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Münster – junge alte Hauptstadt Westfalens

17.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Münster – junge alte Hauptstadt Westfalens
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Im nördlichen Deutschland, etwa 70 Kilometer von der Grenze zu den Niederlanden entfernt, liegt Münster, die alte Hauptstadt Westfalens. Die Stadt ist der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt der Region.

Münster besitzt eine bedeutende Vergangenheit ebenso wie jugendliches Flair. Die Stadt ist einer der grössten Universitätsstandorte Deutschlands.

Katholisch und Stadt der Täufer

Im Münsterland ist man auch heute noch katholisch. Die Geschichte der Stadt ist eng mit den Bischöfen verbunden, die hier bis heute residieren. Einer der bekanntesten ist Graf von Galen, ein mutiger Glaubenszeuge während des Nationalsozialismus. Nicht immer war das Verhältnis zwischen Bischof und Bürgern konfliktfrei. Im Zeitalter der Reformation wurde Münster zu einem Zentrum der Wiedertäufer, die hier ihr „Königreich Zion“ errichteten. Die Rückeroberung der Stadt durch den Bischof und seine Anhänger führte zu einem blutigen Strafgericht. Noch immer sind am Turm der Lambertikirche die Körbe zu sehen, in denen die Leichen der hingerichteten Täufer-Führer ausgestellt wurden.

Lambertikirche in Münster (Bild: Dietmar Rabich, Wikimedia, CC)

Lambertikirche in Münster (Bild: Dietmar Rabich, Wikimedia, CC)

Ort des Westfälischen Friedens

Münster ist aber noch für ein anderes herausragendes Ereignis berühmt. Im Friedenssaal des historischen Rathauses wurde am 15. Mai 1648 der Westfälische Frieden unterzeichnet, der den Dreissigjährigen Krieg beendete, eine der schlimmsten und verheerendsten Perioden in der Geschichte Mitteleuropas. Vorangegangen waren jahrelange Verhandlungen in Münster und dem nahen Osnabrück. Der Westfälische Frieden stellt die erste internationale Friedenskonferenz zur Beendigung eines kriegerischen Konflikts dar und ist insofern ein Prototyp für ähnliche Bemühungen in unserer Zeit.



Kirchen und Kaufmannshäuser

Der Zweite Weltkrieg hat in der Stadt seine Spuren hinterlassen. Dennoch ist viel alte Bausubstanz erhalten geblieben oder wiederhergestellt worden. In der Innenstadt ist die mittelalterliche Stadtanlage noch gut erkennbar. Moderne Architektur mischt sich neben alte Bauwerke. Die Haupt-Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich um den Dom mit dem weiten Domplatz, den Prinzipalmarkt und die Lambertikirche. Sie sind gut fussläufig zu erschliessen.



Der Prinzipalmarkt steht für die Kaufmannstradition Münsters. Er präsentiert sich dem Betrachter an beiden Seiten mit Giebelhäusern, die jeweils über einen gemeinsamen Bogengang im Erdgeschoss verfügen. Er gilt als einer der schönsten Strassenplätze Deutschlands. Hier steht auch das historische Rathaus, der Ort des Friedensschlusses. Es schmückt sich mit einer reich verzierten gotischen Fassade.

Der Prinzipalmarkt in Münster (Bild: Mbdortmund, Wikimedia, CC)

Der Prinzipalmarkt in Münster (Bild: Mbdortmund, Wikimedia, CC)




Den nördlichen Abschluss bildet die spätgotische Lambertikirche. Sie entstand aufgrund einer „Bürgerinitiative“ als bewusster Gegenpol zum mächtigen Dom des Bischofs. Die historischen Baudenkmäler sind oft in dem für Münster typischen Baumberger Sandstein, einem hellen Stein aus Kalk, errichtet.



Der St.-Paulus-Dom befindet sich nicht weit entfernt vom Prinzipalmarkt. Der wuchtige Bau in seiner heutigen Form ist vor allem ein Werk der Romanik und Gotik. Er entstand in mehreren Bauetappen hauptsächlich zwischen dem Ende des 12. und dem 14. Jahrhundert – mit An- und Umbauten in späteren Zeiten. Kirchen gibt es zahlreich in Münster. Die älteste ist die Mauritz-Kirche aus dem 11. Jahrhundert.

Der St-Paulus-Dom in Münster (Bild: Marie-Luise Carl, Wikimedia, GNU)

Der St-Paulus-Dom in Münster (Bild: Marie-Luise Carl, Wikimedia, GNU)




Kulturszene: studentisch und klassisch

Münster verfügt über ein reiches und buntes Kulturleben. Dazu tragen zweifelsohne die fast 50’000 Studenten in der rund 300’000 Einwohner umfassenden Stadt bei. Als Zentrum studentischer Kultur gilt das Hansaviertel mit zahlreichen Kneipen, Bistros und Gaststätten. Im Hawerkamp-Areal hat sich eine alternative Kunst- und Kulturszene mit Klubs, Konzerten, Events und Musikveranstaltungen etabliert. Daneben gibt es aber auch ein reiches „klassisches“ Kulturangebot. Die Städtischen Bühnen Münster, das Theater im Pumpenhaus oder das Wolfgang-Borchert-Theater haben einen guten Ruf. Unter den Museen ragt das Kunstmuseum Pablo Picasso hervor. Es zeigt unter anderem Werke des berühmten spanischen Künstlers.

Mit dem Fahrrad unterwegs

Um Münster zu entdecken, eignet sich übrigens das Fahrrad hervorragend. Dafür sorgt nicht nur das flache Münsterland. Die Stadt gilt – nicht zuletzt dank der Studenten – als die fahrradfreundlichste Deutschlands. Gerüchteweise soll es hier mehr Fahrräder als Bewohner geben.

 

Oberstes Bild: Moderne und historische Architektur gehen in Münster Hand in Hand. (Bild: Bernhard Kils, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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