Usedom – Die Insel der Kaiserbäder

10.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Usedom – Die Insel der Kaiserbäder
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Usedom ist die östlichste deutsche Insel vor der Ostseeküste und ist ein äusserst beliebtes Ferienziel. Und das schon seit bald 200 Jahren, denn die ersten Gäste reisten bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an. Sie kamen vornehmlich aus der Hauptstadt des Deutschen Reiches und da dauerte es nicht allzu lange, bis die Insel den Beinamen „Badewanne Berlins“ weghatte.

Bis heute hat die Insel nichts von ihrer Beliebtheit eingebüsst und bei mehr als 2000 Sonnenstunden im Jahr wird Usedom wirklich von der Sonne verwöhnt.



Mit seiner Fläche von 445 Quadratkilometern ist Usedom hinter Rügen die zweitgrösste Insel Deutschlands. Wobei der deutsche Anteil bei etwa 373 Quadratkilometern liegt, denn der östlichste Teil der Insel um die Hafenstadt Swinemünde gehört zu Polen. Insgesamt leben auf Usedom etwa 77‘000 Menschen, davon mehr als die Hälfte allein im polnischen Swinemünde. Für einen erholsamen Urlaub auf der Sonneninsel stehen zahlreiche Unterkünfte vom luxuriösen Hotel über herrliche Villen am Strand bis hin zur gemütlichen Pension oder der individuell eingerichteten Ferienwohnung zur Verfügung. Und Jedermann kann so ganz nach eigenen Vorstellungen sein bevorzugtes Feriendomizil finden.

Strandpromenade in Ahlbeck (Bild: Karl-Heinz Liebisch  / pixelio.de)

Strandpromenade in Ahlbeck (Bild: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de)

Endlos scheinende Sandstrände

Von Peenemünde an der Nordwestspitze Usedoms bis nach Swinemünde erstrecken sich endlose, feinsandige Strände, die eine Länge von 45 Kilometern haben. An einigen Stellen erreichen die Strände eine Breite von bis zu 60 Metern. Es ist also Platz für alle da, um zu relaxen oder zu spielen. Und das wissen wir aus eigener Erfahrung, denn aufgrund unserer Entfernung bis Usedom ist für uns ein verlängertes Wochenende immer im Bereich des Machbaren.



Entlang der herrlichen Nordküste reihen sich denn auch die Bäderorte aneinander, als hätte sie jemand auf eine Perlenschnur gezogen. Im Nordwesten der Insel Usedom liegen die drei Ostseebäder Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz. An der schmalsten Stelle der Insel, wo das Achterwasser nur wenige hundert Meter von der offenen Ostsee entfernt ist, folgen die Bernsteinbäder Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz. Sie erfreuen sich bei den Feriengästen grosser Beliebtheit. Dies gilt aber noch mehr für die drei Kaiserbäder im Osten Usedoms. Zahllose Gäste aus dem In- und Ausland besuchen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, die durch eine mehr als acht Kilometer lange Seepromenade auch noch miteinander verbunden sind.

Endlos scheinende Sandstrände von Usedom (Bild: Gerd Pfaff  / pixelio.de)

Endlos scheinende Sandstrände von Usedom (Bild: Gerd Pfaff / pixelio.de)

Berühmt für seine einzigartige Bäderarchitektur

Die Bäderhausarchitektur entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts vor allem an der deutschen Ostseeküste. In allen Orten an der Usedomer Küste finden sich Beispiele dieses Baustils. Besonders stark sind Hotels und Strandvillen im Stil der Bäderarchitektur in den drei Kaiserbädern vertreten. Meist handelt es sich dabei um zwei- bis viergeschossige Villen und vergleichbare Bauwerke, deren Fassaden durch reich verzierte Balkone und Veranden mit allerlei Zierrat versehen sind und fast den Eindruck erwecken, als hätte sich an den Häusern ein Zuckerbäcker verwirklicht.



Oftmals werden die Villen noch von Türmchen gekrönt und weisen vereinzelte Elemente des Jugendstils auf. Die schönsten der meist strahlend weissen Villen finden Sie in Bansin direkt an der Strandpromenade. In Heringsdorf stehen derartige Gebäude fast im gesamten Ort. Hier steht auch die Villa Achterkerke, welche als eines der ersten Gebäude im Bäderhausstil schon im Jahr 1845 entstand. Die schönsten Villen in Ahlbeck lassen sich in der Dünenstrasse bestaunen, die sich in unmittelbarer Nähe zur Strandpromenade befindet.

Treffpunkt Seebrücken



Ein besonderes Merkmal zahlreicher Ostseebäder sind die Seebrücken und gehören zum Erscheinungsbild einfach dazu. Das gilt auch für die Kaiserbäder, die natürlich auch hier als Anlegestelle für Fähr- und Ausflugsschiffe dienen. In Bansin ist die Seebrücke nicht viel mehr als ein knapp 300 Meter langer Steg, der als Anleger für die Schiffe dient. Eine bemerkenswerte Seebrücke können Sie in Heringsdorf bestaunen, zudem ist es mit 508 Metern das längste Bauwerk dieser Art in Deutschland. Mit der schönsten Seebrücke allerdings kann Ahlbeck aufwarten.

Diese besitzt noch ihre ursprüngliche Architektur mit einem architektonisch reizvollen Bauwerk aus der Gründerzeit und das wird noch von vier Türmchen gekrönt. Alles aber haben die Seebrücken gemeinsam. Sie alle sind irgendwie ein Treffpunkt der Seebäder. Bei Wind und Wetter schlendern die Feriengäste hinaus und betrachten das Meer, die Möwen und das bunte Treiben an den Stränden beiderseits der Brücken. In Heringsdorf und Ahlbeck befinden sich nette Boutiquen auf den Brücken. Da lässt sich immer ein Mitbringsel für Daheimgebliebene finden. Besonders reizvoll sind die zahlreichen aus Bernstein gefertigten Schmuckstücke.

Seebrücke in Bansin, Insel Usedom, Blick in Richtung Promenade (Bild: Horst-schlaemma, Wikimedia, CC)

Seebrücke in Bansin, Insel Usedom, Blick in Richtung Promenade (Bild: Horst-schlaemma, Wikimedia, CC)

Glänzendes Strandgut

Mit etwas Glück lässt sich bei ausgedehnten Strandspaziergängen sogar ein Bernstein finden. Wobei ehrlicherweise gesagt werden muss, das die Sommermonate nicht unbedingt die beste Zeit sind, um einen Bernstein zu finden. Dafür sind im Herbst und Winter die Chancen deutlich höher und vor allem nach stürmischen Tagen mit Winden aus nordöstlichen Richtungen sind die Chancen gut.

Im Herbst und Winter sind die Chancen, einen Bernstein zu finden, deutlich höher. (Bild: Karl-Heinz Liebisch  / pixelio.de)

Im Herbst und Winter sind die Chancen, einen Bernstein zu finden, deutlich höher. (Bild: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de)

Da kann es dann schon mal passieren, dass Sie Leute mit einem grossen Käscher einige Meter vom Strand im Wasser stehen sehen. Als wir das erstmals sahen, dachten wir nicht an Bernsteinfischer und mussten uns erst einmal aufklären lassen. Es ist tatsächlich der Fall, dass mit einem grossen Käscher das aufgewühlte Wasser nach Bernsteinen abgesucht werden. Und irgendwie erscheint das nach den Erklärungen auch logisch, denn Bernstein ist versteinertes Harz und hat eine wesentlich geringere Dichte als Salzwasser.

Da es entsprechend leicht ist, sinkt der Bernstein nicht auf den Grund sondern lässt sich aus dem Wasser fischen oder eben bei einem Strandspaziergang als Strandgut finden. Wir hatten bisher noch kein Glück, werden es aber ganz bestimmt wieder versuchen.



 

Oberstes Bild: Sonnenuntergang auf Usedom (Bild: Andreas Walgenbach  / pixelio.de)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



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