Im Wasserlabyrinth des Spreewaldes

03.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Im Wasserlabyrinth des Spreewaldes
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Der Spreewald ist ein einzigartiger Naturraum in Deutschland und befindet sich südöstlich von Berlin. Weithin bekannt ist die Region für seine schmackhaften Gurken in vielerlei Variationen, aber der Spreewald hat noch viel mehr zu bieten.

Denn nur wenige Kilometer westlich von Cottbus teilt sich die Spree urplötzlich wie aus dem Nichts in Hunderte von Wasserläufen auf und bildet eine einmalige Landschaft. Nicht umsonst wird der Spreewald, der für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum bildet, als UNESCO Biosphärenreservat besonders geschützt.

Ferien im Spreewald sind für jeden Naturfreund ein ganz besonderes Erlebnis. Gegliedert wird die Landschaft in einen Oberen und Unteren Spreewald. Der südliche Teil zwischen Burg und Lübben ist der Oberspreewald, der eine grössere Fläche als der Unterspreewald einnimmt, welcher sich von Lübben bis zum Neuendorfer See erstreckt.

Typischer Kahn im Spreewald (Bild: Ra Boe, Wikimedia, CC)

Typischer Kahn im Spreewald (Bild: Ra Boe, Wikimedia, CC)

Zwischen diesen Teilbereichen vereinigen sich die einzelnen Flussläufe der Spree in Lübben für wenige Kilometer. Für erholsame Tage im Spreewald stehen zahlreiche Unterkünfte aller Kategorien zur Verfügung. Besonders malerisch sind oftmals die Ferienhäuser gelegen, denn sie liegen nicht selten direkt an einem der Fliesse oder Kanäle und können direkt mit dem Boot angefahren werden. Wir selbst bevorzugen diese Art der Unterkunft, da wir als aktive Wassersportler so direkt nach dem Frühstück zur Paddeltour aufbrechen können.

Ein Paradies für Wasserwanderer

Wasserwandern im Spreewald ist ein Erlebnis, das wir immer wieder gerne geniessen. Da ist es schon ein Vorteil, dass wir nicht zu weit von diesem Paradies unser Zuhause haben. Insgesamt stehen den Paddlern und Kanuten mehr als 500 Kilometer an Kanälen und Fliessen zur Verfügung, die durch eine zauberhafte Natur führen, die von Wiesen, Feldern und zahlreichen Wäldern gesäumt werden.



Es dürfen aber bei weitem nicht alle Gewässer des Spreewaldes befahren werden. Der überwiegende Teil ist dem Naturschutz vorbehalten und vielfach ist inzwischen sowieso kein Durchkommen mehr möglich, denn Verkrautungen, umgestürzte Bäume und Altholz verhindern oftmals das Befahren. Das ist aber auch gut so und bietet den zahlreichen Wasservögeln ungestörte Rückzugsgebiete.

Wasserwandern im Spreewald (Bild: CPiegert, Wikimedia, CC)

Wasserwandern im Spreewald (Bild: CPiegert, Wikimedia, CC)

Wer es lieber gemütlich bevorzugt, steigt am besten in einen der typischen Spreewaldkähne und lässt sich von einem Fährmann durch das Wasserparadies staken. Für die meisten Spreewaldbesucher ist dabei der Kahnfährhafen von Lübbenau Ausgangspunkt für Fahrten. Aber auch Burg oder Lübben besitzen Kahnhäfen und sind bei weitem nicht so stark frequentiert wie Lübbenau.



Aber von hier ist es nicht weit in das Spreewalddorf Lehde mit seinen typischen Häusern in Blockbauweise. Und es ist noch gar nicht so lange her, das Teile des kleinen Ortes nur mit dem Boot erreichbar waren. Und noch heute wird die Post teilweise per Boot gebracht und der Müll auf dem Kahn abtransportiert.

Die radelnde Gurke weist den Weg



Natürlich kann der Spreewald auch zu Fuss oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Zahlreiche gut markierte Wege führen an den Fliessen und Kanälen entlang, ohne das man auf Fahrzeuge achten muss. Da es keine Steigungen gibt, ist die malerische Region für die ganze Familie und für weniger geübte Radler problemlos zu erradeln. Lediglich in den Bereichen bewohnter Gebiete kommt es vor, dass Fahrräder mal kurz über die erhöhten Stege geschoben werden müssen.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine mehrtägige Tour auf dem Gurkenradweg, der über 260 Kilometer rund um und durch den Spreewald führt. Neben fantastischen Natureindrücken machen auch beeindruckende Sehenswürdigkeiten den ganz besonderen Reiz einer solchen Tour aus. Zudem kann in verschiedenen Betrieben hautnah erlebt werden, wie die berühmten Spreewälder Gurken verarbeitet werden. Natürlich gibt es genügend Möglichkeiten, die würzige Köstlichkeit in den verschiedensten Variationen zu verkosten.

Gurkenernte im Spreewald (Bild: Peter Becker  / pixelio.de)

Gurkenernte im Spreewald (Bild: Peter Becker / pixelio.de)

Aufgrund der vielfältigen Sehenswürdigkeiten sollten fünf bis sechs Tage für die Tour eingeplant werden. Dann bleibt auch genügend Zeit, das Schloss in Lübbenau, das Bauernhofmuseum in Schlepzig oder die Wendisch-Deutsche Doppelkirche in Vetschau zu besichtigen, um nur einige zu nennen. Nicht nur Familien werden einen Abstecher in das Erlebnisland Teichland bei Peitz zu schätzen wissen, um auf der Sommerrodelbahn rasante Fahrten zu unternehmen.

Wohlfühltage im Spreewald

Wer Wellness, Entspannung und Ruhe sucht, ist im Kurort Burg genau richtig. Aus mehr als 1300 Metern Tiefe sprudelt Thermalsole mit einem Salzgehalt von mehr als 23 Prozent und einer Temperatur von 31 Grad und besitzt eine sehr hochwertige und wirksame Zusammensetzung. Das Heilwasser speist die Spreewald Therme in Burg, wo die Gäste Beschwerden lindern oder sich einfach zum relaxen einfinden.



Zudem befinden sich in dem Kurort verschiedene Wellnesshotels und -einrichtungen. Im Herbst, wenn die Natur zur Ruhe kommt, findet Anfang November die Gesundheitswoche statt. Bei Gesundheits-, Bewegungs- oder Entspannungstherapien können Sie Kraft tanken und das Immunsystem stärken, um gut durch den Winter zu kommen.

Spreewalddorf Lehde (Bild: Gabriele Planthaber  / pixelio.de)

Spreewalddorf Lehde (Bild: Gabriele Planthaber / pixelio.de)

Aber eine Reise in den Spreewald wäre nicht vollständig, wenn das Spreewalddorf Lehde nicht besucht wird. Dafür sollten aber in den Sommermonaten nach Möglichkeit die Wochenenden vermieden werden, denn es kann passieren, dass sich die Menschenmassen nur so durch den Ort schieben und von der Idylle nicht mehr viel übrig bleibt.

Auch Anlegeplätze für Boote können dann rar sein. Wesentlich entspannter geht es da im Frühjahr und Herbst zu. Dann lässt sich die einzigartige Atmosphäre dieser „Lagunenstadt im Miniformat“, die von zahlreichen Wasserläufen durchzogen ist, viel besser einfangen. Nicht versäumt werden darf der Rundgang durch das Freilandmuseum, das sich im Zentrum von Lehde befindet.





Typisches Spreewaldhaus in Lehde (Bild: Uwe Barghaan, Wikimedia, CC)

Typisches Spreewaldhaus in Lehde (Bild: Uwe Barghaan, Wikimedia, CC)

Hier stehen drei typische altwendische Bauernhöfe aus verschiedenen Teilen des Spreewaldes und vermitteln einen eindrucksvollen Blick in die Lebensweise der Bewohner, die sich über Jahrhunderte kaum verändert hatte. Besucher sehen die älteste Kahnbauerei, verschiedenes Handwerk und natürlich die typischen Trachten des Spreewaldes, die an hohen Feiertagen wie Ostern noch heute angelegt werden.

 

Oberstes Bild: Ein Kahn bei Burg im Spreewald (Bild: Ra Boe, Wikimedia, CC)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



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  1. “Noah” – ein Plädoyer für das Leben › newsbloggers.ch

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