Bergamo – eine Perle Italiens

24.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Bergamo – eine Perle Italiens
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Im Norden Italiens befindet sich mit der Stadt Bergamo ein wahres Kleinod voller Sehenswürdigkeiten und toller Möglichkeiten zum Bummeln und Shoppen. Die überaus sehenswerte Altstadt von Bergamo liegt sehr malerisch auf einem Hügel und steht komplett unter Denkmalschutz. Sie gehört zu den schönsten Städten in Italien und lohnt mehr als nur eine kurze Stippvisite.

Bergamo liegt in der Region Lombardei etwa 60 Kilometer nordöstlich der Metropole Mailand. Es ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und hat etwa 115’000 Einwohner. Bereits die landschaftliche Lage Bergamos zu Füssen der südlichen Kalkalpen am Übergang zur Poebene ist sehr attraktiv. Das historische Zentrum, die Città Alta, wurde auf einem 380 Meter hohen Hügel angelegt, der zu den südlichsten Ausläufern der Alpen gehört. Der grösste Teil der neueren Unterstadt dehnt sich rund um den Hügel mit der Altstadt vor allem in der Ebene, aber auch auf benachbarten Hügeln aus.



Standseilbahn der Città Alta (Bild: Geobia, Wikimedia, CC)

Standseilbahn der Città Alta (Bild: Geobia, Wikimedia, CC)

Eine italienische Perle

Es hat einige Zeit gedauert, bis wir uns endlich entschlossen, Bergamo und seiner Umgebung ein wenig Zeit zu widmen. Zuvor waren wir etliche Male auf der Autostrada 4 zwischen Mailand und Venedig hin und her gefahren, und jedes Mal nahmen wir uns vor, endlich einen Abstecher zu machen. Zumal die besagte Autobahn unmittelbar an der Stadt vorbeiführt. Wir quartierten uns in einer kleinen, sehr intimen Pension ein, um diese Perle italienischer Städte zu erkunden. Wahrlich beeindruckt waren wir bereits von der mächtigen Befestigungsmauer, welche auf einer Länge von knapp sechs Kilometern die Altstadt umgibt. Sie entstand im 16. Jahrhundert und wurde von Venezianern erbaut.



Der prachtvolle Piazza Veccia



Das Herzstück der Città Alta ist die Piazza Vecchia, und wer einmal dort gestanden ist, wird verstehen, warum dieser Platz als einer der schönsten Italiens gilt. Unweigerlich wird der Blick dabei auf die Fontana Contarini fallen, denn der wunderschöne, in Weiss gehaltene Brunnen steht in der Mitte des Platzes. Umgeben ist die Piazza Veccia von prächtigen Gebäuden, eines schöner als das andere. Am Ende des Platzes bildet der Palazzo della Ragione den Abschluss, er wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut. Die herrliche Fassade wird von einem Löwen dominiert, um die Verbundenheit Bergamos mit Venedig zu symbolisieren.





Brunnen Contarini auf Piazza Vecchia in Bergamo (Bild: Manfred&Barbara Aulbach, Wikimedia, CC)

Brunnen Contarini auf Piazza Vecchia in Bergamo (Bild: Manfred&Barbara Aulbach, Wikimedia, CC)

Ein weiteres markantes Bauwerk ist der Torre del Comune, der auch gerne als Turm der grossen Glocke bezeichnet wird. Die Glocke ist ein Wahrzeichen der Stadt, an jedem Abend erklingen 180 Schläge, welche an eine alte Ausgangssperre erinnern sollen. Beeindruckend ist auch das ehemalige Rathaus mit seiner fantastischen Marmorfassade, in dem sich heute die Bibliothek der Stadt befindet.

Das geistige Zentrum des alten Bergamo

Ein nicht minder sehenswerter Platz ist die Piazza del Duomo, die man am besten durch den Säulengang in der Nähe des Palazzo della Ragione betritt. Hier prägen drei kirchliche Bauwerke das Bild, und es empfiehlt sich, etwas Zeit einzuplanen. Zum einen befindet sich hier die Kathedrale, die dem Schutzpatron der Stadt gewidmet ist. An deren Stelle befanden sich schon zuvor Kirchengebäude, denn es wurden die Reste zweier Basiliken gefunden, deren erstere wohl aus vorchristlicher Zeit stammt. Ein fantastisches Glanzstück lombardischer Baukunst stellt die Kapelle Colleoni dar, die im Stil der Renaissance errichtet wurde und im Inneren sehenswerte Fresken enthält, die durch Tiepolos Hand entstanden sind.

Auf den ersten Blick wirkt die romanische Basilika Santa Maria Maggiore etwas nüchtern, dafür ist das Innere des Gotteshauses umso grandioser. Das muss schon ein Anblick gewesen sein, als wir mit offenem Mund zunächst einmal sprachlos in der Basilika standen und die opulente barocke Ausstattung betrachteten. Wahre Kunstschätze lassen sich in der Kirche bestaunen, die aus den vergangenen acht Jahrhunderten stammen. Sehenswert sind die Fresken, die herrlichen Gobelins und vor allem das Chorgestühl mit seinen wertvollen Einlegearbeiten.

Basilika Santa Maria Maggiore in Bergamo (Bild: Andres rus, Wikimedia, CC)

Basilika Santa Maria Maggiore in Bergamo (Bild: Andres rus, Wikimedia, CC)

Wunderbare Aussichten und prachtvolle Ansichten

Umschlossen wird das alte Bergamo durch eine alte Stadtmauer, auf der sich ein schöner Rundgang machen lässt. Wir genossen die ständig wechselnden Ausblicke auf das historische Zentrum und den im Tal befindlichen modernen Teil der Stadt. Auf dem rund sechs Kilometer langen Rundgang verliessen wir aber auch immer wieder mal die historischen Mauern, um ein paar Schritte hinein in die Stadt zu machen. Am mächtigen Stadttor Porta Sant’Agostino empfiehlt es sich, zur Piazza della Fara zu schlendern. Hier befindet sich das einstige Kloster mit der Kirche Sant’Agostino, in dessen Mauern heute die Universität von Bergamo ihren Sitz hat.

Stadtmauer und Stadttor Porta Sant’Agostino (Bild: Paolo da Reggio, Wikimedia)

Stadtmauer und Stadttor Porta Sant’Agostino (Bild: Paolo da Reggio, Wikimedia)

Rund um die Stadt gibt es übrigens einige tolle Aussichtspunkte, die wir Besuchern ans Herz legen möchten. Direkt im Herzen der Altstadt sollte man auf den Torre Civico hinauf; es ist nicht einmal mühsam, hinaufzukommen, denn ein Aufzug bringt die Besucher ganz bequem in luftige Höhe. Wir waren begeistert von dem fantastischen Rundblick, der sich uns bot.

In der Nähe des Stadttores Porta Sant’Agostino ist die Station der Seilbahn zu finden, mit der man ohne Mühsal den Colle San Virgilio erreicht. Er überragt die Stadt und ermöglicht tolle Aussichten. Und wer sich überhaupt nicht sattsehen kann, nimmt den kurzen Fussmarsch bis zum Schloss in Kauf. Denn die Aussicht von hier oben ist einzigartig: Nicht nur die Stadt liegt zu Füssen, auch die Berge scheinen zum Greifen nah.

Bergamo ist eine fantastische Stadt, deren Besuch nur empfohlen werden kann. Daher einfach mal die Autostrada 4 verlassen, um eine der schönsten Städte Italiens zu erkunden.



 

Oberstes Bild: Bergamo – eine Perle Italiens (Bild: Karol Kozlowski / Shutterstock.com)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



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