Auf den Spuren der lombardischen Kulturstädte, Teil I – Mantua, ein zauberhaftes Juwel

12.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Auf den Spuren der lombardischen Kulturstädte, Teil I – Mantua, ein zauberhaftes Juwel
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Für Ferien in Italien gibt es viele reizvolle Ziele, von der Adria bis hin zu den pulsierenden Metropolen Rom, Mailand oder Venedig. Eine Stadt, die meist unterschätzt und deshalb gar nicht erst angefahren wird, ist Mantua im Norden. Doch hier bietet sich Besuchern eine wahre Schatzkiste des Mittelalters, verborgen in einer reizvollen Landschaft voller Lotusblüten und Reisfelder.

Neben der Stadt selbst ist es die herrliche Umgebung, die einen Besuch Mantuas so besonders macht. Der Mincio lädt zu abwechslungsreichen Bootstouren im Naturpark zwischen Gardasee und Po ein, die vor allem in den Abendstunden einen spektakulären Blick auf die Inselstadt Mantua zulassen. Mit diesen Eindrücken und den kulinarischen Köstlichkeiten wie Schinken, Wein und Reis bleibt der Aufenthalt in der Mittelalterstadt lange in Erinnerung – Wiederkommen nicht ausgeschlossen.

Duomo von Mantua (Bild: Zuffe, Wikimedia, CC)

Duomo von Mantua (Bild: Zuffe, Wikimedia, CC)




Mantua ist eine wahre Zauberstadt Italiens

Meist fahren die Besucher mit dem Auto an Mantua vorbei, wenn sie auf dem Weg an die Adria oder in die Toskana sind. Doch ein Stopp lohnt sich allemal, denn diese kleine Mittelalterstadt bezaubert mit der ummauerten Altstadt ebenso wie mit den kulinarischen Genüssen bester Original-Salami, Senffrüchte und Weine. Drei Seen, die bereits im Mittelalter aufgestaut wurden, machen Mantua zu einem bezaubernden Kleinod, das halb von Wasser umgeben ist.

Jeder der drei Seen hat seinen ganz individuellen Charme, wobei der Lago Superiore der schönste ist. Die Delta-artig verschlungenen Wasserwege und die mitten darinliegenden Schilfinseln zaubern eine ganz besondere Atmosphäre, die von abwechslungsreicher Flora und Fauna bereichert wird. Denn hier findet man rote und weisse Reiher, die immer wieder majestätisch aus dem See aufsteigen, während quakende Frösche am Ufer ihre Daseinsberechtigung leben. Wer zwischen Juni und September hierherkommt, hat allerdings nur Blick für das eine, das hier so besonders ist: die Lotusblüten. Zarte Farbtupfer in Rosa oder Weiss inmitten grüner Blattgürtel bedecken die Seeoberfläche und sind unverwechselbares Wahrzeichen des Naturparks, obwohl sie eigentlich vor knapp 90 Jahren als Gemüse gepflanzt wurden.





Palazzo Te von Mantua (Bild: Errem, Wikimedia, CC)

Palazzo Te von Mantua (Bild: Errem, Wikimedia, CC)

Mantua wurde zum Mittelpunkt der Region

In den vergangenen Jahren ist die Stadt zusehends aufgeblüht, was auch der UNESCO nicht verborgen geblieben ist. So wurde der Centro Storico 2008 zum Welterbe erklärt und die Attraktivität für Touristen zusätzlich gesteigert. Wer heute in Mantua verweilt, findet in zahlreichen Strassencafés auf den buckligen Flusssteinen der fürstlichen Piazza Sordello Möglichkeiten, sich bei Eis und köstlichem Cappuccino zu stärken und die Umgebung zu geniessen. Unter den historischen Arkaden entlang der Piazza delle Erbe lässt es sich herrlich romantisch flanieren, wobei ein Abstecher in die Gelateria Venchi unbedingt lohnt. Hier gibt es köstliches Gefrorenes.



Auch historisch Interessierte kommen auf ihre Kosten, denn das Schloss von Mantua, Castello di San Giorgio, ist ein Prachtbau aus dem 14. Jahrhundert. Auch die Basilika Sant‘ Andrea lohnt einen Besuch, wobei allein der Weg dorthin schon ein Erlebnis darstellt. Denn dieser führt durch das älteste Stadttor Mantuas und über die Piazza Broletto und die Edicola di Virgilio zur Kirche, die zwischen 1472 und 1750 erbaut wurde. Eigentlich sollte sie als Mausoleum für eine reiche Familie dienen, doch durch die Krypta, in der die heiligen Vasen mit der blutigen Erde des Leidensweges Christi aufbewahrt werden, gewann sie höhere Bedeutung.

Schloss von Mantua – Castello di San Giorgio (Bild: Szeder László, Wikimedia, CC)

Schloss von Mantua – Castello di San Giorgio (Bild: Szeder László, Wikimedia, CC)

Im Süden Mantuas befindet sich der Palazzo Te, der vor allem durch seine reichhaltig geschmückten Säle auffällt. Neben dem Saal der Giganten finden sich noch der Saal der Pferde und der Saal von Amor und Psyche, die allesamt von Giulio Romano zwischen 1525 und 1535 errichtet wurden.

Ein besonderes Highlight ist der regelmässig an Samstagen stattfindende Mercato Contadino, der Bauernmarkt. Dieser wird regelmässig am Eingangstor zur Altstadt abgehalten und bietet Einheimischen wie Besuchern eine reiche Auswahl an leckeren Würsten, süssem Eingemachten und Obst bzw. Gemüse aus der Region. Eine kulinarische Versuchung der besonderen Art ist der Sugolo, Mantuas Variante der Roten Grütze, die aus Lambrusco-Trauben hergestellt wird.

Piazza delle Erbe in Mantua (Bild: Davide Papalini, Wikimedia, CC)

Piazza delle Erbe in Mantua (Bild: Davide Papalini, Wikimedia, CC)

Gleich neben dem Bauernmarkt finden sich zahlreiche Osterias und Restaurants, die zu einem Besuch einladen. Wer die eher deftige mantovanische Küche versuchen möchte, tut dies am besten bei den traditionellen Bigoli-Nudeln mit Schweinebäckchen und Aceto Balsamico. Zu empfehlen ist auch der traditionelle Krümelkuchen Sbrisolana, ohne den eine Mahlzeit hier nicht denkbar wäre.

Sehenswürdigkeiten der besonderen Art

Neben den mittelalterlichen Schätzen, die sich Besucher bei einem Aufenthalt in Mantua keinesfalls entgehen lassen sollten, gibt es besonders Sehenswertes. Etwa die Reismühle Il Galeotto, die vermutlich älteste Reismühle der Region. Bereits zu Zeiten der Kaiserin Maria Theresia wurden in der fruchtbaren Landschaft die Reisfelder angelegt und mittels Kanälen geflutet.

 

Oberstes Bild: Mantua – ein zauberhaftes Juwel (© Massimo Telò, Wikimedia, CC)

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