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Moritzburg – Jagdschloss Augusts des Starken

09.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Moritzburg – Jagdschloss Augusts des Starken
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Schloss Moritzburg ist einer der markantesten Schlossbauten im deutschen Bundesland Sachsen. Wer eine Städtereise in die nahe Landeshauptstadt Dresden unternimmt, sollte das Jagdschloss auf jeden Fall in sein Programm aufnehmen.

Ein Besuch von Schloss Moritzburg führt mitten in Sachsens Glanzzeit unter dem legendären König und Kurfürsten August dem Starken. Er gab dem Bau im 18. Jahrhundert seine heutige Gestalt.

Vier Rundtürme auf einer künstlichen Insel

Die Ursprünge des Jagdschlosses selbst sind älter und liegen im Zeitalter der Renaissance, als der sächsische Herzog Moritz an der Stelle des heutigen Baus ein Jagdhaus errichten liess. Die Jagd gehörte zu den bevorzugten „Hobbys“ damaliger Herrscher. Unter August dem Starken erfolgte dann der Ausbau zum Schloss. Es wurde dadurch zu einem der bedeutendsten profanen Baudenkmäler des Barock, die Deutschland zu bieten hat.



Schon die Lage ist etwas Besonderes. Schloss Moritzburg wurde auf einer künstlichen, rechteckig gehaltenen Insel in einem grossen Teich erbaut. Der Schlossbau selbst liegt dabei erhöht auf einer Art steinernem Podest. Strenge Geometrie bestimmt den Grundriss und das äussere Erscheinungsbild. Das Wahrzeichen des Schlosses sind seine vier runden Türme mit den charakteristischen roten Kuppeldächern. Sie geben der vierflügeligen Anlage ihr typisches Bild und stellen einen eindrucksvollen Kontrapunkt zur Umgebung mit ihren Wasser- und Grünflächen dar. Dennoch fügt sich der Bau sehr harmonisch in das Landschaftsbild ein.

Luftbild – Schloss Moritzbug von Südost (Bild: Carsten Pietzsch, Wikimedia, CC )

Luftbild – Schloss Moritzbug von Südost (Bild: Carsten Pietzsch, Wikimedia, CC )




Kostbares Mobiliar mit Jagd-Reminiszenzen

Im Inneren präsentiert sich Schloss Moritzburg ganz im Stil barocker Wohnkultur. Dabei spielen Jagdmotive naturgemäss eine besondere Rolle, was die Dekoration betrifft. Das gilt insbesondere für die Repräsentationssäle des Schlosses. Speisesaal, Steinsaal und Monströsensaal warten mit einer Vielzahl an Geweihen auf, die von Jagden zu unterschiedlichsten Gelegenheiten stammen. Manche sind auch Geschenke fremder Herrscher. Für den heutigen Betrachter wirkt der Anblick manchmal etwas eigenartig.

Daneben gibt es etliche Prunkräume. Kostbare Möbel, vergoldete Ledertapeten und monumentale Malereien bestimmen das Bild. Eine Besonderheit ist das Federzimmer – ein Raum, dessen Vorhänge aus mit Myriaden von Vogelfedern durchwirkten Stoffen bestehen. Pfauen, Perlhühner, Enten und Fasane lieferten das Federmaterial. Der Höhepunkt des Zimmers ist ein Prunkbett, an dem der Federstoff ursprünglich angebracht war.

Sammlung von Hirschgeweihen im Speisesaal des Schlosses Moritzburg. (Bild: Medicus of Borg, Wikimedia, CC)

Sammlung von Hirschgeweihen im Speisesaal des Schlosses Moritzburg. (Bild: Medicus of Borg, Wikimedia, CC)




Barocke Gartengestaltung und Ausschmückung



Die Geometrie des Schlossbaus setzt sich – dem Stil der Zeit entsprechend – auch in den Aussenanlagen fort. So bewachen acht Wachhäuschen – zwei an jeder Seite der Rechteck-Insel – das Schloss. Die auf dem „Festland“ gegenüberliegenden Parkanlagen sind als französischer Barockgarten gestaltet und ahmen Vorbilder aus dem Land des Sonnenkönigs nach. Darum herum erstrecken sich grosse Waldflächen, die von Querachsen und Schneisen durchzogen sind und einst der Jagd dienten. Auch einen Kanal gibt es, ebenfalls ein typisches Accessoire barocker Gartengestaltung.





Die Parkanlagen der Moritzburg sind als französischer Barockgarten gestaltet. (Bild: JoJan, Wikimedia, CC)

Die Parkanlagen der Moritzburg sind als französischer Barockgarten gestaltet. (Bild: JoJan, Wikimedia, CC)

August der Starke und seine Nachfolger statteten das Schlossgelände mit weiteren Schmuckstücken aus. Ein besonders anmutiger Bau aus der Zeit des Rokoko ist das Fasanenschlösschen am Ende des Kanals unweit des Venusbrunnens, einer eindrucksvollen barocken Brunnenanlage. Auch ein maritimer Hafen mit Leuchtturm wurde am sogenannten Grossteich errichtet. Weitgehend verfallen sind heute die „Dardanellen“. Hier wurden die Dardanellen-Schlösser in der Türkei miniaturisiert nachgebaut, um Seeschlachten nachstellen zu können.

Ganz dem Vergnügen gewidmet

Schloss Moritzburg war ganz der Kurzweil und dem Vergnügen gewidmet. Das Schloss und seine Gartenanlagen haben viele Feste gesehen. Als Kulisse für ein Barockfest ist Schloss Moritzburg geradezu ideal. Das Moritzburg-Festival hat sich seit einigen Jahren als regelmässige Kulturveranstaltung etabliert. Es bietet Zuhörern jährlich Kammermusik mit passendem Ambiente. Für Märchenverfilmungen wurde Schloss Moritzburg in der Vergangenheit mehrfach genutzt. Tatsächlich hat die Anlage etwas Märchenhaftes an sich.

 

Oberstes Bild: Schloss Moritzburg nahe Dresden ist eines der schönsten Schlösser Sachsens. (© HjalmarGerbig, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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