover und stellen ein einzigartiges Park- und Gartenensemble in Deutschland und auch darüber hinaus dar.

Die Herrenhäuser Gärten bestehen genau genommen aus vier Parks und Grünanlagen: dem Grossen Garten, dem Georgengarten, dem Berggarten und dem Welfengarten. Das Herzstück der ganzen Anlage ist dabei zweifelsohne der Grosse Garten. Die Herzöge und späteren Kurfürsten von Hannover liessen in Herrenhausen im 18. Jahrhundert ein Lust- und Sommerschloss errichten, das mit einer grosszügigen Gartenanlage ausgestattet wurde.

Der Grosse Garten wurde der Zeit entsprechend im Barockstil gestaltet. So präsentiert er sich Besuchern auch noch heute. Strenge geometrische Formen bestimmen die Gartenanlage, die ein Rechteck auf einer Fläche von einem halben Quadratkilometer bildet. Quadrate, Rechtecke und Kreise mit dazwischenliegenden Diagonalen sind für den Gartenaufbau kennzeichnend. Typische barocke Gestaltungselemente wie ein Labyrinth, Alleen, Teiche, Kaskaden und Grotten finden sich auch im Grossen Garten. Ein besonderer Blickfang ist die Grosse Fontäne in der Mitte der südlichen Gartenhälfte.

Goldenes Tor vor dem Schloss Herrenhausen (Bild: Kassens Heiner / pixelio.de)

Goldenes Tor vor dem Schloss Herrenhausen (Bild: Kassens Heiner / pixelio.de)

Beliebter Veranstaltungsort



Schloss Herrenhausen wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber inzwischen originalgetreu wiederaufgebaut. Im letzten Jahr war die Wiedereröffnung des inzwischen als Tagungszentrum genutzten Baus. Der Grosse Garten ist ein beliebter Veranstaltungsort. Ein Höhepunkt ist der jährlich stattfindende internationale Feuerwerks-Wettbewerb, bei dem Pyrotechniker um die besten Effekte wetteifern. Etwas weniger spektakulär, aber ebenso einen Besuch wert ist das Kleine Fest, ein Festival der Kleinkunst. Das barocke Gartentheater wird regelmässig für Musical- und Theateraufführungen genutzt.

Gartenfestival Herrenhausen am Leibniztempel (Bild: AxelHH, Wikimedia, CC)

Gartenfestival Herrenhausen am Leibniztempel (Bild: AxelHH, Wikimedia, CC)




Botanik und Sealife: der Berggarten



Auf der Rückseite des Schlosses liegt der Berggarten. Er wurde bereits im 18. Jahrhundert als botanischer Garten angelegt und ist damit einer der ältesten dieser Art in Deutschland. Glanzstücke des Berggartens sind der historische Bibliothekspavillon aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und das moderne Sealife-Aquarium im Regenwaldhaus, das Besucher in eine tropische Welt entführt.





Kaskade im Grossen Garten Herrenhausen (Bild: Ingo Rickmann, Wikimedia, GNU)

Kaskade im Grossen Garten Herrenhausen (Bild: Ingo Rickmann, Wikimedia, GNU)

Englischer Landschaftspark: der Georgengarten



Der sich östlich an den Grossen Garten anschliessende Georgengarten stellt ebenfalls ein Werk des 19. Jahrhunderts dar. Er entstand in der Zeit, als die Könige von Hannover gleichzeitig auch Könige von Grossbritannien waren. Der englische Einfluss im Georgengarten ist unübersehbar. Dieser wurde in der Art eines englischen Landschaftsparks mit Bäumen, Wiesen und natürlich wirkenden Teichen gestaltet. Der Georgengarten wird von der Herrenhäuser Allee durchschnitten, einem zwei Kilometer langen, von Seelinden umsäumten breiten Weg, der einst Hannover mit Schloss Herrenhausen verband.

Am Welfenschloss: der Welfengarten

Praktisch einen Seitenteil des Georgengartens bildet der Welfengarten. In ihm setzt sich der englische Parkstil des Georgengartens fort. Mittelpunkt des Welfengartens ist das Welfenschloss. Das im 19. Jahrhundert im Neo-Renaissance-Stil errichtete Bauwerk ist heute Sitz der Universität Hannover. Seiner eigentlichen Bestimmung als weitere Sommerresidenz der Könige konnte der Bau nie dienen. 1866 setzten Krieg und Eroberung durch Preussen der Existenz des Königreichs Hannover ein jähes Ende. So spiegelt sich in den Herrenhäuser Gärten auch die Vergangenheit der Region wider. Unabhängig davon sind die Herrenhäuser Gärten ein grossartiges Gartenerlebnis, das man in Europa nicht oft findet.

 

Oberstes Bild: Grosser Brunnen in den Herrenhäuser Gärten (© Johannes D., Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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