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Ferien in Rouen – auf den Spuren von Jeanne d’Arc

31.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Ferien in Rouen – auf den Spuren von Jeanne d’Arc
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Mit meinen Freundinnen unternahm ich einen Trip nach Paris und danach zog es mich mit dem Intercity weiter nach Rouen. Natürlich kannte ich die Geschichte der Jeanne d’Arc, die in dieser Stadt auf dem Hauptplatz einst hingerichtet wurde. Doch die französische Metropole hat viel mehr zu bieten, wenn auch Pilgern und die Pfarrkirche im Mittelpunkt bei den meisten Reisenden stehen.

Anfang des 15. Jahrhundert hat alles begonnen

Natürlich steht auch der Platz, auf dem einst Geschichte geschrieben wurde, im Blickpunkt des Interesses bei einem Besuch in Rouen. Am 30. Mai 1431 wurde hier die 19-Jährige Johanna von Orleans auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Anschliessend wurde ihre Asche in der Seine verstreut. Jedes Jahr finden hier Gedenkfeiern anlässlich dieses Jahrestages statt, wobei 2012 das grösste Event gefeiert wurde, denn da jährte sich der Geburtstag der Bauerntochter zum 600. Mal. Aber auch heutzutage lockt das Städtchen viele Besucher an, und ich bin begeistert vom Flair und von den vielen geschichtlichen Einflüssen, die an jeder Ecke zu finden sind.



Jeanne d'Arc Turm in Rouen (Bild: VIGNERON, Wikimedia, CC)

Jeanne d’Arc Turm in Rouen (Bild: VIGNERON, Wikimedia, CC)




Die Engländer hielten zu Lebzeiten von Jeanne d’Arc Frankreichs Norden bis hin zur Loire besetzt, wobei Johanna von Lothringen mit 13 Jahren den Auftrag erhalten haben will, gegen die höheren Mächte zu kämpfen. Nach kurzem Ruhm fiel das Mädchen Intrigen zum Opfer und wurde verraten. Rouen profitiert bis heute von dieser Ausnahmepersönlichkeit, wobei ich bei einem kurzen Rundgang durch die Stadt feststellen muss, dass es nicht von ungefähr auf der Liste historischer Sehenswürdigkeiten zu finden ist. Die gotische Kathedrale ebenso wie die astronomische Uhr aus dem 14. Jahrhundert sind ein Touristenmagnet und dürfen beim Sightseeing nicht fehlen. Auch der Justizpalast, der 1509 erbaut wurde, ist absolut sehenswert, immerhin war er das grösste nichtsakrale Gebäude in Europa. Die unzähligen Fachwerkbauten, die mit viel Liebe zum Detail aufwändig restauriert wurden, säumen die Strassen bis hin zum geschichtsträchtigen Alten Markt.

Ich muss auch dem Schriftsteller Victor Hugo Recht geben, der Rouen einst als „die Stadt der hundert Kirchtürme, deren Glockengeläut zum Himmel hinauf schwingt“ beschrieben hat. Dabei hat er wohl die Kathedrale Notre Dame gemeint, die mit ihren sieben imposanten Türmen die Stadt überragt. In ihrem Bau sind alle gotischen Stilrichtungen vereint, wobei sich der Glockenturm unglaubliche 151 Meter in den Himmel erhebt. Bis 1880 war er der höchste Kirchturm der Welt, dann wurde der Kölner Dom gebaut, dessen Spitze um ganze sechs Meter höher ist. Sehenswert ist auch der Butterturm, dessen Erbauung deswegen gelang, weil die Kirche kurzfristig das Butterverbot in der Fastenzeit aufhob. Heute muss ich feststellen, dass das typische Frühstück in Frankreich wieder ohne Butter auskommt, dafür gibt es leckere Croissants und Café au lait, der schön heiss ist.

Kathedrale von Rouen mit Bischofssitz (Bild: Giogo, Wikimedia, CC)

Kathedrale von Rouen mit Bischofssitz (Bild: Giogo, Wikimedia, CC)




Die Pest ist vielerorts gegenwärtig

Das Beinhaus L’aitre Saint Maclou sowie der Pestfriedhof sind Sehenswürdigkeiten, bei denen es mir kalt den Rücken hinunterläuft. Denn der Schwarze Tod, der in Rouen vor allem 1348 wütete, raffte damals fast drei Viertel der Bevölkerung dahin. Weiter geht es in die Fussgängerzone der historischen Altstadt, die während des Tages fast verwaist wirkt. Doch abends herrscht Hochbetrieb in den unzähligen Bars und Kneipen, die vor allem von jungen Leuten frequentiert werden. Ich gönne mir ein Glas Cidre, der für die Normandie das typische Getränk ist, aber schnell zu Kopf steigt. Da mache ich mich lieber auf den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit, dem Gros Horloge, dem Uhrturm. Dort befindet sich die astronomische Uhr, die für ihre damalige Zeit einfach fantastisch ist. Auch der Justizpalast ist einen Abstecher wert, immerhin ist er für die Einheimischen so prägend, dass er vor kurzem zu einem der bedeutendsten Bauwerke Frankreichs erklärt wurde. Damit stand auch einer aufwändigen Restaurierung nichts im Wege und heute erstrahlt das Bauwerk in altem Glanz und in seiner ganzen Pracht.





Das Beinhaus L'aitre Saint Maclou (Bild: Bodoklecksel, Wikimedia, CC)

Das Beinhaus L’aitre Saint Maclou (Bild: Bodoklecksel, Wikimedia, CC)

Im Sommer bietet der Ärmelkanal ein beliebtes Ausflugsziel



Da am nächsten Tag die Sonne scheint, mache ich mich auf ans Ufer der Seine, die die Stadt teilt. Denn Rouen ist eine Hafenstadt, die von Seeschiffen ebenso wie von Flussschiffen angefahren wird. Im Jahr 2013 fand das grösste Windjammertreffen der Welt statt, normalerweise bringen die Flusskreuzfahrtschiffe viele Touristen, die alle das mittelalterliche Flair der Stadt erleben und geniessen möchten. Ob mit dem Zug von Paris aus oder mit dem Schiff von Le Havre aus, Rouen erreicht man in beiden Fällen in nur etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit.

 

Oberstes Bild: Fachwerkhäuser in der Altstadt von Rouen (© Peter Heinrich  / pixelio.de)

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Über Susanne Mairhofer

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