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Quedlinburg – Weltkulturerbe am Harz

06.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Quedlinburg – Weltkulturerbe am Harz
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Die Stadt Quedlinburg nördlich des Harz-Gebirges in Deutschland ist ein Kleinod der Fachwerk-Architektur. Über zwölfhundert Fachwerkbauten aus mehreren Jahrhunderten prägen das historische Zentrum. Hinzu kommen wertvolle Kirchen und andere Bauten, die der Stadt ein einzigartig erhaltenes mittelalterliches Bild geben. Dies war auch der Grund, warum das architektonische Erbe Quedlinburgs 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Osterpfalz ottonischer Herrscher

Die Stadt liegt im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt am Flüsschen Bode. Mit rund 25.000 Einwohnern ist Quedlinburg heute eher eine Kleinstadt, und man würde kaum vermuten, dass hier einmal so etwas wie das politische Zentrum unseres Nachbarlandes war. Dies ist allerdings lange her. Im 10. Jahrhundert wurde Quedlinburg zu der Königspfalz bestimmt, in der die ottonischen Herrscher häufig das Osterfest verbrachten. Diese Funktion behielt der Ort bis ins 12. Jahrhundert auch unter den Nachfolgern der Ottonen. Hier wurde Reichsgeschichte geschrieben. Die dramatischen Ereignisse um die Thronfolge des Kind-Kaisers Otto III. sind wesentlich in Quedlinburg verortet.

Auch nach dieser Ära konnte sich die Stadt dank ihres wirtschaftlichen Erfolges gut entwickeln. In dieser Zeit entstanden die meisten, heute noch zu sehenden Fachwerkbauten. Die Blütezeit hielt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts an.

Quedlinburger Schloss mit Stiftskirche (Bild: APreussler, Wikimedia, GNU)

Quedlinburger Schloss mit Stiftskirche (Bild: APreussler, Wikimedia, GNU)

Quedlinburger Dom und Domschatz

Das weithin sichtbare Zeichen der Ottonen-Zeit ist die Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg – auch als Quedlinburger Dom bezeichnet. Der doppeltürmige Bau stammt in seiner heutigen Form aus dem 11. Jahrhundert und zeigt eine typische romanische Gestaltung mit Rundbögen und Säulen im Inneren. Die Kirche diente als Grablege für König Heinrich I. Zur Erinnerung an den König wurde hier ein Damenstift errichtet, dessen erste Äbtissin Mathilde grossen politischen Einfluss besass und zeitweise die deutsche Regentschaft ausübte.

Unbedingt sehenswert ist der berühmte Quedlinburger Domschatz, der wertvolle Evangeliare und andere Stücke enthält. Er kehrte nach einer Odyssee nach dem Zweiten Weltkrieg erst in den 1990er-Jahren wieder nach Quedlinburg zurück. Gegenüber der Stiftskirche liegt das Schloss. Dabei handelt es sich um einen Renaissancebau, der dem Damenstift für Wohn-, Repräsentations- und Wirtschaftszwecke diente. Vom Schlossberg bietet sich ein wundervoller Blick auf die roten Dächer Quedlinburgs.





Seite der Quedlinburger Itala (Bild: Wikimedia)

Seite der Quedlinburger Itala (Bild: Wikimedia)

Fachwerk aus sechs Jahrhunderten

Im Bereich der Altstadt gibt es noch weitere architektonisch wertvolle Kirchenbauten, zum Beispiel die ebenfalls romanische St.-Wiperti-Kirche oder die gotischen Kirchen St. Nikolai und St. Aegidii. Die Hauptattraktion des historischen Zentrums bilden aber zweifelsohne die Fachwerkhäuser. Die meisten von ihnen sind im 17. und 18. Jahrhundert entstanden. Es empfiehlt sich, einfach durch die alten Gassen zu schlendern und die Fachwerk-Architektur auf sich wirken zu lassen. Viele Bauten sind reich verziert, andere präsentieren sich eher in strengen geometrischen Formen und schlicht. Man kann sicher nicht allen Details folgen, sondern muss das Gesamtensemble der Altstadt betrachten. Insgesamt sechs Jahrhunderte Fachwerkbau sind hier bis heute gegenwärtig.





Quedlinburger Marktplatz mit Rathaus (Bild: Jungpionier, Wikimedia, CC)

Quedlinburger Marktplatz mit Rathaus (Bild: Jungpionier, Wikimedia, CC)

Wehrtürme und alte Mauern



Obwohl das Fachwerk dominiert, gibt es auch ein paar sehenswerte Steinbauten. Dazu gehört zum Beispiel das Rathaus am Marktplatz. Es ist eines der ältesten Rathäuser in diesem Teil Deutschlands und entstand als gotischer Bau im 13. Jahrhundert. Ein anderer schöner Bau ist das sogenannte Stadtschloss, ein Werk im Stil der Renaissance. Es wird heute als Hotel genutzt. Es sind auch noch etliche Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren typischen Wehrtürmen erhalten.

Ein Besuch in Quedlinburg ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Ein Abstecher in die alte Stadt – zum Beispiel bei einer Reise in den Harz oder einem Aufenthalt in Magdeburg, der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt – ist ein besonderes Erlebnis.

 

Oberstes Bild: Quedlinburg gehört wegen seiner Fachwerk-Architektur zum UNESCO-Weltkulturerbe. (© Z thomas, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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