Tschäggättä – Uriges Brauchtum im Lötschental

22.09.2016 |  Von  |  News, Schweiz, Trips
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Tschäggättä – Uriges Brauchtum im Lötschental
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Im Lötschental lebt noch uraltes Brauchtum – kein Wunder, dass sich hier viele alte Geschichten, Sagen und Mythen besonders lange halten. Dazu gehören auch die Tschäggättä – die urigen Gestalten vertreiben jedes Jahr im Februar die Geister aus dem Tal.

Heuet jagen sie niemandem mehr Angst ein. Sogar ein Museum widmet sich ihren Auftritten und ihrer Herkunft. Und wer will, kann im Team sogar eine Tschäggättä-Maske nachbauen.

Fastnacht ist Tschäggättä-Zeit

Schaurige Geschichten fielen in dem abgeschieden Tal seit jeher auf fruchtbaren Boden. Sie gelten auch als Ursprung für das Tschäggättä-Brauchtum, das noch heute mit Liebe zum Detail zelebriert wird. Die typischen Tschäggättä sind maskierte Fastnachtsgestalten. Sie treten in der Zeit zwischen dem katholischen Feiertag „Maria Lichtmess“ und dem „Gigiszischtag“ (dem Dienstag vor dem Aschermittwoch) auf. Nach Feierabend geht es los: Wilde Gestalten streifen durch das Tal und jagen jedem, der sich auf der Strasse befindet, gehörige Schauer über den Rücken.

Die Tschäggättä tragen alte, umgestülpte Kleider, das Futter nach aussen gekehrt. Darüber hängen zwei Schaf- oder Ziegenfelle: Je über Rücken und Brust, in den Lenden zusammengehalten durch einen Ledergürtel, an dem meistens eine Kuhglocke („Trichla“) baumelt. Die Füsse stecken gewöhnlich in Tüten, welche um die Beine gebunden werden, um die Wildheit der Kleidung zu steigern, aber auch damit die einheimischen Maskenträger an den Schuhen nicht erkannt werden.


Bildergruppe: Tschäggättä


Die nächsten Tschäggättä-Termine

Alle Tschäggättä tragen Handschuhe, früher jeweils aus „Triäm“ (Garnresten, die im Weberkamm übrig blieben) hergestellt. Eine übergrosse, fratzenhafte und bisweilen grellbemalte Maske aus Arvenholz – das Hinterhaupt mit Ziegen- oder Schafpelz bedeckt – und ein Stock vervollständigen das Kostüm. Ihre Geschichte lässt sich bis in das späte 18. Jahrhundert zurückverfolgen. In Wiler befindet sich ein kleines Museum rund um die Tschäggättä und die Lötschentaler Fastnacht. Die Ausstellung wird in einem alten Wohnhaus gezeigt, das weitestgehend im Zustand von 1912 erhalten wurde.

Lassen Sie sich vom traditionellen Brauchtum anstecken – für ein Incentive oder Gruppenerlebnis gibt es die Möglichkeit, eine eigene Tschäggättä -Maske zu kreieren! Auf Anfrage können Gruppen in der Schnitzstube in Ferden unter fachkundiger Anleitung ihre eigene Maske schnitzen. Dies dauert rund 3 Stunden. Neugierig geworden? Der Brauch kann hautnah am 23. Februar 2017 beim traditionellen Tschäggättä-Umzug oder am 25. Februar 2017 beim Lötschentaler Fastnachtsumzug erlebt werden.

 

Artikel von: Switzerland Convention & Incentive Bureau
Artikelbilder: © Lötschental Marketing AG

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