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Reise von Peking nach Shanghai, Teil 1: Die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer

20.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Asien
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Reise von Peking nach Shanghai, Teil 1: Die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer
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Die Route zwischen Peking und Shanghai erlaubt nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen, denn die hier anzutreffenden Landschaften und Traditionen haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Kaiserliche Paläste, hängende Tempel in den Bergen und dunstige Reisfelder erscheinen vor den Augen der Reisenden wie lebendig gewordene Gemälde.

Die Natur und chinesische Kultur und Geschichte prägen die Strecke zwischen Peking und Shanghai; eine Strecke, von der die ersten China-Reisenden zutiefst beeindruckt waren, und die bis heute das abendländische Herz ins Schwärmen geraten lässt.

Die verbotene Stadt der chinesischen Kaiser



Eine ausgezeichnete Illustration der chinesischen Geschichte ist die Verbotene Stadt im Zentrum Pekings, UNESCO-Weltkulturerbe seit 1987. Hier haben chinesische Kaiser aus den Dynastien Ming und Qing für mehr als 500 Jahre gelebt und regiert, bis der letzte Kaiser während der chinesischen Revolution von 1911 gestürzt wurde.

Dies ist ein Bericht über die Reise von Peking nach Shanghai in mehreren Teilen:



Teil 1: Die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer



Teil 2: Peking – Stadt der Kontraste

Teil 3: Die kaiserliche Sommerresidenz in Chengde

Teil 4: Terrakotta-Armee von Xiʼan

Teil 5: Der Berg der Dichter Huang Shan – die Entdeckung der chinesischen Romantik

Teil 6: Guilin – Liebling der Maler und Dichter

Teil 7: Shanghai – eine Stadt mit vielen Gesichtern

Teil 8: Hangzhou – das Paradies auf Erden

Die Verbotene Stadt gesehen vom Jingshan-Hügel aus (Bild: Asadal, Wikimedia, CC)

Die Verbotene Stadt gesehen vom Jingshan-Hügel aus (Bild: Asadal, Wikimedia, CC)

Der beeindruckende Gebäudekomplex besteht aus 890 Palästen, Pavillons ohne Zahl, eleganten Gartenanlagen, gemütlichen Innenhöfen und einem Kanal, der die Verbotene Stadt von Westen nach Osten durchquert. Das kaiserliche Domizil ist von einer 10 Meter hohen Mauer umgeben, die in der Vergangenheit dem einfachen Volk den Zutritt verwehrte, wodurch sich auch der Name „Verbotene Stadt“ erklärt.

Nichts wurde bei der Konstruktion der Kaiserlichen Residenz, die als Meisterwerk der chinesischen Architektur gilt, dem Zufall überlassen. Der Grundriss ist fast vollkommen rechteckig, die Ausrichtung verläuft von Norden nach Süden, damit die Yin und Yang-Energien die Stadt in einem Gleichgewicht ausfüllen. In jeder Mauerecke befindet sich ein Wachturm, und die vier Eingänge entsprechen den vier Himmelsrichtungen. Die Hauptpaläste als Machtsymbol des Kaisers stehen direkt in der Mitte. Kein Gebäude des alten Peking durfte höher als die kaiserlichen Gemächer der Verbotenen Stadt sein.

Wachturm in einer der Mauerecken der Verbotenen Stadt (Bild: Shizhao, Wikimedia, CC)

Wachturm in einer der Mauerecken der Verbotenen Stadt (Bild: Shizhao, Wikimedia, CC)

Wenn man allen Palästen, Pavillons und Nebengebäuden der Verbotenen Stadt einen Besuch abstatten würde, dann hätte man insgesamt genau 9´999,5 Räume betreten. Es handelt sich tatsächlich um den berühmten halben Raum, der eine starke symbolische Bedeutung hat: Nur im Himmel durften der Überlieferung nach die chinesischen Kaiser, die als „Söhne des Himmels“ galten, einen Palast mit 10´000 Räumen bewohnen. Während ihres irdischen Daseins mussten sie bescheiden mit 9´999,5 Räumen auskommen können.





Halle der mittleren Harmonie (im Vordergrund) und Halle der Wahrung der Harmonie (im Hintergrund) (Bild: Wolfgangbeyer, Wikimedia, CC)

Halle der mittleren Harmonie (im Vordergrund) und Halle der Wahrung der Harmonie (im Hintergrund) (Bild: Wolfgangbeyer, Wikimedia, CC)

Der gesamte Gebäudekomplex ist ein kolossales Glanzstück der chinesischen Ingenieur- und Baukunst und der konfuzianischen Ikonologie, wo jedes noch so kleine Element bis auf das letzte Detail durchdacht ist. Wenn man durch eines der Tore (von denen das „Mittagstor“, auch „Fünf-Phönix-Tor“ genannt, der Haupteingang ist) die Anlage betritt, und ihre klar gezeichneten Linien, die die Energien ins Gleichgewicht bringen sollen, auf sich wirken lässt, ist es sehr leicht, sich die alten Zeiten vorzustellen, als hier die prachtvollen kaiserlichen Empfänge stattfanden.





Pavillon im kaiserlichen Garten der Verbotenen Stadt (Bild: Gisling, Wikimedia, CC)

Pavillon im kaiserlichen Garten der Verbotenen Stadt (Bild: Gisling, Wikimedia, CC)

Alle, die aufmerksam den Oskar-gekrönten Film „Der letzte Kaiser“ aus dem Jahre 1987 des Regisseurs Bernardo Bertolucci gesehen haben, werden viele bekannte Details entdecken, denn die Geschichte des Kaisers Puyi wurde in der Verbotenen Stadt gedreht.  Also stimmt der Drehort des Films mit dem Originalschauplatz überein.

Die Chinesische Mauer

Nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt erstreckt sich bis zum Horizont die grösste Festungsanlage der Welt – die Chinesische Mauer. Die Mauer ist von Peking aus sehr leicht zu erreichen. Man muss nur ein Auto (mit Fahrer!) mieten oder sich ein Ticket für die Buslinien besorgen, die zu den berühmtesten Abschnitten der Mauer führen – Badaling, Mutianyu und Simatai, obwohl es noch viele andere besuchenswerte Abschnitte gibt, wie zum Beispiel der von Huangyaguan, etwa 100 Kilometer von Peking entfernt, wo die Besucher durch unglaubliche Aussichten für die lange Reise belohnt werden.

Die Chinesische Mauer bei Mutianyu (Bild: Ofol, Wikimedia, CC)

Die Chinesische Mauer bei Mutianyu (Bild: Ofol, Wikimedia, CC)

Das uns als Chinesische Mauer bekannte Bauwerk heisst auf Chinesisch „10´000 Li lange Mauer“. Li bedeutet dabei eine Distanz von 575,5 Metern und ist also eine Masseinheit für Länge. Und hier kommen wieder die 10´000 ins Spiel. Die Nummer 10´000 wird im Chinesischen nicht als eine konkrete Zahlenangabe verstanden, sondern steht für den Begriff „unendliche oder unzählbare Menge“. Also bedeutet der Name so etwas wie „unendlich lange Mauer“.

Die Beschreibung ist vielleicht technisch nicht exakt, und doch entspricht sie genau dem Eindruck, von dem man bei der Besichtigung wortwörtlich überwältigt wird. Der Abschnitt in der Nähe von Peking ist etwa 600 Kilometer lang, also erscheint das majestätische Bauwerk tatsächlich unendlich.

Die Chinesische Mauer bei Badaling (Bild: Samxli, Wikimedia, CC)

Die Chinesische Mauer bei Badaling (Bild: Samxli, Wikimedia, CC)

Insgesamt ist die Chinesische Mauer nach Angaben der letzten Vermessung 8´851,8 Kilometer lang. Einige Abschnitte sind natürliche Barrieren wie Flüsse oder Berge. Leider ist die Mauer an vielen Stellen stark zerstört; ein relativ kleiner Teil ist bis heute gut erhalten geblieben. Doch werden heutzutage viele Abschnitte dank grosszügigen staatlichen Zuschüssen aktiv restauriert, um den Besuchern im neuen Glanz präsentiert werden zu können.

 

Oberstes Bild: Qutang Gorge am Fluss Yangtze (Bild: Tan Wei Liang Byorn, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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