Karthago – ein unvergessener Mythos

30.06.2014 |  Von  |  Afrika, Alle Länder
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Karthago – ein unvergessener Mythos
Jetzt bewerten!

Welcher Geschichtsinteressierte und Lateiner kennt nicht den Spruch Catos des Älteren, der jede seiner Reden angeblich mit dem Satz „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ beendete. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss!“ Damit ging er den Römern auf die Dauer so auf die Nerven, dass sie seine Worte am Ende des Dritten Punischen Krieges in die Tat umsetzten.

Und dabei nahmen sie diese Aussage mehr als wörtlich. Nur sehr wenig blieb nach dem Gemetzel und der systematischen Niederbrennung der einst blühenden Mittelmeermetropole übrig. Als zu gefährlich sahen die neidischen Römer den Einfluss der Stadt auf dem damals schon hart umkämpften Markt. Leider hatten sie dabei nicht an die kulturinteressierten Reisenden der späteren Jahrhunderte gedacht, die sich gern mehr von der Pracht vergangener Zeiten angesehen hätten.



Zwar hat auch die heutige Millionenmetropole Tunis einiges an Attraktionen zu bieten, doch Karthago ist untrennbar mit Geschichte und Kultstatus verbunden. Bei einem Besuch in Tunis können Sie aber doch noch einige Überbleibsel Karthagos sehen.

Le Tophet – eine der ältesten punischen Kultstätten (Bild: BishkekRocks, Wikimedia)

Le Tophet – eine der ältesten punischen Kultstätten (Bild: BishkekRocks, Wikimedia)

Karthagos 3000-jährige Geschichte

Bevor sich der römische Feldherr Scipio der Aufgabe widmete, Karthago zu schleifen (das bedeutet Einebnen, Sprengen oder Niederreissen von Städten), musste er die Stadt drei Jahre lang belagern. Vor dem Gemetzel lebten und handelten mehr als eine halbe Million Einwohner in der Stadt. Am Ende war es lediglich ein Zehntel davon. Keinem wurde Gnade gewährt, sie wurden versklavt.



Zum Glück waren die Römer nach dem Schleifen nicht ganz so gründlich, denn es sind doch noch ein paar Überreste des alten Karthagos erhalten geblieben. Es stehen zwar von den einstigen Gebäuden nur noch wenige Teile oder Grundrisse, doch der Mythos des legendären Karthagos ist nach wie vor lebendig. Nicht zuletzt deshalb wurden die wenigen Überreste auch in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.



Von den Resten auf einer Halbinsel, nur wenige Kilometer ausserhalb von Tunis, geniessen Sie einen weiten Blick über das Mittelmeer und das gebirgige Hinterland. Am besten begeben Sie sich hierfür auf den Byrsa-Hügel, der sich hoch über der Stadt erhebt. Erleben Sie Le Tophet, eine der ältesten punischen Kultstätten, und stehen Sie dort, wo einst die phönizische Prinzessin Elissa ihren Fuss an Land setzte. An diesem Ort beteten die Gläubigen zum bedeutenden Sonnengott Baal-Ammon. Dieser wurde aber leider nicht nur durch Gebete milde gestimmt. So war es Brauch, ihm erstgeborene Kinder zu opfern.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde bei Ausgrabungen unter der Stätte eine Nische gefunden, die als die Kapelle von Cintas bekannt wurde. Es könnte sich dabei um das Grab der Prinzessin handeln. Nur wenig ist von den beiden damals bedeutenden Hafenanlagen Karthagos zu sehen. Bei genauen Hinsehen erkennen Sie allerdings die Formen des runden Kriegshafens mit dem Namen Kothon und des eckigen Handelshafens mit dem Namen Limen.

Badehauskultur in Karthago

Zwar wurde Karthago nach der Niederlage dem Erdboden gleichgemacht, das hinderte die Römer aber nicht daran, den strategisch günstig gelegenen Ort für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Auch zu Römerzeiten hatte Karthago grosse wirtschaftliche Bedeutung. Mächtige Patrizier aus Rom liessen sich nieder und sorgten für einen zweiten Aufschwung. Zeugnis dafür sind die römischen Thermen, die Kaiser Antoninus errichten liess. Man sagt, dass es nur in Rom selbst Thermen gegeben habe, die mit ähnlichen Dimensionen aufwarten konnten. Und selbst später noch, als auch die Römer in der Geschichte untergingen, liessen reiche und wichtige Ausländer prachtvolle Bauwerke an dem mystischen Ort erbauen. Die Kathedrale des Heiligen Ludwig von Karthago, die von Kardinal Charles Martial Lavigerie im byzantinisch-maurischen Stil errichtet wurde, beeindruckt auch heute noch durch ihre gigantischen Ausmasse.



 

Bild: Antoninus-Pius-Thermen in Karthago (© Dieter Schütz  / pixelio.de)

Wo liegt dieses Reiseziel?



Bestseller Nr. 1
Iris & Lilly Damen Medium Impact Sport-BH mit Reißverschluss, Violett (Plumtastick/Azalea /Black Plumtastick/Azalea /Black), 85D (Herstellergröße: 38D)
  • Geformte Vollschalen-Körbchen für sicheren Halt
  • Bügellos
  • Ringerrücken mit für Bewegungsfreiheit
  • Netzstoffeinsatz für zusätzliche Atmungsaktivität
Bestseller Nr. 3
Skagen Unisex Erwachsene-Armbanduhr SKT1202
  • Gehäusehöhe: 10 mm; Gehäusegröße: 41 mm; Bandbreite: 22 mm; Bandumfang: 200+/- 5 mm; Bandmaterial: Leder; Wasserdichtigkeit: 3 ATM
  • Kompatibilität: Android Devices 4.4+, iOS 8.2+/iPhone 5+; Konnektivität: Bluetooth Smart Enabled / 4.1 Low Energy; Akku-Laufzeit: Bis zu 4 Monate* *(je nach Nutzung)
  • Verpackt in Skagen Connected Geschenkbox
  • Lieferbar in folgende Länder: England, Irland, Österreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz, Dänemark, Portugal, Italien, Spanien, Schweden, Norwegen und Polen
  • Skagen

Über Kirsten Schlier

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!



Ihr Kommentar zu:

Karthago – ein unvergessener Mythos

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.