Ferienwohnungen Tessin

Sousse – Tunesiens geschichtsträchtige Hafenstadt

21.07.2014 |  Von  |  Afrika, Alle Länder
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Sousse – Tunesiens geschichtsträchtige Hafenstadt
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Rund 130 km südlich von Tunis zählt Sousse zu den tunesischen Mittelmeerstädten, die mit einer attraktiven Mischung aus bunten Märkten, historischer Architektur und Badestränden locken. Die Medina von Sousse ist über tausend Jahre alt und Sousse damit eine der ältesten Städte in Tunesien. Aber auch die Strände entlang der türkisblauen Mittelmeerküste zählen zu den feinsten Sandstränden des Landes.

Sousse ist eine beliebte Reisedestination mit einer Fülle von Hotels, Restaurants und Ausgehmöglichkeiten. Einen auffallenden Gegensatz zum modernen Sousse bieten jedoch die über tausendjährigen Festungsmauern rund um die Medina, die den Besucher in längst vergangene Zeiten zurückversetzen.



Rund um die Stadt laden viele Ausflugsziele zu einem Besuch ein. Neben der nahegelegenen Hafenstadt Monastir und dem Yachthafen von Port el Kantaoui mit seinen erstklassigen Restaurants ist es vor allem die Weltkulturerbestätte Kairouan, die mit einer Altstadt wie aus tausendundeiner Nacht lockt.

Historische Altstadt von Sousse mit der Festungsanlage (© BishkekRocks / Wikimedia / CC)

Historische Altstadt von Sousse mit der Festungsanlage (© BishkekRocks / Wikimedia / CC)

Traditionsreicher Handelshafen Sousse

Bereits im 9. Jahrhundert v. Chr. wurde Sousse von den Phöniziern unter dem Namen Hadrumetum gegründet. Am Golf von Hammamet diente die Stadt als Handelsstützpunkt und erfuhr unter römischer Herrschaft einen beträchtlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der bis ins 3. Jahrhundert anhielt. Wechselnde Machtverhältnisse bescherten der Stadt in den folgenden Jahrhunderten ganz unterschiedliche Stadtnamen, bis sie um 800 unter arabischer Herrschaft neu gegründet wurde. Die neue Stadt erhielt den Namen Susa, von dem das heutige Sousse abgeleitet ist.

Unter arabischer Herrschaft erlebte Sousse eine zweite Blütezeit als Hafen der westlich gelegenen Stadt Kairouan. Aus dieser Zeit stammen die heute erhaltenen Festungsmauern von Sousse ebenso wie die Medina und die Hauptmoschee. Der Hafen von Sousse diente auch als Ausgangspunkt für die arabische Eroberung Siziliens im 9. Jahrhundert. Nach der türkischen Eroberung im 16. Jahrhundert setzte in Sousse der Niedergang ein, da die Stadt wiederholten Angriffen durch Franzosen, Spanier und Venezianer ausgesetzt war. Während der französischen Kolonialzeit wurden schliesslich die Neustadt und der Hafen gebaut, der bis heute ein wichtiger Exporthafen ist.

Historische Stadtmauern aus dem 9. Jahrhundert (© Habib M’henni / Wikimedia / CC)

Historische Stadtmauern aus dem 9. Jahrhundert (© Habib M’henni / Wikimedia / CC)




Orientalisches Flair in der Altstadt von Sousse

Die Medina, die historische Altstadt von Sousse, ist über tausend Jahre alt. Ein Rundgang durch das schier endlose Labyrinth der verschlungenen Gassen, durch die farbenfrohen Märkte und entlang der mächtigen alten Stadtmauern gleicht einer Zeitreise in längst vergangene Epochen. Die Medina von Sousse aus dem 9. Jahrhundert ist seit 1988 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Noch älter ist die Festungsanlage von Sousse, der Ribat, der bereits im Jahr 821 errichtet wurde. Diese traditionelle Verteidigungsanlage verlor seine militärische Bedeutung allerdings relativ schnell, da schon im Jahr 859 die Stadtmauern errichtet wurden. Die Stadtmauer umschliesst die Medina bis heute auf einer Länge von über zwei Kilometern.

Herausragendes Bauwerk der Altstadt ist die Hauptmoschee von Sousse, die zugleich einen Ort der Ruhe inmitten der hektischen Altstadt bildet. Die Moschee wurde im 9. Jahrhundert während der arabischen Herrschaft errichtet und überrascht mit ihrem schlichten, festungsähnlichen Stil, der einen auffallenden Gegensatz zur Bauweise vieler grosser Moscheen bietet. Die älteste Moschee der Stadt ist die Bou-Fatata-Moschee südlich der Medina. Sie wurde nur 20 Jahre vor der Hauptmoschee errichtet, ist aber mit einer Gebäudelänge von nur acht Metern deutlich kleiner.

Hauptmoschee von Sousse (© Habib M’henni / Wikimedia / CC)

Hauptmoschee von Sousse (© Habib M’henni / Wikimedia / CC)




Unter den Museen von Sousse ist besonders das Dar Essid einen Besuch wert. Das Dar Essid ist ein traditionelles Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert, das einst von einer wohlhabenden Familie bewohnt wurde. Eine Inschrift im Hof nennt als Erbauungsjahr das Jahr 928, womit das Dar Essid zu den ältesten Gebäuden der Medina zählt. Vom offenen Innenhof aus können alle Zimmer besichtigt werden, darunter die Räume der ersten und zweiten Ehefrau des ehemaligen Besitzers, die Kinderzimmer und die Räume der Bediensteten. Von den oberen Räumen bietet sich ausserdem ein spektakulärer Ausblick über die Stadt und die Küste. Mit seinen kostbaren Fliesendekorationen, italienischen Marmorböden und zahlreichen Luxusgütern bietet das Dar Essid einen faszinierenden Einblick in das Leben der wohlhabenden Tunesier in vergangenen Zeiten.



Tunesien von Sousse aus erkunden

Rund um Sousse bieten mehrere attraktive Ausflugsziele die Möglichkeit zu abwechslungsreichen Tagesausflügen. Der Yachthafen von Port el Kantaoui wurde nördlich von Sousse als luxuriöse Planstadt errichtet und bietet zwar keine historische Architektur, dafür aber erstklassige Restaurants direkt an der Hafenfront, elegante Flaniermeilen und unzählige Freizeiteinrichtungen.

Monastir südöstlich von Sousse (© Tabkram / Wikimedia / CC)

Monastir südöstlich von Sousse (© Tabkram / Wikimedia / CC)

Ein ganz anderes Erlebnis ist der Besuch in Monastir, einer malerischen Küstenstadt südöstlich von Sousse und wie auch Sousse ein beliebtes Reiseziel. Monastir bezaubert ebenso wie Sousse mit einer Mischung aus traumhaften Stränden, gehobenen Ferienanlagen und einer geschichtsträchtigen Altstadt. Die Festungsanlage von Monastir, das Ribat, ist deutlich grösser und beeindruckender als die Festung von Sousse. Sie wurde in der Vergangenheit immer wieder in Filmen als Ersatz-Schauplatz für Jerusalem verwendet.



Westlich von Sousse liegt die UNESCO-Weltkulturerbestätte Kairouan, eine alte arabische Siedlung aus dem 7. Jahrhundert, für die Sousse einst als Handelshafen diente. Kairouan war bis ins 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten islamischen Lehrzentren in Nordafrika und gilt bis heute als Hochburg der islamischen Kultur. Die Hauptmoschee wurde bereits kurz nach der Stadtgründung errichtet und nach der Eroberung Karthagos mit Bauteilen aus Karthago erweitert.

 

 

Oberstes Bild: Strandpromenade von Sousse (© Asram / Wikimedia / CC)

Wo liegt dieses Reiseziel?

Über Andrea Rathjen

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.