Rapa Nui – die geheimnisvolle Insel

27.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Südamerika
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Rapa Nui – die geheimnisvolle Insel
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Wohl wenige Inseln liegen so weit vom Festland entfernt wie die Osterinsel im Pazifik, auch Rapa Nui genannt. Einsam und verlassen, fernab jeglicher westlicher und östlicher Zivilisation, weckt sie Sehnsüchte in uns. Doch wir müssen auch lernen, dass Rapa Nui ein warnendes Beispiel für die Menschheit ist, wenn wir die Geschehnisse ab dem 16. Jahrhundert genauer betrachten.

Trotz aller vom Menschen zugefügter Umweltschäden bietet die Osterinsel viele spektakuläre Besucher-Highlights, wie sie wohl nur auf einer ganz einsamen Insel zu finden sind, die eine eigene geografische und kulturelle Geschichte geprägt hat. Entdecken Sie gigantische mystische Figuren oder erleben Sie ein ausgelassenes Wassersporterlebnis in den ruhigen, aber dennoch rauhen Gewässern. Ausflüge zu erloschenen Vulkankratern sind ebenso im Angebot wie der Besuch in naturgeschichtlichen Museen.



Religion und Kult auf Rapa Nui sind noch heute sichtbar. (Bild: TravelingOtter, Wikimedia, CC) Die geheimnisvolle Insel

Religion und Kult auf Rapa Nui sind noch heute sichtbar. (Bild: TravelingOtter, Wikimedia, CC)

Die Ursprünge Rapa Nuis

Ungefähr 3500 Kilometer liegt die Osterinsel vom nächsten grossen internationalen Flughafen entfernt. Wer auf die geheimnisvolle Insel will, muss zuerst einen Flug in die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile und dann einen Weiterflug nach Rapa Nui organisieren. Etwa vier Stunden dauert der Flug. Andere Optionen wie beispielsweise mit dem Boot sind aufwendig und sehr teuer. Empfangen werden Sie von einem freundlichen Völkchen, das heutzutage den Umweltschutz zum Top-Thema hat.

Das war lange Zeit ganz anders. Übrigens heisst die Osterinsel deshalb so, weil der holländische Seefahrer Jacob Roggeveen am Palmsonntag 1722 dort an Land ging. Allerdings war er bei Weitem nicht der erste Europäer, der sich auf der Insel umgeschaut hat. Auch Piraten haben sich immer mal wieder blicken lassen. Viel gab es hier nicht mehr zu holen, weil es einfach nichts gab.

Hang des Rano Raraku Vulkans auf der Osterinsel (Bild: Rivi, Wikimedia, CC) Die geheimnisvolle Insel

Hang des Rano Raraku Vulkans auf der Osterinsel (Bild: Rivi, Wikimedia, CC)

Osterinsel – eine abwechslungsreiche Geschichte

Ab dem 16. Jahrhundert kam es auf der Insel zu einer schweren soziokulturellen Krise, nachdem den Ureinwohnern bewusst wurde, wie sich die nunmehr baumlose Landschaft negativ auswirkte. Man kam vom Errichten gigantischer Steinfiguren ab und schuf dann zu Ehren des Gottes Make-Make eine neue Gesellschaftsordnung. Bis Ende des 19. Jahrhunderts, als die Chilenen durch Verträge mit den Einheimischen in den Besitz der Insel gelangten, haben sich die stärksten Krieger, die sogenannten Matato’a, beim alljährlichen Tangata Manu an die Spitze der Gesellschaft gesetzt. Zu dieser Zeit sollte die Insel nicht mehr als ein Militärstützpunkt im Pazifik sein.

Vulkan Rano Kau (Bild: Arian Zwegers, Wikimedia, CC) Die geheimnisvolle Insel

Vulkan Rano Kau (Bild: Arian Zwegers, Wikimedia, CC)

Religion und Kult auf Rapa Nui noch heute sichtbar

Auf der nur 24 Kilometer langen und 13 Kilometer breiten Insel gibt es immer noch mehrere Hundert Kultstätten zu sehen. An diesen Stätten, den sogenannten Ahus in Vaihu, Akahanga, Heki’i und vielen anderen, werden Sie zahlreichen, teilweise gigantischen Steinfiguren begegnen. Relativ neu ist der Bereich Ahu Tongariki bei Rano Raraku, der erst kürzlich von dem Archäologen Claudio Cristino entdeckt wurde.



Hier können Sie gleich 15 verschiedene Statuen aus unterschiedlichen Epochen erleben. Ein weiterer sehenswerter Komplex mit signifikanten Maois ist die Ausgrabungsstätte Tahai-Ko Te Riku. Neben alten ursprünglichen Steinhäusern erheben sich drei Plattformen mit Moais. Wer vor diesen gigantischen tonnenschweren Steinfiguren steht, der wird sich unweigerlich fragen, wie diese ohne Baumaschinen zu ihren Standorten gelangten.

Ahu Akivi auf der Osterinsel (Bild: Jantoniov, Wikimedia, CC) Die geheimnisvolle Insel

Ahu Akivi auf der Osterinsel (Bild: Jantoniov, Wikimedia, CC)




Die geheimnisvolle Insel Rapa Nui mehr als nur Moais

Die Osterinsel zählt zu den artenärmsten Inseln des Südpazifiks – und das liegt nicht nur daran, dass sie keinerlei heimische Bäume mehr hat. Trotzdem hat das Eiland seine optischen Reize. Zerklüftete Strandabschnitte, an denen die Brecher tosend zerschellen, bieten ein spektakuläres Naturschauspiel. Wegen der Wellen vor der Vulkaninsel ist sie ein beliebter Spot für Surffreunde.

Das Landesinnere ist durch drei erloschene Vulkane geprägt, zu deren jeweiligem Kraterrand Sie wandern können. Eine Bergsteigerausrüstung ist bei einer maximalen Höhe von 500 Metern nicht nötig. Wandern Sie über die ausgedehnten Grasflächen und lassen Sie den Blick über den Pazifik schweifen, der von vielen Punkten der Insel immer im Hintergrund zu sehen ist.

Nationalpark Rapa Nui – die Zeit scheint stehen geblieben zu sein

Schon im Jahr 1935 wurde die Insel zum Nationalpark erklärt und damit auch weiteren Umweltschäden vorgebeugt. Zwar gibt es heute einen Flughafen auf der Insel, doch im Grossen und Ganzen geht alles seinen Weg wie in alten Zeiten. Man spricht weiterhin die eigene Sprache und orientiert sich beim Fischfang und bei der Ernte an Wind, Wetter, Mond und Sonne. Der Tourismus ist heute Haupteinnahmequelle. Kundige Führer bringen die Gäste an alle wichtigen Orte. Sie können die Highlights zu Fuss erwandern oder auf ein Pferd steigen. Geländewagen oder Fahrräder sind weitere moderne Alternativen.

Ein Abstecher zum Museo Antropologico Padre Sebastian Englert lohnt allein schon deshalb, weil Sie dort eines der sehr raren Original-Augen eines Moai sehen können. An dem kleinen von Felsen und Palmen eingeschlossenen Sandstrand Playa de Anakena, der beim bedeutenden Kultort Ahu Nau Nau liegt, können Sie ein erfrischendes Bad im Pazifik nehmen. Eine weitere Alternative ist der unweit gelegene Playa de Ovahe.



 

Oberstes Bild: Sechs von den 15 Ahu Tongariki Moais (© Rivi, Wikimedia, CC)

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