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Sizilien, Teil 4: Die Entdeckungen im Süden der Insel

18.02.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Sizilien, Teil 4: Die Entdeckungen im Süden der Insel
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Unsere Reise durch Sizilien geht weiter und führt uns Richtung Süden, wo uns an der Ostküste das schöne Syrakus erwartet. Doch auf dem Weg dorthin überrascht uns Sizilien wieder und wieder durch ungeahnte Naturschönheiten und bezaubernde Städtchen, Werke  von Menschenhänden, die aber so alt und voll Authentizität sind, dass sie auch ein Teil der Natur zu sein scheinen.

Die Liebhaber der romanischen Baukunst sollten einen Abstecher von etwa 50 Kilometer machen, um Piazza Armerina zu erreichen. Die Gemeinde an sich ist ein interessantes Ausflugsziel: Einerseits wurde die Gegend schon seit der Vorgeschichte bewohnt und andererseits besitzt die heutige Stadt einen authentisch sizilianischen Flair.



Piazza Armerina, Sizilien (Bild: Mattis, Wikimedia, CC)

Piazza Armerina, Sizilien (Bild: Mattis, Wikimedia, CC)

Villa Romana de Casale – Bikini Girls der romanischen Kunst

Das Highlight des Ausflugs ist jedoch der Besuch in der Villa Romana de Casale, die etwa vier Kilometer südwestlich von Piazza Armerina liegt. Die Villa, die durch ihre Thermen und Bodenmosaiken berühmt ist, wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Bei der Villa Romana de Casale handelt es sich eigentlich um ein glanzvolles Herrenhaus, das Ende des 3. Anfang des 4. Jahrhundert gebaut wurde, in der Zeit, als die Insel eine Periode des Wohlstandes erlebte. Sizilien, das damals eine wichtige strategische Position innerhalb der Handelsrouten zwischen Italien und den Provinzen Afrika und Tripolitanien besass, wurde reicher und reicher. Dieser Reichtum fand seinen Ausdruck im Bau ländlicher Residenzen und Villen, von denen die Villa Romana de Casale ein typisches und ein äusserst beeindruckendes Beispiel ist.





Villa Romana de Casale, im Vordergrund die Thermen, Sizilien (Bild: Matthias Süßen, Wikimedia, CC)

Villa Romana de Casale, im Vordergrund die Thermen, Sizilien (Bild: Matthias Süßen, Wikimedia, CC)

Der Boden fast aller Räume der Villa ist mit farbigen Mosaiken bedeckt. Die Motive aus bunten Tesserae breiten sich auf einer Fläche von ca. 3´500 Quadratmetern aus. Die Villa wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts wieder entdeckt; die systematischen Ausgrabungen fingen aber richtig erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Die Mosaiken sind in einem perfekten Zustand erhalten geblieben, weil sie im 12. Jahrhundert durch einen Erdrutsch zugeschüttet wurden und bis zum Beginn der archäologischen Ausgrabungen perfekt konserviert auf ihre Entdeckung warteten. Heute sind die Installationen so eingerichtet, dass die Besucher durch alle Räume spazieren können und alle Mosaiken bewundern, ohne auf sie zu treten. Eine der berühmtesten davon sind die „Mädchen im Bikini“, auf der zehn junge reizende Frauen beim Sport zu sehen sind (noch zwei Mädchen, und man könnte schon vom ersten antiken Girl-Kalender sprechen).

Sizilianische Bikini-Girls beim Sport, Mosaik in der Villa Romana del Casale, Sizilien  (Bild: Kenton Greening, Wikimedia)

Sizilianische Bikini-Girls beim Sport, Mosaik in der Villa Romana del Casale, Sizilien (Bild: Kenton Greening, Wikimedia)

Ausserdem kann hier auch ein Thermenkomplex besucht werden, der auch vieles über die römische Liebe zum Baden und zur Körperpflege zu erzählen hat.

Ragusa und Noto – wer ist die schönste im ganzen Land?

Der Barock wird auf der nächsten Etappe unserer Reise allgegenwärtig, wenn wir die Städte Ragusa und Noto erreichen, die in einer ca. 100-Kilometer-Entfernung voneinander liegen. Mancher Reisende bevorzugt Ragusa, der andere mag Noto lieber, doch es gibt keinen Grund, sich für eine dieser Städte zu entscheiden, denn beide sind überwältigend schön und durchdrungen von der Atmosphäre des 18. Jahrhunderts. In beiden Städten kleben die Häuser an Hügelhängen geteilt durch enge und verwinkelte Strässchen, voll spätbarocker Romantik und Zauber. In beiden trifft man auf Schritt und Tritt auf reizende Herrenhäuser und Palazzi, Kirchen mit kurvenreichen Fassaden und unendlichen Treppen.

Barocke Architektur in Ragusa, Sizilien (Bild: poudou99, Wikimedia, CC)

Barocke Architektur in Ragusa, Sizilien (Bild: poudou99, Wikimedia, CC)

Die spätbarocke Stadt Ragusa mit ihren fast 70´000 Einwohnern gehört seit 2002 fast gänzlich zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Altstadt liegt nicht, wie gewöhnlich erwartet, im Zentrum, also es gibt kein Centro Storico. Die Ursprünge und die heutigen Schätze der Stadt sind im Osten zu finden – in Ragusa Ibla. 1693 wurde die Stadt durch ein starkes Erdbeben fast komplett zerstört und durch eine Schlucht in zwei Teile getrennt. Im Westen liegt Ragusa Superiore, ein geometrisch angelegte und schlicht gestaltete Wohngegend, wo heute der Grossteil der Bevölkerung wohnt.

Bekannt ist die Stadt dank Ragusa Ibla, der Unterstadt, wo sich die meisten Kirchen und Paläste befinden. Die prächtigen Bauten im Stil des sizilianischen Barocks prägen das Bild des Stadtkerns. Drei Brücken verbinden beide Stadtteile.

Drei Brücken von Ragusa, Sizilien (Bild: Gdiquattro, Wikimedia)

Drei Brücken von Ragusa, Sizilien (Bild: Gdiquattro, Wikimedia)

Das kleine Städtchen Noto ist auch ein wichtiger Bestandteil des UNESCO-Welterbes. Nachdem gleichen Erdbeben von 1693 wurde die alte Stadt komplett zerstört. Noto, das heute so viele Besucher anzieht, wurde später nach systematischen Plänen im Stil des sizilianischen Barocks glanzvoll aufgebaut. Noto zählt heute zu den am besten erhaltenen sizilianischen Barockstädten.

Via Nicolaci di Villadorata in Noto, Sizilien (Bild: Urban, Wikimedia, CC)

Via Nicolaci di Villadorata in Noto, Sizilien (Bild: Urban, Wikimedia, CC)




Was Ragusa und Noto weiterhin vereinigt, ist die für beide typische, sensationell leckere Regionalküche. In beiden Städten isst man absolut fantastisch! Es ist sehr empfehlenswert hier die typischen Gerichte der Gegend zu probieren: Natürlich Pasta in allen Variationen, Auberginen, Tomaten und Sardinen, das alles natürlich in Begleitung vom hervorragenden Wein, der auf der Insel ein fester Bestandteil jeder richtigen Mahlzeit ist. Gutes Essen, guter Tropfen – Buon appetito!

 

Oberstes Bild: Landschaft zwischen Caltagirone und Piazza Armerina, Sizilien (Bild: Neil Weightman, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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