Von verdeckten Kosten bei Pauschalreisen und was Sie dagegen tun können

08.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Allgemein
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Von verdeckten Kosten bei Pauschalreisen und was Sie dagegen tun können
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Der Urlaub ist die wichtigste Zeit im Jahr. Da gibt es so manches, was eventuell schiefgehen kann und was man daher unbedingt vermeiden will. So geben manche Menschen die Planung und Gestaltung eines gesamten Urlaubs komplett in die Hand eines Veranstalters.

Dafür geben diese Touristen gerne ein wenig mehr Geld aus. Umso wichtiger ist es jetzt, diesen Reiseveranstaltern einmal genau auf die Finger zu sehen. Denn nicht immer ist die finanzielle Transparenz gegeben. In letzter Zeit fielen Veranstalter dadurch negativ auf, dass sie mit versteckten Kosten arbeiten.
Worauf Sie, sollten Sie Pauschalreisen buchen wollen, achten sollten, das zeigen wir Ihnen hier.

Die Schweizer bezahlen gerne und gut für ihre Urlaubsziele



Über die Anden klettern, das kostet schon gute 4.000 SFR. Eine Luxuskreuzfahrt ist etwa doppelt so teuer. Wer mit einem historischen Zug durch Afrika reisen möchte, greift noch deutlich tiefer in die Tasche und legt 12.000 SFR auf den Tisch. Geld genug, um zu glauben, dass nun alles inklusive ist. Doch ist es wirklich so?

Was die Reiseveranstalter zunehmend tun, das machen sie geschickt und verdeckt. Denn im Katalog ist nichts von weiteren Kosten für den Urlauber zu entdecken. Die tauchen mitunter aber dann später auf. Wie das? Es geht um das Trinkgeld. Ja, jene kleine finanzielle Zugabe, die man früher individuell und je nach persönlichem Ermessen gegeben hat, wenn man besonders zufrieden war.

Auf den grossen Kreuzschiffen oder in den USA plant man das Trinkgeld als festen Anteil des Gehalts ein. (Bild: Sean Locke Photography / Shutterstock.com)

Auf den grossen Kreuzschiffen oder in den USA plant man das Trinkgeld als festen Anteil des Gehalts ein. (Bild: Sean Locke Photography / Shutterstock.com)

Nach der Buchung kommt das Erwachen

Man bekommt die Reiseunterlagen zugeschickt und glaubt es kaum: Jetzt wird plötzlich fast minutiös aufgeführt, wie viel Trinkgeld pro Tag und für wen bereitzuhalten sei. Eine besonders dreiste Finesse dabei: Der Reiseleiter, der ja zum Reiseveranstalter gehört, wird hier auch oft genannt, obwohl dieser ja schon entlohnt worden ist.

Von Handlungsrichtlinien ist die Rede, und wenn man rechnet, so ergibt sich das Folgende: Bei den erwähnten Reisen von jeweils 2 Wochen ergeben sich pro Person Mehrkosten von bis zu 300 SFR. Was sagen aber die Reiseveranstalter dazu? „Trinkgeld ist in vielen Ländern ein nicht unwesentlicher Teil des festen Einkommens.“

Ist das noch eine individuelle Anerkennung einer besonderen Leistung? Eher nicht, denn es entsteht der Verdacht, dass dies dem Lohndumping in die Hände spielt. Das zunächst so preiswerte Angebot kommt durch die niedrigen Löhne der Mitarbeiter in den Reiseländern zustande. Diese werden im zweiten Nachfassen dann durch die Trinkgeldpauschalen etwas nachgebessert.

Was kann der Verbraucher tun?



Zunächst sollte der Interessent die Katalogangebote genau studieren. Auch kann man den Veranstalter ersuchen, eine schriftliche Erklärung anzufertigen, die weitere Kosten wie Trinkgelder festlegt und definiert oder, besser noch, ausschliesst.



Wenn auf einer solchen Pauschalreise unangemessene Zusatzkosten durch Pauschaltrinkgelder anfallen, sollte jeder Reisende, der damit nicht einverstanden ist, sich schriftlich beschweren. Entsprechende Institutionen wie Verbraucherschutz und -verband können nur auf konkrete Hinweise hin aktiv werden.

Hiermit sollte verhindert werden, dass man Verhältnisse bekommt wie auf den grossen Kreuzschiffen oder in den USA: Dort werden Dienstleistungen im Touristikbereich oft schlecht bezahlt, weil man das Trinkgeld als festen Anteil des Gehalts einplant. Die betroffenen Mitarbeiter lassen einen Urlaubskunden, der sich der Zahlung verweigert, durch extremes Negativverhalten spüren, dass er der Trinkgeldzahlung doch besser nachkommen sollte. Aufmerksamkeit und Mut seitens der Verbraucher tun also not.

 

Oberstes Bild: Durch Trinkgeldpauschalen erhöht sich der Preis von Pauschalreisen erheblich. (© CandyBox Images / Shutterstock.com)

Über Theo Jannet

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