Berliner Museen – Museumsinsel und mehr

19.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Berliner Museen – Museumsinsel und mehr
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Die deutsche Hauptstadt hat viele Facetten und ist sicher aus so manchen Gründen eine Reise wert. Nicht umsonst gehört Berlin inzwischen zu den beliebtesten Zielen bei Städtereisen in Europa. Ein Anlass, Berlin zu besuchen, ist zweifelsohne die faszinierende Museumslandschaft der Metropole.

Bildende Künste, alte und neuere Geschichte, menschliche Kultur, Architektur und Musik – das Spektrum ist beeindruckend und gewaltig. Auch im internationalen Massstab gilt Berlin als herausragender Museumsstandort.



Im Mittelpunkt: die Museumsinsel

175 Museen, Sammlungen und Gedenkstätten sind in der Hauptstadt angesiedelt. Es wäre vermessen, hier einen vollständigen Überblick geben zu wollen. Die Darstellung muss sich notwendigerweise auf eine Auswahl und einige Highlights beschränken. Viele bedeutende Einrichtungen liegen in der historischen Mitte der Stadt – auf oder im Umfeld der Museumsinsel. An ihr führt kein Weg vorbei, wenn es um Berliner Museen geht.

Auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel liess Preussens König Friedrich Wilhelm III. 1830 das Alte Museum nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichten. In den folgenden Jahrzehnten folgten weitere Museumsbauten, so dass schliesslich ein ganzer Gebäudekomplex mit der Ortsbezeichnung Museumsinsel entstand.

Fünf Museen bilden den Baubestand der Museumsinsel: das Pergamon-Museum, das Alte und das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie und das Bode-Museum. Manche Bauten wie das Alte Museum oder die Alte Nationalgalerie sind äusserlich wie antike Tempel gestaltet und haben zu der Bezeichnung „Spreeathen“ beigetragen. Der gesamte Komplex ist seit 1999 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Berliner Dom, und gleich nebenan entsteht derzeit die Rekonstruktion des Berliner Schlosses. Mit seiner Fertigstellung wird die historische Mitte Berlins wieder vollständig erstehen.





Das Alte Museum und der daran angrenzende Lustgarten (Bild: CruiseTommy, Wikimedia, CC)

Das Alte Museum und der daran angrenzende Lustgarten (Bild: CruiseTommy, Wikimedia, CC)




Pergamonaltar, Nofretete und Naturgeschichte

Das weltbekannte Pergamon-Museum zeigt unter anderem eindrucksvolle antike Architekturaufbauten wie den Pergamonaltar, das Markttor von Milet oder das Ischtar-Tor sowie Teile der zugehörigen Prozessionsstrasse aus Babylon. Hier wird die antike Welt greifbar lebendig. Im Alten Museum werden griechische, römische und etruskische Kunst und Kultur präsentiert. Das Neue Museum umfasst altägyptische Sammlungen – zum Beispiel die berühmte Nofretete-Büste –, wertvolle Papyri sowie Ausstellungen zur Vor- und Frühgeschichte. Im Bode-Museum sind neben meisterhaften Gemälden byzantinische Kunst, italienische und deutsche Skulpturen aus mehreren Jahrhunderten zu sehen. Den bildenden Künsten des 19. Jahrhunderts wendet sich dagegen die Alte Nationalgalerie zu.

Ebenfalls in Berlin-Mitte ist das Naturkundemuseum angesiedelt. Es besitzt neben dem Frankfurter Senckenberg-Museum die bedeutendste deutsche Naturkundesammlung. 30 Millionen Objekte umfassen die Bestände: Saurierknochen und -skelette, Fossilien und Mineralien werden hier gezeigt.

Pergamon-Museum, Eingang vom Kupfergraben (Bild: Balou46, Wikimedia, CC)

Pergamon-Museum, Eingang vom Kupfergraben (Bild: Balou46, Wikimedia, CC)

Deutsche und jüdische Geschichte



Ein weitere herausragende Einrichtung, die sich nur wenige Schritte von der Museumsinsel entfernt im ehemaligen Zeughaus Unter den Linden befindet, ist das Deutsche Historische Museum. Es zeigt deutsche Geschichte von den germanisch-römischen Anfängen bis zur Gegenwart. Das Museum ist praktisch ein Gegenstück zum Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, das vor allem bundesdeutsche und DDR-Geschichte behandelt.

Der jüdischen Geschichte in Deutschland und Europa ist das 1999 im Stadtbezirk Kreuzberg eröffnete Jüdische Museum gewidmet. Es beeindruckt nicht nur durch seine Ausstellung, sondern auch durch seine symbolträchtige moderne Architektur. An die jüdische Vernichtung und die Gewaltherrschaft im Nationalsozialismus erinnern viele Gedenkstätten und -orte in Berlin – zum Beispiel das Holocaust-Mahnmal nahe dem Brandenburger Tor, das Haus der Wannsee-Konferenz oder die Gedenkstätte Plötzensee.

Jüdisches Museum Berlin mit Garten des Exils (Bild: Andi oisn, Wikimedia, CC)

Jüdisches Museum Berlin mit Garten des Exils (Bild: Andi oisn, Wikimedia, CC)

Malerei und Architektur

Viele Berliner Museen befassen sich mit Malerei und bildenden Künsten. Einige konzentrieren sich um das Schloss Charlottenburg. In der Sammlung Berggruen werden Werke von Pablo Picasso, Paul Klee und Henri Matisse gezeigt, die Sammlung Scharf-Gerstenberg präsentiert vor allem surrealistische Werke. Das nahe Bröhan-Museum hat sich auf Kunst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert konzentriert.

Eine bedeutende kunstgeschichtliche Sammlung umfasst auch die Gemäldegalerie am Kulturforum. Sie bietet Besuchern hervorragende Gemälde vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Brücke-Museum widmet sich der gleichnamigen expressionistischen Künstlergruppe. Sehr sehenswert ist auch die Sammlung niederländischer und deutscher Malerei im Jagdschloss Grunewald.

Der Bedeutung des Bauhauses für moderne Gestaltung und Design hat sich das Bauhaus-Archiv im Bezirk Tiergarten verschrieben. Der Bau des Archivs ist selbst ein architektonisches Kunststück. Einen Museumsbau der Moderne bildet auch das Museumszentrum Dahlem. Es umfasst gleich drei Museen: das Museum für Asiatische Kunst, das Ethnologische Museum und das Museum Europäischer Kulturen.

Sammlung Berggruen, Berlin-Charlottenburg (Bild: Andreas Praefcke, Wikimedia, CC)

Sammlung Berggruen, Berlin-Charlottenburg (Bild: Andreas Praefcke, Wikimedia, CC)

Nicht alltägliche Museen

Wer es nicht ganz so ernst und bedeutend mag, für den hat Berlins Museumslandschaft auch Skurriles und Ausgefallenes zu bieten: Dazu gehört zum Beispiel das Currywurst-Museum, das sich Berlins bekanntester Spezialität zuwendet. Die Berliner Unterwelten-Museum entführt Besucher in den Untergrund der Hauptstadt mit zahlreichen Tunneln, unvollendeten U-Bahnstationen, Bunkern usw. Nicht gewöhnlich ist auch das Hanfmuseum, das sich mit dem Anbau und der Nutzung dieser Pflanze befasst.

Diese kurze Übersicht zeigt: Berlins Museen haben für jedes Interesse etwas zu bieten. Wer eine Berlin-Reise mit Museumsbesuchen gestalten will, hat die Qual der Wahl.



 

Oberstes Bild: Berliner Museumsinsel mit Bode-Museum (© Thomas Wolf, www.foto-tw.de, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.



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