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Nicht auf Sand gebaut – Helgoland

18.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Nicht auf Sand gebaut – Helgoland
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Sie ist eine Besonderheit unter den deutschen Nordsee-Inseln – die Insel Helgoland. Im Gegensatz zu den nahen nord- und ostfriesischen Inseln dominiert hier mächtiges Felsgestein. Der rote Sandstein gibt Helgoland das typische Aussehen.

Etwa vierzig Kilometer vom Festland entfernt und mitten in der Deutschen Bucht gelegen ist die Insel ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, die an den nahen Nordsee-Stränden Urlaub machen oder sich auf einer Städtereise in Hamburg oder Bremen aufhalten.





Helgoland ist ein bevorzugtes Ziel von Tagesausflüglern. (Bild: Jörgens.mi, Wikimedia, CC)

Helgoland ist ein bevorzugtes Ziel von Tagesausflüglern. (Bild: Jörgens.mi, Wikimedia, CC)

Insel mit bewegter Vergangenheit

Oft wird Helgoland wegen seiner isolierten Lage als Deutschlands einzige Hochseeinsel bezeichnet. Das ist eigentlich nicht ganz richtig, denn tatsächlich ist die Hohe See noch ein Stück weit entfernt. Dennoch hat Helgoland etwas Einzigartiges: man befindet sich hier zwar auf deutschem Territorium, doch ist die Insel weder Teil des deutschen Steuergebietes noch des Zollbereichs der Europäischen Union.

Auch die Zugehörigkeit Helgolands zu Deutschland ist relativ neu. Bis 1890 war die Insel britische Kolonie. Im Tausch mit Ansprüchen auf Sansibar vor der ostafrikanischen Küste erfolgte damals die Inbesitznahme durch das Deutsche Kaiserreich. Ihre strategisch günstige Lage sollte der Insel fast zum Verhängnis werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Helgoland zur Seefestung ausgebaut. Es folgten alliierte Luftangriffe und die Zerstörung der Militäranlagen bei Kriegsende. Damals erschütterten gewaltige Explosionen das Eiland. Nach dem Krieg nutzten die Briten die Insel als Bombenabwurfplatz. Erst in den 1950er-Jahren wurde sie wieder bewohnt und zivil genutzt.





In den Bunkeranlagen von Helgoland (Bild: Foowee, Wikimedia, CC)

In den Bunkeranlagen von Helgoland (Bild: Foowee, Wikimedia, CC)




Die Lange Anna – das Wahrzeichen

Heute sind die Zerstörungen kaum noch zu erahnen. Wer sich der Insel mit der Fähre nähert, erblickt bereits von Weitem die senkrecht in die Höhe ragenden Felsen, die das Bild Helgolands prägen. Sie gehören zur etwa einen Quadratkilometer grossen Hauptinsel und bilden das sogenannte Oberland. Daneben gibt es das tiefer gelegene Mittel- und Unterland. Das Wahrzeichen der Hauptinsel ist die Lange Anna, eine steile Felsnadel an der Nordspitze.

Neben der Hauptinsel gehört auch die rund 0,7 Kilometer grosse Düne zu Helgoland. Der Name dieser Nebeninsel ist treffend. Sand und grasbewachsene Dünen sind typisch für diese ‚Strandinsel‘. Bis ins 18. Jahrhundert war die Düne mit der Hauptinsel verbunden. 1721 zerbrach die Landverbindung. Auch heute setzen die Kräfte der Natur Helgoland zu. Das rote Sandgestein ist ständigen Verwitterungsprozessen ausgesetzt, das Meer nagt am Land. Langsam, aber stetig wird Helgoland kleiner. Heute versucht der Mensch, mit Schutzmauern dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.





Die Lange Anna – das Wahrzeichen von Helgoland (Bild: Andreas Trepte, Wikimedia, CC)

Die Lange Anna – das Wahrzeichen von Helgoland (Bild: Andreas Trepte, Wikimedia, CC)

Ausbooten und zollfrei einkaufen



Helgoland ist mit Fähren hervorragend zu erreichen. Von Büsum, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Hamburg bestehen entsprechende Verbindungen. Das traditionelle Ausbooten von den auf Reede liegenden Schiffen ist eine der touristischen Attraktionen. Katamaran-Fähren dürfen die Insel ebenso wie Sportboote und Segelyachten direkt anlaufen.

Wer einen Ausflug nach Helgoland unternimmt, entdeckt die Insel gerne auf einen Rundgang über den Klippenrandweg. Der ist angesichts der überschaubaren Grösse des Eilands problemlos zu bewältigen. Der Weg bietet nicht nur schöne Ausblicke auf die Insel und das Meer, auch die hier lebenden Seevögel lassen sich gut beobachten, zum Beispiel die Lummen – eine Seetölpelart – am Lummenfelsen. Baden ist vor allem am Badestrand der Düne möglich. Viele Besucher nutzen ausserdem das zollfreie Einkaufsangebot der Insel.

Kulinarisches und Wellness

Auch kulinarisch hat Helgoland etwas zu bieten. Berühmt ist der Helgoländer Hummer, dessen Bestände allerdings stark zurückgegangen sind. Entsprechend kostspielig ist das Vergnügen. Wer es preiswerter möchte, kann den ‚Knieper‘ probieren. So werden die Scheren der hier reichlich vorkommenden Taschenkrebse genannt, die eine Spezialität der Inselküche sind.

Helgoland ist ein bevorzugtes Ziel von Tagesausflüglern. Dennoch gibt es auch Gäste, die länger bleiben. Die Insel ist anerkanntes Seeheilbad. Es existieren daher entsprechende Kureinrichtungen, die eine Vielzahl an Anwendungen und Möglichkeiten für Wellness und Gesundheit bieten.

 

Oberstes Bild: Hummerbuden, Helgoland (© Hartmut Josi Bennöhr, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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