Die Zukunftschancen des Bikens für den alpinen Sommertourismus

15.09.2015 |  Von  |  Europa
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Die Zukunftschancen des Bikens für den alpinen Sommertourismus
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Wie sieht die Zukunft des Bike-Tourismus im Alpenraum aus? Darüber diskutierten Branchengrössen auf der grossen Tourismus-Fachtagung theALPS 2015 in Moena, Trentino (Italien).

Die Ergebnisse einer Studie von Prof. Harald Pechlaner (EURAC Bozen) in Kooperation mit der Trentino School of Management waren für viele überraschend.

Alpine Bikeangebote brauchen mehr Kooperation und Spezialisierung

Pechlaner unterscheidet drei Zielgruppen im Bike-Segment: Road-Biker, Mountain Biker und Trekking Biker. Wobei vor allem letztere, so der Studienleiter, in Zukunft die grösste Zielgruppe ausmachen werden.

Allein im Zielmarkt Deutschland nutzen mehr als 12 Millionen Menschen regelmässig ihr Trekking Bike, in Grossbritannien sind es mehr als 9 Millionen. Das Potenzial ist also sehr gross, doch es fehlt derzeit im Alpenraum noch an der Infrastruktur, um Trekking Biker anzusprechen.


Die Statistik bildet Umfrageergebnisse aus dem Juni 2015 zu den genutzten Fahrradsegmenten in Deutschland ab. (Quelle: © Statista)

Die Statistik bildet Umfrageergebnisse aus dem Juni 2015 zu den genutzten Fahrradsegmenten in Deutschland ab. (Quelle: © Statista)


Dasselbe gilt in vielen Regionen für Road- und Mountain-Biker. Pechlaner wies darauf hin, dass ein qualitativ hochwertiges Bike-Angebot nur in Zusammenarbeit entstehen kann. Biker seien mobil und nicht an einen Ort gebunden, daher fordert er eine Abkehr vom Einzelkämpfer-Dasein und empfiehlt den Regionen, sich zusammenzuschliessen, um mit vereinten Kräften attraktive Angebote zu
schaffen:

„Bike-Tourismus im Alpenraum kann nur durch Kooperationen der Destinationen funktionieren.“ Darüber hinaus sei die Politik gefordert, in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismus die nötigen Rahmenbedingungen, wie etwa Radwege, zu schaffen.


Die Statistik zeigt die Ergebnisse einer Umfrage zu möglichen attraktiven Angeboten im Tourismus in der Schweiz. (Quelle: © Statista)

Die Statistik zeigt die Ergebnisse einer Umfrage zu möglichen attraktiven Angeboten im Tourismus in der Schweiz. (Quelle: © Statista)


Die Studie belegt, dass Biken mehr als nur ein Sommersport ist. In den vergangenen Jahren wurde Radfahren zum Lifestyle, der für Individualismus, Nachhaltigkeit und Abenteuer steht. Die Tourismusbranche müsse stärker auf diesen Trend reagieren, so Pechlaner.


Biken ist mehr als nur ein Sommersport. (Bild: TDway / Shutterstock.com)

Biken ist mehr als nur ein Sommersport. (Bild: TDway / Shutterstock.com)


Naturerlebnis, spezielle, auf die Biker zugeschnittene Routen und spezialisierte Unterkünfte sind die Ansprüche, die alle Bike-Touristen an ihre Urlaubsregion stellen. Zugleich müsse man sich aber darüber klar werden, welche Biker man anspricht. Hier rät Pechlaner zur Spezialisierung, was voraussetzt, sich eingehend mit den jeweiligen Szenen zu beschäftigen. Denn die Szene wird aufgrund der rasanten technischen Entwicklungen – Stichwort E-Bikes – immer differenzierter. Die Bike-Industrie habe das längst verstanden und bietet sogar schon eigenständig passende Urlaubsangebote für ihre Kunden an.



Pechlaner rät den Regionen daher, die Kooperation mit der Industrie und den Bike-Medien zu verstärken, um am Puls der Zeit zu bleiben und die einzelnen Zielgruppen besser zu erreichen.

 

Artikel von:  AlpNet / the-alps.eu
Oberstes Bild: © Kochneva Tetyana / Shutterstock.com


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