Fethiye – Sprungbrett zu den türkischen Inselwelten

06.02.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Fethiye – Sprungbrett zu den türkischen Inselwelten
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Gelegen an einem der schönsten Naturhäfen der südwestlichen Türkei, ist Fethiye insbesondere bei englischen Touristen schon lange kein Geheimtipp mehr. Umso mehr verwundert es, dass viele Reisende aus anderen Ländern die lebendige Hafenstadt mit jahrtausendealter Geschichte bis heute nicht für sich entdeckt haben.

Fethiye erwartet seine Gäste mit traumhaften Sandstränden, einem lebendigen Nachtleben und den faszinierenden, waldgesäumten Inselwelten, die die Südwestküste der Türkei kennzeichnen. Trotzdem hat sich die Stadt bis heute eine Beschaulichkeit bewahrt, die angesichts der Grösse Fethiyes überrascht.

Fethiye zwischen Tourismus und Kleinstadtidylle

Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. existierte an der Stelle des heutigen Fethiye die lykische Stadt Telmessos, die im gesamten östlichen Mittelmeerraum für seine Weissager berühmt war. Die Überbleibsel der alten Siedlung prägten lange Zeit das Stadtbild von Fethiye; im Jahr 1958 wurden jedoch fast alle antiken und alttürkischen Bauten bei einem verheerenden Erdbeben zerstört. Einen Eindruck vom einstigen Stadtbild Fethiyes bietet heute die historische Altstadt oberhalb der Eski-Cami-Moschee, deren gewundene Gässchen, steile Treppen und historische Wohnhäuser zu einem grossen Teil originalgetreu erhalten sind.





Antike Felsengräber in Fethiye (Bild: Simm / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

Antike Felsengräber in Fethiye (Bild: Simm / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

50 Jahre nach dem grossen Erdbeben hat sich Fethiye längst wieder zu einer geschäftigen Hafenmetropole entwickelt, die von Reisenden vor allem aufgrund der niedrigen Lebenskosten, der Gastfreundschaft ihrer Bewohner und der traumhaften Lage geschätzt wird. Fethiye bietet ein ähnlich vielseitiges Freizeitangebot wie andere Reiseziele der Region, ohne dabei jedoch den Charakter einer gemütlichen Marktstadt verloren zu haben. Nicht zuletzt die Nähe zu den Traumstränden von Ölüdeniz und die langen, heissen Sommer mit Temperaturen von 40°C und mehr haben Fethiye zu einem bevorzugten Reiseziel für sonnenhungrige Gäste gemacht.



Auf den Spuren des antiken Thelmessos

Das heutige Fethiye wurde auf den Ruinen des alten Telmessos errichtet, und wenngleich viele der historischen Bauwerke bei Erdbeben zerstört wurden, können die Besucher der Hafenstadt noch heute auf den Spuren der alten Lykier wandeln – und das selbst an den ungewöhnlichsten Orten. So ist Fethiye wohl die einzige Stadt weltweit, in der Sarkophage mitten auf der Strasse stehen. Die römisch-lykischen und lykischen Särge wurden längst wie selbstverständlich in das Stadtbild eingebunden – sei es als ungewöhnliche Hühnerställe, als Teil von Häusermauern oder einfach mitten auf der Fahrbahn stehend.





Lykischer Sarkophag in Fethiye (Bild: Elelicht / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

Lykischer Sarkophag in Fethiye (Bild: Elelicht / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

An einer Felswand direkt über der Stadt können ausserdem lykische Felsengräber besucht werden, die auch das Tempelgrab des Amyntas umfassen. Eine der grössten Attraktionen in Fethiye selbst, ein hellenistisches Theater aus der Zeit Alexanders des Grossen, wurde im 19. Jahrhundert bei einem schweren Erdbeben weitgehend zerstört. Die Ruinen des Theaters können jedoch noch heute direkt an der Hafenfront besucht werden. Einen Eindruck vom Reichtum des antiken Telmessos bietet ausserdem das städtische Museum von Fethiye, das die viele Jahrtausende zurückreichende Besiedelung in der Region von Fethiye nachzeichnet.



Vom Gület in die Luft

Die Gegend um Fethiye ist berühmt für ihre Gülets – urige Ausflugsboote aus Holz, die Touristen auf Tagesausflügen zu den schönsten Naturbuchten und Badeinseln der Region bringen. Dazu gehört in der Regel auch ein Mittagessen und natürlich ausgiebige Gelegenheit, das glasklare Wasser der vorgelagerten Inseln und Buchten beim Baden zu geniessen. Die traditionellen türkischen Gület-Segelboote werden im Südwesten der Türkei bereits seit der Antike verwendet, wenngleich die Segel heute im Normalfall nur noch zur Zierde dienen und die Ausflugsgäste zumeist unter Motor an die schönsten Badestellen gebracht werden.

Ausflug mit dem Gület (Bild: Thomas Kutzli / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

Ausflug mit dem Gület (Bild: Thomas Kutzli / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

Wer lieber hoch hinaus möchte, sollte unbedingt dem 2308 m hohen Babadağ einen Besuch abstatten, denn der Hausberg von Fethiye zählt zu den beliebtesten Destinationen für Paragliding in ganz Europa. Auch unerfahrene Besucher dürfen hier unter fachmännischer Aufsicht einen Tandem-Flug wagen oder bei einem Trainingskurs die Grundzüge des Paragliding kennenlernen. Vor Ort bieten unzählige Schulen und Tour-Anbieter Ausflüge zum Babadağ mit Training oder Tandemsprung an.

Die türkische Küste von Fethiye aus entdecken

Rund um Fethiye erwarten Reisende einige der schönsten Küstenlandschaften der Türkei. Vor allem die vorgelagerten Inseln, natürlichen Lagunen und Buchten sorgen dafür, dass Taucher, Segler und Badegäste vom ersten Moment an ins Schwärmen geraten. Nicht ohne Grund zählt die Region um Fethiye seit Jahren zu den beliebtesten Zielen für Segler und Yachten in der Region. Besonders sehenswert ist die vorgelagerte Insel Şövalye Adası, die es sogar in den James-Bond-Film Skyfall geschafft hat.

Blaue Lagune bei Ölüdeniz (Bild: Dan Taylor / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

Blaue Lagune bei Ölüdeniz (Bild: Dan Taylor / pt.wikipedia / Lizenz: CC)




Die grösste Attraktion in der Umgebung von Fethiye ist aber das 10 km südlich gelegene Ölüdeniz, dessen traumhafter Sandstrand vor den türkisblauen Weiten des Meeres als meistfotografierter Strand des Mittelmeers gilt. Die Blaue Lagune, wie die Bucht von Ölüdeniz weithin bezeichnet wird, scheint mit ihrem kristallklaren, türkis und blau leuchtenden Wasser auch tatsächlich einer Postkarte entsprungen zu sein. Dementsprechend überlaufen ist der vorgelagerte Strand von Ölüdeniz allerdings auch, vor allem während der Saison von April bis Dezember.

Etwas abseits wartet noch eine ganz andere Attraktion darauf, entdeckt zu werden: Auf einem Hügel liegt westlich von Ölüdeniz die Geisterstadt Kayaköy, deren mehrheitlich griechischstämmige Bevölkerung ab 1922 im Rahmen des Vertrags von Lausanne umgesiedelt wurde. Die Ruinen von rund 3500 Wohnhäusern und zwei griechisch-orthodoxen Kirchen erinnern heute an die einstigen Bewohner.

 

Oberstes Bild: Bucht von Fethiye (Bild: Astolath / pt.wikipedia / Lizenz: CC)

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Über Andrea Rathjen

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1 Kommentar


  1. Ein interessanter Bericht mit tollen Tipps, vor allem wenn man vorhat in diesem Jahr noch dorthin zu fahren. Geschichteunterricht ich komme! LG Johannes

Trackbacks

  1. Side – die Perle an der Türkischen Riviera › reiseziele.ch

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