Entschlacken mit Vergnügen: Fastenferien und Entschlackungskuren

28.07.2017 |  Von  |  Alle Länder, Allgemein
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Entschlacken mit Vergnügen: Fastenferien und Entschlackungskuren
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Für viele Menschen, die noch nie gefastet haben, hört sich die Begriffkombination von „Fasten“ und „Ferien“ bestenfalls paradox an. Wer reist, möchte doch gerade in Genüssen schwelgen, sich kulinarischen Experimenten hingeben und neue Gastronomien kennenlernen?

Alles wahr – und tatsächlich ist es so, dass Fasten selbst das Tor zu einer Wiederbelebung der Sinne und völlig neuen Geschmackserlebnissen (in jeder Hinsicht) sein kann. Fasten hat das Potenzial, Ihr Verhältnis zum eigenen Körper und Ihre Stoffwechselsensibilität so zu optimieren, dass Ihnen danach völlig neue, lukullische Genüsse offen stehen.

Dabei haben weder Fasten noch Entschlacken etwas mit Verzicht oder Askese zu tun, auch wenn diese Assoziationen sich als Erstes aufdrängen. Stattdessen handelt es sich um einen bewussten Bruch mit eingeschliffenen Ernährungsgewohnheiten, die dem Körper schaden und unsere Leistungs- und Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigen. Und wie liesse sich ein solcher „Neuanfang“ besser gestalten, als fern der gewohnten Umgebung mit Ihren Alltagsroutinen, an einem schönen Ort, kombiniert mit spannenden neuen Körpererfahrungen?

Fastenferien können verschiedenste Formen annehmen: Sie reichen von drei Entschlackungstagen in den Bergen, die sich sogar an einem verlängerten Wochenende realisieren lassen, bis zu einmonatigen Kloster-Aufenthalten auf einem anderen Kontinent (und das nicht nur in geografischer Hinsicht).

Dieser Post soll Sie mit Inspirationen zur Gestaltung Ihrer ganz individuellen Fastenferien versorgen – denn das Wichtigste ist, dass Sie sich wohlfühlen. Fasten bedeutet schliesslich, ganz bei sich und seinen individuellen Bedürfnissen anzukommen. Deshalb sollten Sie genau dort und genau so entschlacken, wie es Ihnen gut tut.

Definieren Sie genau für sich, was eigentlich das Ziel Ihres Fastens, die Quelle Ihrer Faszination mit dieser Art des „Verreisens zu sich selbst“ ist. Horchen Sie dabei in sich hinein, wo Ihre Bedürfnisse liegen. Nur diese entscheiden. Vorbereiten können Sie sich auf alle Fastenferien, indem Sie bereits in der Woche zuvor vermehrt trinken – 2 bis 2,5 Liter stilles Mineralwasser oder Tee sind optimal.

Nikotin, Alkohol, Kaffee und Süssigkeiten beziehungsweise Zucker sollten Sie jetzt schon drastisch reduzieren, dann empfinden Sie deren Abwesenheit während der Ferien nicht mehr als irritierend. Vor allem, wenn Sie an mehrere Tassen Kaffee täglich gewöhnt sind, sollten Sie diese schleichend reduzieren. Ein abruptes Aufhören verursacht in den ersten Tagen leichte Kopfschmerzen, die gerade kürzere Aufenthalte beeinträchtigen können. Lassen Sie sich vor mehrwöchigen Fastenkuren unbedingt von Ihrem Hausarzt durchchecken.

Entschlackungswochenende

Wollen Sie aus dem Wintertief auftauchen und Ihren Körper mal so richtig durchspülen und reinigen? Wollen Sie dabei den Stress abschütteln und einfach mal ein paar Tage lang die Seele baumeln lassen? Oder stehen Sie gerade vor einer wichtigen Entscheidung und kriegen den Kopf einfach nicht frei dafür?

Dann könnte ein Entschlackungswochenende Wunder wirken. Natürlich erzielt es nicht die Grundreinigung einer mehrwöchigen Fastenkur. Sie werden aber erstaunt sein, welche Klärungsprozesse sich innerhalb von 48 bis 72 Stunden anstossen lassen. Wichtig dabei: Suchen Sie sich ein Hotel oder Kurhaus nicht allzu weit entfernt von Ihrem Wohnort, damit An- und Abreise wenig Zeit in Anspruch nehmen und nicht stressig sind. Wählen Sie die Bahn oder den Bus oder lassen Sie sich fahren; setzten Sie sich nicht selbst ans Steuer.

Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Entspannung das oberste Ziel des Entschlackungswochendes sind – nicht der Gewichtsverlust (auch wenn dieser ein angenehmer Nebeneffekt ist). Für welche Form der Entschlackung Sie sich entscheiden, sollten Sie Ihrem Bauchgefühl überlassen – ob der Speiseplan nach F.X. Mayr oder Hildegard von Bingen aufgestellt ist: Buchen Sie, was Sie spontan anspricht.


Gewichtsverlust ist ein angenehmer Nebeneffekt beim Fasten. (Bild: Plotnikova Tatiana - shutterstock.com)

Gewichtsverlust ist ein angenehmer Nebeneffekt beim Fasten. (Bild: Plotnikova Tatiana – shutterstock.com)


Von Ihrem Wochenende können Sie erwarten, dass Ihr Magen-Darm-Trakt spürbar geschont wird, Sie sich durch die Entlastung der inneren Organe (vor allem derer, die für den Abtransport der Abfallprodukte zuständig sind) leichter fühlen und zu einer geistigen Klarheit finden, die Ihnen im Alltag verwehrt bleibt. Viel Zeit an der frischen Luft und ausleitende Behandlungen wie spezialisierte Massagen und Lymphdrainagen helfen dabei, diese Effekte zu verstärken.

Fastenwandern

Sie wollen ganz auf Essen verzichten und die heilsame Wirkung der Ernährung von innen kennenlernen? Möchten Sie die Erfahrung machen, wie sich der Körper auf eine jahrtausendealte Fähigkeit umstellt, sich autark aus seinen (heute oft in Form von überflüssigem Fett gespeicherten) Ressourcen zu versorgen? Dann ist ein längeres Tee- oder Saftfasten das Richtige.

Zwei bis drei Wochen sollten Sie für dieses Abenteuer einplanen – dafür kehren Sie aber auch als veränderter Mensch in Ihr Alltagsleben zurück (das sind keine leeren Worte: Ich faste seit zwanzig Jahren einmal im Jahr für 21 Tage und würde diese Erfahrung nie wieder missen wollen).


Kombination von geführtem Fasten und der kontinuierlichen Bewegung in der Natur ist sehr zu empfehlen. (Bild: belushi - shutterstock.com)

Kombination von geführtem Fasten und der kontinuierlichen Bewegung in der Natur ist sehr zu empfehlen. (Bild: belushi – shutterstock.com)


Selbst Menschen, die noch nie in ihrem Leben wandern waren und sich mit dieser Form der Fortbewegung auch mental eher schwer tun, ist die Kombination von geführtem Fasten und der kontinuierlichen Bewegung in der Natur wärmstens zu empfehlen. Die positiven Wirkungen des Fastens werden dadurch vielfach potenziert, die Gewichtsabnahme durch die muskuläre Bewegung beschleunigt und das Erwachen aller Sinne nochmals intensiver wahrgenommen.

Sie können sowohl in der Schweiz als auch in wärmeren europäischen Gefilden wie etwa auf Korsika oder Sardinien (meinen bevorzugten Fastenwanderzielen) wandern gehen.

Oder aber Sie kombinieren diesen Aspekt Ihrer Reise mit einem exotischeren Ferienziel, das Sie schon immer besuchen wollten – wie wäre es mit Sri Lanka oder Südafrika? Wichtig ist nur, dass die ärztliche Betreuung vor Ort gegeben ist, dass Hotel schon über mehrere Jahre Fastenurlauber-Erfahrung verfügt und Sie beim ersten Mal nicht in der heissesten Saison anreisen. Lesen Sie die Bewertungen Ihres Hotels nach Wahl in Fastenforen und auf unabhängigen Bewertungsportalen sorgfältig durch.



Fasten und Kontemplation

Übrigens: Ein Geheimtipp ist das Fasten im Kloster, falls Sie neue Winkel Ihres Denkens und Fühlens erforschen wollen. Die im Kloster herrschende Ruhe, der architektonische Purismus und die häufig idyllisch abgeschiedenen Lagen machen das Fasten zu einer zentrierenden Erfahrung, die Sie auch später nachhaltig in Ihren Alltag mitnehmen werden.

 

Artikelbild: KMNPhoto – shutterstock.com

Über Caroline Brunner

Caroline Brunner ist freiberufliche Online-Journalistin mit Fokus auf Arbeitspsychologie, Entrepreneurship, Kommunikation, Karriereplanung, Nachhaltigkeit und Verbraucherthemen.



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