Das Maderanertal – nicht ganz unbekannt und doch ein Geheimtipp

24.09.2014 |  Von  |  Allgemein, Europa, Schweiz
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Das Maderanertal – nicht ganz unbekannt und doch ein Geheimtipp
4.4 (87.74%)
31 Bewertung(en)

Lassen Sie sich von mir in diesem Artikel in eines der schönsten Seitentäler der Schweizer Alpen entführen: Kommen Sie mit ins Maderanertal!

Im östlichen Reusstal, am nördlichen Fuss des Gotthardmassives im Kanton Uri, befindet sich eines der schönsten Wander- und Ausflugsziele der Zentralschweiz, wenn nicht sogar des ganzen Landes: das Maderanertal. Noch immer gilt es als Geheimtipp, obwohl es gar nicht mal so unbekannt ist. Jedoch sieht man hier keine Reisebusse und hört vor allem Urner Dialekt: Das Maderanertal scheint in erster Linie ein Ausflugsziel der Einheimischen zu sein. Ausserdem trifft man Wanderfreunde und ein paar Feriengäste, Menschen, die die ursprüngliche Natur in der Region mit allen Sinnen geniessen möchten.



Bergsportler und Naturfreunde finden hier ein Paradies: Die vielfältige Flora und Fauna, der stiebende Chärstelenbach und die Berge ringsum verzaubern jeden, der den Weg hierher findet. Während sich die einen mit Bergstiefeln und Seil auf den Weg machen, anspruchsvolle, hochalpine Touren zu unternehmen, zieht es Familien an den verträumten Bergsee. Die Wiesen an dessen Ufer bieten genügend Platz für alle. Ja, selbst für friedlich weidende Kühe, die gerne neugierig bei den Besuchern vorbeischauen. Ihr Glockengeläut macht die Alpenromantik an diesem Ort perfekt.

Maderanertal - Blick in Richtung Talende, aufgenommen von der Brücke, über die man auf dem Graupelenweg zum See von Golzern gelangt. (Bild: Manfred Heyde, Wikimedia, CC)

Maderanertal – Blick in Richtung Talende, aufgenommen von der Brücke, über die man auf dem Graupelenweg zum See von Golzern gelangt. (Bild: Manfred Heyde, Wikimedia, CC)

Viele bestens ausgeschilderte Wanderkilometer von einfach bis anspruchsvoll führen durch die intakte Natur. Wenn ich mit Wandergruppen ins Maderanertal komme, wähle ich meistens den Weg von der Endstation des Postautos, Bristen Seilbahn, dem Chärstelenbach entlang ins Tal in Richtung Stösi Alp. Unterwegs führt er an der Legni vorbei, einem Gasthaus, wo ein Stopp für mich schon obligatorisch ist. Ein verträumtes Plätzchen mit wunderschönem Alpgarten, wo man sich auf 1020 m. ü. M. verwöhnen lassen kann. Speis und Trank sind hausgemacht, … ich habe es noch nie geschafft, einfach vorbeizulaufen.

Auf dem gesamten Talweg bekommt der Wanderer einen Eindruck von der Kraft des Baches. Gewaltige Felsbrocken transportierte er ins Tal. Bei Regen und zur Schneeschmelze wird er zum reissenden Strom und sehr gefährlich. Im Herbst 2005 wurden Teile Bristens von den Wassermassen verwüstet. Damals musste auch der Wanderweg neu angelegt und gesichert werden. Kurz vor der Stösi Alp führt eine kleine Holzbrücke über den Bach. (Wer mag, macht einen Abstecher zur Alp und kauft feinen Bergkäse oder Joghurt, beides frisch hergestellt und sehr lecker!) Von der Brücke aus kann man einen Blick auf das geschichtsträchtige Hotel Maderanertal werfen, welches ich später auf der Partnerseite denkmalpflege-schweiz.ch vorstellen möchte.





Blick von der Sunniggrätli Hütte auf den Bristen im Kanton Uri (Bild: Simon Koopmann, Wikimedia, CC)

Blick von der Sunniggrätli Hütte auf den Bristen im Kanton Uri (Bild: Simon Koopmann, Wikimedia, CC)




Abenteuerlich und schweisstreibend geht es von hier aus auf teils steilen Waldwegen hinauf nach Golzern. Atemberaubend sind die Aussichten auf die gegenüberliegenden Berge und hinunter auf die Alp. Der Weg ist nirgends gefährlich, und ausgesetzte Stellen wurden mit Drahtseilen gesichert. Auch wanderfreudige Kinder haben Spass an dieser Strecke, vorausgesetzt, sie tragen Wanderschuhe! Auch wenn ab und an Wanderer entgegenkommen, so ist man hier doch immer wieder einsam unterwegs und kann die Ruhe und die Naturgeräusche geniessen. Mitunter hört man ein Rumpeln, wenn auf der anderen Seite Steine ins Tal donnern. Und schon bald einmal tönen die Kuhglocken: Dann ist der Aufstieg geschafft und der Bergsee auf Golzern glitzert in der Sonne. Bei Windstille ist er so glatt, dass sich die umliegenden Berge so deutlich spiegeln, dass sie scheinbar kopfstehen.

Golzern im Maderanertal (Bild: BraunW, Wikimedia, CC)

Golzern im Maderanertal (Bild: BraunW, Wikimedia, CC)

Übrigens: Wer nicht wandern möchte oder kann, schwebt von Bristen aus mit der Gondel hinauf. Von der Bergstation bis zum See ist es nur ein kurzer Spaziergang. Der Weg ist kinderwagentauglich. Und wer fit ist und höher hinauf möchte, steigt hoch zur Windgällenhütte. Auch diese Tour ist familienfreundlich, aber anstrengender, vor allem bei heissem und schwülem Wetter. Eine Hüttenübernachtung ist für Kinder natürlich ein Highlight. Die Kleinen können, mit speziellem Werkzeug versorgt, an einem Felsen nach Kristallen suchen. Bergkristall ist im Maderanertal allgegenwärtig und kann sehr günstig direkt von den Strahlern erworben werden. Viele Besucher sagen, sie spüren die Energie der Kristalle und tatsächlich scheint die ganze Region ein Kraftort zu sein.

Während die Windgällenhütte auch von Bergsteigern genutzt wird, die frühmorgens auf Klettertouren gehen, warten auf Golzern zwei urgemütliche Gasthäuser auf Besucher. Abends, wenn die letzte Gondel hinunter nach Bristen geschwebt ist, kehrt oben Ruhe ein und schon bald zeigt sich ein herrlicher Sternenhimmel. Ob Ferien oder Kurzurlaub, ein Aufenthalt auf Golzern ist erholsam für Körper, Geist und Seele! Auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt, die regionale Küche ist sehr fein. Die Gastfreundschaft der Bristener wirkt nie aufgesetzt, sondern ehrlich und herzlich.





Am kleinen Golzernsee (Bild: berggeist007  / pixelio.de)

Am kleinen Golzernsee (Bild: berggeist007 / pixelio.de)

Nun habe ich so viel von meiner Lieblingswanderregion geschwärmt, dass Sie wahrscheinlich wissen möchten, wie Sie dorthin gelangen?

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man Bristen z.B. von Zürich aus in weniger als zwei Stunden. Wenn der Zug in Erstfeld eintrifft, wartet meist bereits das Postauto. In Amsteg-Silenen heisst es umsteigen ins Postauto nach Bristen Talstation. Achtung: Wer nicht schwindelfrei ist und Höhenangst hat, sollte auf der Hinfahrt auf Fahrerseite sitzen, zumindest aber nicht am Fenster. Die Fahrt ist spektakulär und wer kann, darf sich die Aus- und Tiefblicke nicht entgehen lassen!

Haben Sie Lust bekommen, das Maderanertal bald selbst zu erleben? Von Mai bis Ende Oktober ist dies möglich, im Winter können Besucher wegen der grossen Lawinengefahr leider nicht nach Golzern. Für Feedbacks und Fragen dürfen Sie gerne unten stehendes Kontaktformular nutzen!



 

Oberstes Bild: Im Maderanertal – Bergdorf Golzern mit Oberalpstock (© berggeist007  / pixelio.de)

Wo liegt dieses Reiseziel?

Über belmedia Redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

Das Maderanertal – nicht ganz unbekannt und doch ein Geheimtipp

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.