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Das Wetter in den Bergen und seine Gefahren – wichtige Expertentipps

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Das Wetter in den Bergen und seine Gefahren – wichtige Expertentipps
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Wenn der Berg ruft, sollten sich Alpinisten gründlich auf ihre Tour vorbereiten. Es kommt nicht nur darauf an, die richtige Ausstattung in Form von Kleidung, Kompass, Handy mit Notrufnummer, Kartenmaterial und Biwaksack mitzunehmen, die Tour muss auch sorgfältig geplant werden.

Bergfreunde sollten niemals das Wetter unterschätzen, das sich schnell ändern kann. Wetterumschwünge können zu einer grossen Gefahr werden. Es ist daher wichtig, zu wissen, wie das Wetter funktioniert und wie Du Dich bei Gefahren in den Bergen verhalten solltest.

Auf der Suche nach Abenteuern – Albert Leichtfried

Der ausgebildete Glazio-Meteorologe Albert Leichtfried ist als Berg- und Skiführer tätig und ständig auf der Suche nach Abenteuern in der unberührten Natur. Der leidenschaftliche Eiskletterer ist als einer der besten Eiskletterer bekannt und hat schon mehrere schwierige Erstbegehungen in Fels und Eis unternommen. Albert Leichtfried hat einen kostenlosen Bergwetter-Guide herausgebracht, der wertvolle Erläuterungen über das Wetter bereithält. Hier beschreibt er, wie das Wetter funktioniert und welche Rückschlüsse die Wolken auf das Wetter zulassen.

Die Funktionsweise des Wetters

Der Polarfrontjetstream liefert wichtige Antworten über die Entstehung und die Veränderung des Wetters. Als Steuerzentrum des Wetters entsteht der Jetstream durch den Temperaturunterschied zwischen tropischen und polaren Regionen. Es handelt sich dabei um ein Westwindband in grosser Höhe. Verlagert sich dieser Jetstream entgegen dem Uhrzeigersinn um die Nordhalbkugel, ist das entscheidend für die Entwicklung des Wetters.

Albert Leichtfried erklärt in seinem E-Book anhand von Grafiken die Funktionsweise des Jetstreams sowie die Merkmale von Hoch und Tief. Wichtig für das Verständnis des Wetters und die damit verbundenen Gefahren sind auch solche Wetterphänomene wie Gebirgswinde, Südföhn sowie Kalt- und Warmfront. Warmfronten können in den Wintermonaten schlechte Kletterbedingungen durch ungewollte Tauperioden bringen. Im Sommer können Notfallsituationen durch plötzliche Kaltfronten eintreten.


Kletterer müssen Wettergefahren beachten. (Bild: Oliver Foerstner - shutterstock.com)

Kletterer müssen Wettergefahren beachten. (Bild: Oliver Foerstner – shutterstock.com)


Bei Wettergefahren in den Bergen richtig verhalten

In den Bergen solltest Du niemals die Kräfte der Natur unterschätzen. Zu den grössten Gefahren für Outdoor-Fans gehören starke Sturmböen, wolkenbruchartige Regenschauer und nebelverhangene Bergsteige. Die Wahrscheinlichkeit für ein Gewitter ist besonders im Gebirge sehr hoch.

Die bedeutendste Gefahr für Kletterer im Hochtouren- und Alpinkletterbereich stellen Wärmegewitter dar. Befindest Du Dich bei einem Gewitter im Gelände, solltest Du den Ernst der Lage erkennen. In jedem Fall solltest Du Metallteile Deiner Ausrüstung entfernen und exponierte Stellen verlassen.

Die richtige Position kann sich als lebensrettend erweisen: Stelle Deine Füsse zusammen, gehe in die Hocke und halte die Arme am Körper. Deinen Rucksack kannst Du als Unterlage nutzen, vorausgesetzt, er ist trocken.

Die Kontaktfläche zum Boden sollte so klein wie möglich sein. In seinem E-Book hält Albert Leichtfried wichtige Regeln für Notfälle bereit und informiert über alle Gefahren des Wetters. Er erläutert das Zusammenspiel von Wind und Kälte. Das Empfinden von Kälte ist subjektiv, doch wird eine Temperatur bei Wind als viel kälter wahrgenommen.

Diese als kälter empfundene Temperatur wird als Windchill-Temperatur bezeichnet. Bei Deiner Bergtour solltest Du daher nicht auf die entsprechende Kleidung und einen Windschutz verzichten. Das Zwiebelprinzip zeichnet sich durch mehrere Kleidungsschichten aus. Die Luft zwischen den Schichten wirkt wärmend und schützt Dich bei Wind- und Kälteeinbrüchen vor Unterkühlungen. Das E-Book informiert Dich über weitere Massnahmen und darüber, wie Du Dich bei Schnee, Nebel und Sturm verhalten solltest.


Wettergefahren in den Bergen rechtzeitig erkennen (Bild: Jakub Korczyk - shutterstock.com)

Wettergefahren in den Bergen rechtzeitig erkennen (Bild: Jakub Korczyk – shutterstock.com)


Was Du über Wetterprognosen wissen solltest

Wettervorhersagen findest Du als Computer-, Text- und Telefonprognosen. Die Computerprognosen im Internet werden zumeist nach dem gleichen Prinzip erstellt. Datenoutput eines Wettermodells wird in ein Computerprogramm eingegeben. Die Resultate werden für einen bestimmten Zeitraum angezeigt. Die Wetterprognose mit der App kann Dich aber so manches Mal im Stich lassen.

Der Grund dafür sind die vielen Ungenauigkeiten bei den Computerprognosen, da die Erhebung der Daten oft nur lückenhaft erfolgt. Bereits am Erscheinungstag der Prognose können Abweichungen von der realen Wetterlage auftreten.
Prognosen für mehr als sechs Tage sind generell unzuverlässig.

Der Extremkletterer und Meteorologe Albert Leichtfried rät dazu, Computerprognosen nur für den jeweils nächsten Tag zu verwenden. Zuverlässiger sind Textprognosen, da die Meteorologen sie auf Basis verschiedener Wettermodelle erstellen. Mit ihnen können Schwächen von Computerprognosen ausgeglichen werden. Am zuverlässigsten ist die telefonische Beratung durch einen Meteorologen. Der Meteorologe kann genau auf das von Dir anvisierte Gebiet eingehen.



Bergwetter anhand von Wolken selbst bestimmen

Wolken als Boten des Himmels können Dir helfen, auch selbst Wetterveränderungen zu erkennen. Sie entstehen aus in der Luft angesammeltem kondensiertem Wasserdampf, wenn es zu Luftveränderungen wie Erwärmung, Abkühlung, Strahlung, Wind oder Hebung kommt. Wolken können anhand ihrer Form und der Höhe in verschiedene Gruppen eingeteilt werden, die Rückschlüsse auf die Entwicklung des Wetters erlauben.

Schäfchenwolken

Steigt am Boden erwärmte Luft auf, entstehen Schäfchenwolken, auch Cumulus genannt. Sind sie zu sehen, bleibt der Tag sonnig. Mit Wetterumschwüngen ist nicht zu rechnen.

Schichtwolken

Die Schichtwolken oder Stratus deuten auf Wetterumschwünge hin. Sie bilden sich langsam und führen zu immer stärkeren Eintrübungen des Himmels. Schichtwolken können die Sichtbedingungen mehr und mehr verschlechtern. Aufgrund der herannahenden Feuchtigkeit kann sich um die Sonne ein Halo bilden.

Gewitterwolken

Schichtwolken über mehrere Etagen werden als Nimbostratus bezeichnet. Gewitterwolken stellen eine besondere Form der mehrstöckigen Wolken dar und werden als Cumulonimbus bezeichnet. Wachsen Cumulus-Wolken schnell in die Höhe, entstehen diese Wolken, die ein Gewitter in absehbarer Zeit ankündigen.

Föhnwolken

Föhnwolken erscheinen als UFO-artige Streifen und kündigen starken Wind an den Bergkämmen an. An den Staulagen ist mit Niederschlägen zu rechnen, während auf der Seite des Berges, die vom Wind abgewandt ist, das Wetter sonnig wird.

Cirren

Cirren treten in einer Höhe von sieben bis zwölf Kilometern auf und erscheinen als feine, isolierte Bänder, die wie Haarbüschel aussehen. Bei der Tourenplanung sind Cirren nicht zu unterschätzen, da sie auf einen Wetterumschwung schliessen lassen. Sie können das Herannahen einer Kaltfront, aber auch einer Warmfront ankündigen.

Die Cirren treten je nach Zuggeschwindigkeit der Front früher oder später auf. Bei einer Kaltfront mit einer hohen Zuggeschwindigkeit bilden sich die Cirren ziemlich kurzfristig. Bei einer Warmfront sind die Cirren oft schon einen Tag vorher zu beobachten. Nicht immer kommt es bei Cirren tatsächlich zu einem Wetterumschwung. Bei beständigem Schönwetter verschwinden Cirren zumeist genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind.

Cirren lassen keine hundertprozentige Prognose zu. Unter Bergsteigern gilt die alte Weisheit: „Bei Frauen und Cirren kann man sich irren!“

 

Titelbild: Mikadun – shutterstock.com

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