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Wildromantik pur – die Cevennen

20.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Wildromantik pur – die Cevennen
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Im südlichen Frankreich erstreckt sich ein noch ursprüngliches Karstgebirge, das durch steile Schluchten mit schroffen Felsen und Hochplateaus geprägt ist – die Cevennen. Der gleichnamige Nationalpark umfasst eine Fläche von gut 3200 Quadratkilometern. Er ist ein ideales Ziel für Naturliebhaber, die eine Auszeit vom hektischen Getriebe des Alltags suchen und Abstand gewinnen wollen.

Die Cevennen bilden den südöstlichen Teil des Massif Central und liegen nördlich von Montpellier. Grössere Städte sucht man in der Region vergeblich. Die bedeutenderen Orte Mende, Millau, Lodève und Alès liegen alle am Rande und wirken eher kleinstädtisch. Ansonsten ist das Gebiet nur dünn besiedelt. Im Rahmen der Landflucht wanderten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre rund zwei Drittel der Bevölkerung ab, erst seitdem ist eine gewisse Trendwende zu beobachten. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Cevennen als Rückzugsgebiet des Maquis, einer südfranzösischen Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung.





Einsames Haus in Saint-Étienne-Vallée-Française, Cevennen (Bild: Guibli, Wikimedia, GNU)

Einsames Haus in Saint-Étienne-Vallée-Française, Cevennen (Bild: Guibli, Wikimedia, GNU)

Die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der Region sind primär landschaftlicher Art. Aufgrund der geografischen Lage überschneiden sich in den Cevennen mediterrane und typische Gebirgsvegetation, was zu einer ausgesprochenen Artenvielfalt geführt hat. Die Hochplateaus geben sich oft eher karg und felsig. Vor allem im Bereich der Schluchten gibt es aber auch Waldbestände.

Berge, Hochplateaus, Höhlen und Schluchten



Der zweithöchste Gipfel ist der Mont Aigoual im südlichen Teil der Cevennen. Er erreicht eine Höhe von 1567 Metern und bildet das Zentrum eines beliebten Wandergebietes. Der Wanderweg Montée des 4000 marches führt Besucher auf einer Strecke von neun Kilometern über 1200 Meter Höhenunterschied – sicher kein Spaziergang. Belohnt wird man für die Mühen durch einen wunderbaren Blick von der Spitze des Berges am Ende des Wegs. Noch etwas höher ist der Sommet de Finiels (1699 Meter) im Bergmassiv Lozère.





Blick am Abend vom Col de Perjuret auf den Südrand der Hochebene Causse Méjean in den Cevennen (Bild: Dontpanic, Wikimedia, CC)

Blick am Abend vom Col de Perjuret auf den Südrand der Hochebene Causse Méjean in den Cevennen (Bild: Dontpanic, Wikimedia, CC)




Eine weitere Attraktion der Cevennen stellen die Hochebenen dar, deren Ränder vielfach in Schluchten abfallen. Die grösste von ihnen ist der Causse Méjean, der sich auf einer Höhe von 800 bis 1250 Metern ausbreitet. Auf einer Fläche von rund 340 Quadratkilometern leben hier weniger als 500 Menschen. Einige Teile des Causse Méjean sind bewaldet, vorwiegend dominieren aber weite, nur gras- oder sträucherbewachsene und felsdurchsetzte Flächen – eine Landschaft von herber Schönheit. Eine besondere geologische Formation auf der Hochebene bildet das Chaos de Nîmes-le-Vieux, eine bizarre Ansammlung von Felsen, Felsbrocken und -nadeln – gut auf einem Rundwanderweg zu entdecken. Ein anderes von Touristen gerne besuchtes Felsengewirr ist das Chaos de Montpellier-le-Vieux im angrenzenden Causse Noir.

Karstgebirge bieten gute Voraussetzungen für die Bildung von Höhlen. Auch in den Cevennen wird man diesbezüglich fündig. Eine bekannte Höhle ist die Abîme de Bramabiau im Département Gard. Sie wird von einem Bach durchflossen, der am Höhlenausgang als Wasserfall wieder ans Tageslicht tritt. Eine eindrucksvolle Tropfsteinhöhle bildet die Grotte des Desmoiselles im Département Hérault. Ein Netzwerk von Gängen und Sälen gruppiert sich hier um einen zentralen Höhlenraum mit zahllosen Stalagmiten und Stalaktiten.

Château de Florac im Nationalpark Cévennes (Bild: Ancalagon, Wikimedia, CC)

Château de Florac im Nationalpark Cévennes (Bild: Ancalagon, Wikimedia, CC)




Zeugnisse vorzeitlicher Besiedlung

Auch wenn die Cevennen heute nur dünn besiedelt sind, die Zeichen menschlichen Lebens in der Region sind uralt. Dazu gehören zum Beispiel die Dolmen von Ronc Traoucat, eine Grabanlage aus der Bronzezeit. Steinkreise, Hünengräber und Menhire gibt es an etlichen Stellen. Ein Kennzeichen der Region ist die noch herkömmliche Wanderschäferei, die hier wie vor Urzeiten betrieben wird.

Neben Gelegenheiten zum Wandern bieten die Cevennen auch Klettergebiete, Möglichkeiten zum Radfahren, für Wassersport in den Flüssen der Schluchten und Täler sowie zum Gleitschirmfliegen. Die wildromantische Berglandschaft von oben zu betrachten ist ein besonderes Erlebnis. Auch Wintersport ist möglich. Am Mont Aigoual lockt das Ski-Gebiet Prat Peyrot.

 

Oberstes Bild: Florac, Berge Bougès und Mimente-Tal im Nationalpark Cévennes (© Myrabella, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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