Valencia – mittelalterliche Handelsstadt und moderne Metropole

07.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Valencia – mittelalterliche Handelsstadt und moderne Metropole
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Valencia, Spaniens drittgrösste Stadt, stand lange Zeit im Schatten der grossen Metropolen Madrid und Barcelona. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert, denn ehrgeizige Umgestaltungsprojekte und spektakuläre neue Bauwerke haben der Hauptstadt der autonomen Valencianischen Gemeinschaft ein völlig neues Gesicht verliehen.

Valencia ist heute das Paradebeispiel einer modernen und weltoffenen Metropole, die zugleich aber auch ihr mittelalterliches Erbe und ihre einzigartigen Traditionen bewahrt hat. Auf der einen Seite geschichtsträchtige Volksfeste wie die Fallas und altehrwürdige Einrichtungen wie die mittelalterliche Seidenbörse, auf der anderen Seite der neugestaltete Yachthafen und die 1998 eröffnete Stadt der Künste und der Wissenschaften: Valencia erwartet seine Besucher mit einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Attraktionen.



Auch kulinarisch wird Valencia höchsten Ansprüchen gerecht, denn die Stadt an der Mündung des Turia ist Heimatstadt der Paella, und wer das typisch spanische Reisgericht einmal traditionsgerecht zubereitet geniessen möchte, hat dazu in den unzähligen Restaurants in Valencias Altstadt ausreichend Gelegenheit.

Seidenbörse von Valencia (Bild: Pabloes / Wikimedia / CC)

Seidenbörse von Valencia (Bild: Pabloes / Wikimedia / CC)

Mittelalterliche Handelsstadt Valencia

Valencia wurde bereits 138 v. Chr. von den Römern an der Stelle der heutigen Altstadt gegründet. Damals führte der Fluss Turia jedoch noch durch das aktuelle Stadtgebiet; die ursprüngliche Siedlung lag auf einer Flussinsel. Zu Reichtum kam die Stadt im 15. Jahrhundert vor allem durch die Seidenweberei, an deren Bedeutung bis heute die alte Seidenbörse, die Lonja de la Seda, erinnert. Die Seidenbörse von Valencia zählt heute zu den bedeutendsten Bauwerken der profanen Gotik in Europa.



Neben der Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, die auf den Grundmauern einer Moschee errichtet wurde, sind in Valencia auch Teile der alten Befestigungsanlagen erhalten. Zwei mächtige Stadttore, die Torres de Quart und die Torres de Serrans, markieren noch immer die alten Zugänge zur Stadt. Die Torres de Serrans gelten als Wahrzeichen von Valencia, während die Torres de Quart in ihrem Originalzustand erhalten sind und noch Einschusslöcher aus der Zeit der Eroberung durch Napoleon aufweisen.

Mittelalterliches Stadttor Torres de Serrans (Bild: Felivet / Wikimedia / public domain)

Mittelalterliches Stadttor Torres de Serrans (Bild: Felivet / Wikimedia / public domain)

Valencias modernes Gesicht

Ausserhalb der mittelalterlichen Altstadt hat sich Valencia seit den 1980er Jahren stark verändert. Neben modernen Veranstaltungsgebäuden wie dem Kongresspalast und dem Palau de la Música war es vor allem die monumentale Stadt der Künste und der Wissenschaften des Valencianer Star-Architekten Santiago Calatrava, die der Stadt ein neues Gesicht gab. Der postmoderne Park- und Gebäudekomplex wurde 1998 eröffnet und umfasst neben einem 3D-Kino, einem Planetarium und mehreren Veranstaltungszentren auch das grösste Aquarium Europas.

Anlässlich des America’s Cup, der 2007 in Valencia stattfand, wurde ausserdem das alte Hafenbecken komplett neu gestaltet und ein neuer Yachthafen eröffnet, die Marina Real Juan Carlos I, die dem Hafenviertel ein neues, modernes Gesicht gegeben hat. Auch die Formel-1-Strecke Valencia Street Circuit wurde 2008 eröffnet; die Rennstrecke führt zum Teil durch die Stadt entlang des Yachthafens und hat der Stadt so eine zusätzliche sportliche Attraktion beschert.

Stadt der Künste und der Wissenschaften (Bild: Chosovi / Wikimedia / CC)

Stadt der Künste und der Wissenschaften (Bild: Chosovi / Wikimedia / CC)

Auszeit von der Grossstadt

Reisende, die sich in Valencia vom Stadttrubel erholen möchten, müssen dazu nicht weit fahren. Mit den Jardines del Turia durchzieht eine weitläufige Grünanlage mit unzähligen Sport- und Freizeiteinrichtungen die ganze Stadt und bietet ausreichend Gelegenheit, ein wenig die Seele baumeln zu lassen. Seine „grüne Lunge“ verdankt Valencia dem Fluss Turia, der ursprünglich quer durch die Stadt verlief. Nach mehreren schweren Überschwemmungen wurde der Turia in den 1950er Jahren nach ausserhalb der Stadt verlegt und das trockengelegte Flussbett in den heutigen Stadtpark umgewandelt.



Trotz seiner Meerlage gilt Valencia bei den Einheimischen als eine „vom Meer abgewandte Stadt“, deren gesellschaftliches und touristisches Leben sich eher in den Innenstadtbereichen abspielt. Trotzdem lädt Valencia auch zu entspannten Strandtagen ein, denn neben gleich drei Stadtstränden ist auch die nähere Umgebung reich an lohnenswerten Tageszielen. Einer der schönsten Strände liegt wenige Kilometer südlich der Innenstadt im Nationalpark Albufera, einem Schutzgebiet direkt am Meer, der auch eine grosse Anzahl an zum Teil seltenen Wasservögeln beheimatet.

Stadtstrand Playa de las Arenas (Bild: Manuel M. Vicente / Wikimedia / CC)

Stadtstrand Playa de las Arenas (Bild: Manuel M. Vicente / Wikimedia / CC)

Valencianische Traditionen erleben

Das grösste Ereignis in Valencia sind unbestritten die Fallas, ein altes Volksfest, dessen Ursprünge auf die Traditionen der Zimmerer zurückgeht. Jedes Jahr im März erschaffen Stadtteil-Komitees gigantische Figuren aus Holz oder Pappmaché, die während der Feierlichkeiten auf Umzügen präsentiert werden. Die Fallas karikieren politische oder gesellschaftliche Ereignisse und erreichen nicht selten eine Höhe von 20 m oder mehr. Ebenso wichtig wie die Fallas selbst sind die Feuerwerke, die während der Feierlichkeiten dreimal täglich abgehalten werden. Mittelpunkt der Fallas ist die Plaza de Ayuntamiento, der Hauptsplatz von Valencia am städtischen Rathaus.





Heiligenfigur während der Fallas-Feste (Bild: Sebastian / Wikimedia / CC)

Heiligenfigur während der Fallas-Feste (Bild: Sebastian / Wikimedia / CC)

Auch die Paella ist ein unverzichtbarer Teil der valencianischen Kultur und kann von Besuchern in ganz unterschiedlichen Varianten genossen werden – von der klassischen Paella Valenciana mit Huhn oder Kaninchen über Meeresfrüchte-Paellas bis hin zu vegetarischen Varianten. Wer tatsächlich eine echte Paella und keine Tiefkühlkost geniessen möchte, sollte die klassischen Touristen-Restaurants mit bunten Paella-Fotos am Eingang meiden. Die echten, traditionellen Restaurants servieren ausserdem zumeist keine Paella in den Abendstunden, da sie für die Valencianer ein klassisches Mittagsgericht ist, und servieren ausserdem aufgrund der klassischen Pfannengrösse immer mindestens zwei Portionen. Ist das nicht der Fall, müssen unerfahrene Besucher ebenfalls mit Tiefkühlkost rechnen.

 

Oberstes Bild: Altstadt von Valencia (Bild: Felivet / Wikimedia / public domain)

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