Lausanne: Ein neues Kunst- und Kulturquartier entsteht

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Mit der „Plateforme 10“ erhält Lausanne ein modernes Kunst- und Kulturzentrum an bester Lage. Das im Frühling eingeweihte Kunstmuseum wird im Herbst eröffnet.

Das zweite Gebäude mit weiteren Museen soll der Öffentlichkeit in zwei Jahren zugänglich sein.

Mitten in Lausanne entsteht das rund 25’000 m² grosse Kunst- und Kulturviertel „Plateforme 10“ – Gleis zehn. Der Name spielt auf den Standort an: Das aus zwei modernen Neubauten bestehende Quartier befindet sich beim Bahnhof, der neun Geleise hat. Darin erhalten drei Museen ein neues Domizil, die bisher in ganz Lausanne verteilt waren: das Musée cantonal des Beaux-Arts für Kunst, das Musée de l’Elysée für Bild und Fotografie sowie das Musée de design et d’arts appliqués contemporains (Mudac) für Design und moderne Kunst. Die drei Museen werden mit diesem Umzug neu in einer Stiftung vereint. Das hat der Staatsrat letzten Februar beschlossen. An den Identitäten der Häuser soll das jedoch nichts ändern.

Zudem werden die alten Bahnarkaden am nördlichen Ende des Platzes restauriert, bevor dort Läden, Cafés, Shops und Restaurants einziehen werden, was das gesamte Areal zu einem öffentlichen Treffunkt machen soll.

Drehscheibe für Kunst

Das 145 Meter lange, 22 Meter hohe und 21 Meter tiefe Kunstmuseum steht auf einem zuvor unzugänglichen Gelände, auf dem sich ein Depot der SBB befand. Ein paar Geleise des ehemaligen SBB-Depots und die alte Drehscheibe sind noch vorhanden. „Sie ist ein schönes Symbol, weil das Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne und darüber hinaus eine Drehscheibe für Kunst sein will“, sagte Museumsdirektor Bernard Fibicher im April dieses Jahres während der zwei Tage dauernden Einweihung.

Diese haben rund 21’000 Besucher genutzt, um das Museum zu besichtigen, obwohl noch keine Ausstellung zu sehen war. Darauf müssen Kulturinteressierte bis am 5. Oktober 2019 waren, wenn das Kunstmuseum offiziell eröffnet wird. Dafür hat die international agierende Lausanner Galeristin Alice Pauli dem Museum hochkarätige Werke zeitgenössischer Künstler wie Giuseppe Penone, Anselm Kiefer und Rebecca Horn geschenkt, weil solche Kunst einen Auftritt in einer öffentlichen Institution wie der Plateforme 10 verdiene.

Zwei Jahre später, im Herbst 2021, sollen auch das Musée de l’Elysée und das Mudac eröffnet werden, die sich ein einem eigenen Gebäude am hinteren Ende der Plateforme 10 befinden.



Mehr als 10’000 Werke

Das vom spanischen Architekturbüro Barozzi/Veiga gebaute Kunstmuseum aus grauem Klinker steht parallel zu den Geleisen der Linie Lausanne-Genf. Seine Nordfassade ist in senkrechte Lamellen gegliedert. In das Gebäude weist die hohe Eingangshalle mit Treppe, die zum monumentalen Rundbogenfenster führt. Die Architekten haben das Gewölbe der alten Lokremise nachgebildet, die auch von aussen zu erkennen ist. Darüber teilt sich das Museum in zwei je zweigeschossige Flügel.

Die überregionale Sammlung mit rund 10’000 Werken belegt rund drei Fünftel der rund 3220 Quadratmeter grossen Ausstellungsfläche. Der verbleibende Platz ist für jeweils drei grosse Sonderausstellungen pro Jahr geplant: jeweils ein Blockbuster, eine Schau mit Waadtländer Fokus und eine internationale Position. Zudem existiert ein Projektraum für zeitgenössische Kunst und ein „espace dossier“ für einzelne Künstler.

Ebenfalls unter das Dach des Kunstmuseums ziehen die Stiftungen Toms Pauli und Félix Vallotton. Die Werke des in Lausanne geborenen Kunstmalers bilden die Hauptattraktion der Sammlung des Museums.

180 Millionen Franken teuer

Das Betriebsbudget des Kunstmuseums liegt bei 8 Millionen Franken. Gekostet hat der Bau rund 84 Millionen Franken. Die ganze „Plateforme 10“ kostet rund 180 Millionen Franken. Finanziert wird das Projekt vom Kanton Waadt, der Stadt Lausanne sowie durch Spenden von Privaten, Firmen und Stiftungen. So unterstützt die Stiftung Les Mûrons der in Montreux wohnhaften Gertraud „Traudl“ Engelhorn das Projekt mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Die österreichische Pharmamilliardärin und Kunstmäzenin zeigt bereits jetzt im Mudac die wohl bedeutendste Sammlung zeitgenössischer Glaskunst mit über 500 Werken von über 300 Kunstschaffenden.

 

Quelle: Tourismus Lifestyle Verlag GmbH, Bern
Artikelbilder: © Barozzi Veiga

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