Islands Golden Circle erleben, Teil 3: Über Pingvellir zurück nach Reykjavik

24.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Islands Golden Circle erleben, Teil 3: Über Pingvellir zurück nach Reykjavik
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Island, das Land der Naturphänomene; am besten lässt sich diese raue Region in allen Facetten entlang des Golden Circle entdecken – hier präsentiert Island auf einer Strecke von insgesamt 250km in kompakter Form die besten Naturspektakel.

Während auf der Hinreise vor allem eine raue Natur wie in Grönland, weite Einöde und Vulkanaktivitäten und Bio-Höfe zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören, stellen am Wendepunkt der Strecke vor allem der Wasserfall Golden Fall und der Strokkur-Geysir Höhepunkte dar. Die Rückreise führt die Besucher Islands zurück in die Hauptstadt Reykjavik – über Pingvellir und seinen beeindruckenden Nationalpark.



Dies ist ein dreiteiliger Bericht über Islands Golden Circle. Hier das Inhaltsverzeichnis:

Teil 1: Viel Natur auf dem Weg nach Südisland

Teil 2: Wasserfälle und Geysire

Teil 3: Über Pingvellir zurück nach Reykjavik

Dampfsauna – Mini-Auszeit vor der Rückreise



Nachdem der Wendepunkt des Golden Circle passiert worden ist, führt die Rückreise auf der Strecke zurück zu Islands Hauptstadt – und in Richtung Westen zunächst in das 150-Einwohner-Dorf Laugarvatn. Hier sollten sich Besucher ein erholsames Dampfbad gönnen, die am Seeufer direkt über den heissen Quellen steht; der Dampf strömt hier direkt aus der Erde. Jetzt heisst es, neue Kräfte zu tanken, um für die Sehenswürdigkeiten auf der Rückfahrt gerüstet zu sein.

Laugarvatn – Dampfbad und Gewächshäuser (Bild: Salvör Gissurardóttir, Wikimedia, GNU)

Laugarvatn – Dampfbad und Gewächshäuser (Bild: Salvör Gissurardóttir, Wikimedia, GNU)




Pingvellir – natürliches Tal zwischen den Kontinenten

Die Strasse 365 führt von Laugarvatn in Richtung Reykjavik direkt nach Pingvellir. Dieses Gebiet wird auch als das „Tal zwischen den Kontinenten“ bezeichnet; aufgrund der Kontinentaldrift zwischen der eurasischen und der amerikanischen Kontinentalplatte entfernen sich beide Bereiche pro Jahr etwa 8mm voneinander. Als Folge ist hier eine Senke zu sehen, die ihrerseits jedes Jahr einen halben Zentimeter tiefer geht. Hier liegt der Boden bereits heute gut 40m unter dem Landschaftsniveau in der Umgebung.

Die Senke dieser Kontinentaldrift gehört zu den aussergewöhnlichsten Besucherzielen Islands; das Gelände ist von dicht bewachsener Lava bedeckt, und durch die geschützte Lage gedeihen hier neben unterschiedlichen Moosarten auch diverses Birken- und Weidengestrüpp. Der Höhepunkt der Vegetation bildet jedoch die Palette verschiedener Beeren und Wildblumen in allen Farben. Frisch und unbehandelt, sind hier vor allem die Beeren sehr gesund. Sehenswert ist der Nationalpark deshalb vor allem während der Sommermonate; hier kleidet sich das Gebiet in den Farben des klassischen Indian Summer.

Obwohl im Park selbst ausser dem Pfarrer und Verwalter niemand wohnt, wird es in diesem Gebiet nie einsam; Rund um den See Pingvallavatn stehen zahlreiche Ferienhäuser zur Verfügung, die Besucher aus aller Welt nutzen.

Pingvellir – natürliches Tal zwischen den Kontinenten (Bild: El Coleccionista de Instantes, Wikimedia, CC)

Pingvellir – natürliches Tal zwischen den Kontinenten (Bild: El Coleccionista de Instantes, Wikimedia, CC)

Infocenter des Nationalparkes und Aussichtspunkt Hakid

Neben der Kreuzung der Strassen 362, 32 und 52 präsentiert sich ein sehenswertes Infocenter des Nationalparks; hier finden sich nicht nur ein Informationsbüro, das die Besucher mit Wissenswertem rund um die Gegend versorgt, sondern auch die Rezeption für Camper – falls man die Natur etwas länger geniessen und im Nationalpark übernachten möchte. Outdoor-Campen gehört zu den intensivsten Erlebnissen Islands! Abends draussen ein leckeres Mahl zu geniessen und dabei die Landschaft zu bewundern, gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen dieser Reise.

Darüber hinaus ist im Infocenter des Nationalparks auch eine Cafeteria zu finden; hier kann man sich nach der Wanderung durch die Natur stärken. Gleich nebenan befindet sich auch der Aussichtspunkt Hakid; hier können sich Besucher des Parks erst einmal einen Überblick verschaffen: Man steht am Rand der Abbruchspalte Allmännerschlucht, zu Füssen liegen die historischen Stätten von Pingvellir, während rechts der See Pingvallavatn und nach vorne die dicht bewachsene Senke zu finden ist.

Für Wissbegierige steht auf dem Plateau der Allmännerschlucht zusätzlich ein Edutainment-Center zur Verfügung, das mit Hilfe interaktiver Multimediatechnik den Besuchern sowohl die Geschichte, als auch die Geologie und die Natur des Nationalparks näher bringt.

Sommer im Nationalpark Pingvellir, Island (Bild: Ville Miettinen, Wikimedia, CC)

Sommer im Nationalpark Pingvellir, Island (Bild: Ville Miettinen, Wikimedia, CC)

Besichtigung des Pingvallavatn

Ein Besuch des Nationalparks in Pingvellir sollte unbedingt auch die Besichtigung des Sees Pingvallavatn mit einschliessen. Es handelt sich mit einem Durchmesser von 84 Quadratmetern um den grössten natürlichen See in Island, mit einer Tiefe von bis zu 114m. Wie die Ebene von Pingvellir entstand der See durch das Absinken des Geländes über der Driftzone.



Besonders ist hier vor allem der die Artenvielfalt der Fische, die den See bevölkern; hier leben – weltweit einzigartig – vier Saibling-Varianten zusammen. Die Murta gibt es sogar nur in Island. Die als delikat geltenden Fische werden zudem gerne geangelt; wegen des sauberen, klaren Wassers ist hier der Fisch sehr gesund.
Von Pingvellir aus geht es dann über die Strasse 36 zurück zur Hauptstadt Reykjavik. Eine schöne Reise geht zu Ende!

Pingvallavatn – der grösste natürliche See in Island. (Bild: Axel Kristinsson, Wikimedia, CC)

Pingvallavatn – der grösste natürliche See in Island. (Bild: Axel Kristinsson, Wikimedia, CC)

Fazit: Der Golden Circle bietet vor allem Besuchern, denen für die Erkundung Islands nur wenige Tage zur Verfügung stehen, eine gute Möglichkeit, viele Sehenswürdigkeiten und Naturphänomene in komprimierter Form zu entdecken. Besucher kehren randvoll mit Erinnerungen nach Hause zurück – und freuen sich bereits auf den nächsten Island-Urlaub!



 

Oberstes Bild: Im Nationalpark Pingvellir, Island (© Axel Kristinsson, Wikimedia, CC)

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Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen „Ernährungsberatung“ und „Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde“ erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).



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