Semuc Champey in Guatemala ist dort, wo das Wasser verschwindet

07.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Südamerika
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Semuc Champey in Guatemala ist dort, wo das Wasser verschwindet
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Haben Sie sich auch schon gefragt, an welch mystischen Orten Fantasy-Filme wie „Der Hobbit“, „Games of Thrones“ und viele andere gedreht werden? Meist handelt es sich um Gegenden, die kaum bekannt sind, sich aber nach einem Kinohit in einen begehrten Anziehungspunkt für Touristen verwandeln. Oftmals verliert dieser Ort dann von seinem faszinierenden, ursprünglichen und meist auch unwiederbringlichen Charme.

Zum Glück wurde das Naturwunder Semuc Champey in Guatemala noch nicht als grandiose Kulisse für einen Hollywood-Schinken entdeckt – und hoffentlich bleibt das auch so. Der pittoreske Wasserlauf strahlt immer noch ein nahezu unschuldiges Flair aus. Semuc Champey in Guatemala, im tiefen Dschungel von Lanquín, ist ein echter Geheimtipp, den nur wenige Traveller bislang gesehen haben.

Das mag auch daran liegen, dass Guatemala nicht unbedingt zu den angesagtesten Reisezielen auf der internationalen Touristenkarte gehört. Eigentlich schade, hat das Land doch eine Menge zu bieten, darunter auch viele präkoloniale Bauwerke längst vergessener Kulturen. Suchen Sie nach einem verträumten märchenhaften Fluss, in dem Feen und Elfen baden könnten, dann sind Sie am Semuc Champey in Guatemala richtig.

Semuc Champey – kleines, grosses Naturwunder

Semuc Champey bedeutet in der Sprache der Maya etwa so viel wie: dort, wo der Fluss in der Erde verschwindet. Das bedeutet nun nicht, dass der Río Cahabón einfach in die Erde abtaucht und irgendwann wieder zum Vorschein kommt. Vielmehr dringt der Rio zwar in den Boden, formt aber an der Oberfläche mithilfe des porösen Karstgesteins verschiedene Pools, die sich aneinanderreihen. Es ist, also ob Brunnen von unterschiedlicher Grösse, umgeben von einem dichten Urwald, von oben nach unten über kleine Wasserfälle in das nächsttiefer gelegene Becken plätschern.

Die Becken variieren dabei in ihrer Breite wie auch in der Tiefe. Einige sind bis zu drei Meter tief. Sie eignen sich hervorragend, um ein erfrischendes Bad im feucht-heissen Urwald zu nehmen.

Kein Gartenbauarchitekt könnte dieses Naturschauspiel besser gestalten, als es Mutter Erde im Laufe von Jahrmillionen geschaffen hat. Je nach Jahreszeit, Wetter und Wasserspiegel schimmert das glasklare Wasser in Türkisblau, hellem Grün oder dunklerem Blau. Zwar gehört Semuc Champey bislang noch nicht zum Weltnaturerbe, obwohl es wegen seiner Schönheit und Einzigartigkeit schon längst dort zu finden sein sollte. Immerhin wurde Semuc Champey aber im Jahr 1999 per Dekret zum nationalen Naturdenkmal erklärt.





Semuc Champey in Guatemala (Bild: Dag Lindgren, Wikimedia)

Semuc Champey in Guatemala (Bild: Dag Lindgren, Wikimedia)

Höhlensystem bei Semuc Champey

Nicht nur an der Erdoberfläche hat der Fluss ein atemberaubendes Naturschauspiel geschaffen, auch unter der Erde lässt sich ein Höhlensystem aus Kalkstein entdecken. Die Grutas de Lanquín sind ein Höhlensystem von einem Kilometer Länge, in das Sie vorstossen können. Bis zu 100 Meter hoch ist die grösste der verschiedenen Höhlen, durch die angelegte Gänge führen. Etwas mehr als 40 Minuten benötigen Sie, um das komplette Höhlensystem zu erkunden.



Am besten bringen Sie noch zwei Kerzen mit. Denn einer alten Legende nach erfüllt sich ein langersehnter Wunsch, wenn Sie die erste Kerze in der Höhle anzünden und es schaffen, eine zweite Kerze nach dem Verlassen der Höhle zu entflammen. Bei den heutigen Sicherheitsmassnahmen sollte das kein Problem mehr sein.

Biodiversität um Semuc Champey

Wenn Sie sich als Höhlenforscher betätigt und anschliessend ein erfrischendes Bad im Semuc Champey genommen haben, können Sie im Anschluss daran die facettenreiche Artenvielfalt im angrenzenden Urwald beobachten. Der Blick von einem 50 Meter hohen Aussichtspunkt über das 350 Meter lange Beckensystem, das sich in vielen Farben unter Ihnen entlangzieht, ist einfach überwältigend.



Darüber hinaus umschwirren Sie mehr als 100 Vogelarten, die sich hier angesiedelt haben. Aber auch 34 Säugetier-, 25 Reptilien- und zehn Fischarten sind in der Umgebung heimisch. Das komplett geschützte Ökosystem umfasst ein Areal von knapp 18 Quadratkilometern, durch das unterschiedliche Trekkingwege führen.

 

Oberstes Bild: Fluss Cahabón in Semuc Champey (© José Porras, Wikimedia, CC)

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Über Kirsten Schlier

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