Hansestädte Wismar und Stralsund: Strahlende Zeugnisse ehemaligen Hansereichtums

11.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Hansestädte Wismar und Stralsund: Strahlende Zeugnisse ehemaligen Hansereichtums
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Es war Ende Sommer und ich begab mich auf Reisen in den hohen Norden – na ja, fast. Denn das Ziel meiner langen Bahnreise waren die Ostsee-Hafenstädte Wismar und Stralsund.

Schmucke Bürgerhäuser in romantischen Gassen und mächtige Kathedralen im Stil der Backsteingotik empfingen mich bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Herbsttemperaturen. Der einstige Glanz der Hansestädte war von Beginn an zu spüren, von daher ist es nicht verwunderlich, dass die beiden Städte bzw. deren Altstadtkerne zum Kulturgut der UNESCO zählen. Doch auch Modernes ist mir in den beiden Metropolen begegnet.

Wasserkunst auf dem Marktplatz von Wismar (Bild: Northside, Wikimedia, CC)

Wasserkunst auf dem Marktplatz von Wismar (Bild: Northside, Wikimedia, CC)

In Wismar gibt es viel zu entdecken

Um all die Sehenswürdigkeiten auch entsprechend begutachten zu können, buchte ich eine Stadtrundfahrt, deren Reiseleiter quasi als Moderator fungierte und viel zu berichten wusste. So etwa, dass Wismar einen der grössten Marktplätze Norddeutschlands hat. Die Entwicklung der Baukunst und die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt haben zahlreiche Gebäude in den unterschiedlichsten Baustilen entstehen lassen; ihre Verwendungszwecke waren mindestens ebenso vielfältig.

Angekommen im Stadtkern, der übrigens zu den besterhaltenen in ganz Europa gehört, präsentiert sich mir Schritt für Schritt die Vergangenheit. Denn Wismar ist am Reissbrett und nach Plan entstanden, und nicht zufällig. Der Marktplatz ist exakt in Quadratform gehalten, wobei hier in alle Richtungen Zufahrtsstrassen wegführen. Bis 1803 war die Stadt in schwedischem Besitz, wovon noch zahlreiche Strassenbezeichnungen Zeugnis ablegen. Erst 1903 wurde sie dem Land Mecklenburg zuerkannt.

Geschichte und Kultur hautnah erleben

Wismar gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe, was die liebevoll restaurierten und schmucken Fachwerkbauten auch ausstrahlen. Quasi Markenzeichen der Stadt sind die vier wunderschönen Kirchen, die des Hl. Geistes, die St. Georgenkirche sowie die Marienkirche und die St. Nikolaikirche. Bei genauerem Hinsehen kann ich aber auch die im Reiseführer beschriebene Einflussnahme der Schweden auf Architektur und Stil der Bauten feststellen.



Sehenswert sind auch der Alte Hafen und das Zeughaus, aber auch das Schabbelhaus, in dem das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht ist.

Nikolaikirche in Wismar (Bild: Alexander Koker, Wikimedia)

Nikolaikirche in Wismar (Bild: Alexander Koker, Wikimedia)




Weiter in die Hansestadt Stralsund

Am nächsten Tag fahre ich mit einem Mietwagen in das nächste Juwel unter den Hansestädten – nach Stralsund. Hier empfängt mich ebenfalls strahlender Sonnenschein, womit die Sightseeingtour durch die Stadt ohne Regenschirm gesichert ist.



Ich mache mich auf den Weg zum Commandantenhus am historischen Alten Markt. Es wurde 1749 erbaut und vom damaligen schwedischen Stadtkommandanten genutzt. Nun beherbergt das renovierte Gebäude eine Galerie und wird auch als kleine Gaststätte genutzt. Absolut sehenswert ist mein nächstes Ziel, nämlich das alte Rathaus. Gebaut wurde es im 13. Jahrhundert im Stil der norddeutschen Backsteingotik, zu dem später Erweiterungen wie eine Renaissancetreppe erfolgten. Auch das ursprüngliche Kupferdach wurde durch ein Ziegeldach ersetzt.

Commandantenhus am historischen Alten Markt in Stralsund (Bild. Klugschnacker, Wikimedia, CC)

Commandantenhus am historischen Alten Markt in Stralsund (Bild. Klugschnacker, Wikimedia, CC)

Die nächste Sehenswürdigkeit ist die Schiffercompagnie, die 1488 von 50 Stralsunder Schiffern gestiftet wurde. Im Inneren des Gebäudes ist eine umfassende Sammlung an Schiffsmodellen und maritimen Ausstellungsstücken zu sehen. Besonders angetan bin ich von der grossen Anzahl von Kapitänsbildern, die die Herren der See eindrucksvoll über die Epochen hinweg darstellen.

Wer Stralsund auf dem Stadtplan betrachtet, wird eine stattliche Befestigungsanlage vorfinden. Sie ist durch umliegende Teiche begünstigt, fast entsteht der Eindruck einer Wasserburg. Ursprünglich gab es in der Hansestadt zehn Stadttore, doch heute finde ich nur noch zwei, das Kütertor und das Kniepertor. Als letzte Zeugen einer befestigten Stadt gehören sie jedenfalls zu den sehenswerten Baudenkmälern von Stralsund.

 

Oberstes Bild: Wismarer Hafen (Alexander Koker, Wikimedia)

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Über Susanne Mairhofer

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