Hausbootferien im Languedoc-Roussillon

03.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Hausbootferien im Languedoc-Roussillon
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Eine Fahrt mit dem Hausboot hat uns schon länger gereizt. Doch zunächst gab es zu viele unbeantwortete Fragen, die uns letztendlich von diesem Vorhaben abhielten. Auf Messen und Ausstellungen haben wir Informationen zusammengetragen und dann irgendwann spontan entschieden, es doch einfach einmal mit einer Hausbootferien zu versuchen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Wir hatten wirklich Zweifel. Können wir das überhaupt und wird das nicht zu schwierig? Möglicherweise benötigen wir einen Bootsführerschein? Fragen über Fragen. Doch der Messebesuch beruhigte uns – eine Hausbootreise ist auch ohne Bootsführerschein möglich. Dann nichts wie los!



Die Vorbereitung

Wir zogen unsere Flyer zurate und informierten uns im Internet, welche Regionen in Frankreich angeboten werden, welche Routen und Boote möglich sind und wie viel sie kosten. Wir entschieden uns ziemlich rasch für Südfrankreich. Nicht nur wegen der Reisezeit (um Ostern), sondern auch aufgrund der angebotenen Bootstypen und der Möglichkeit, das Boot wieder am Abfahrtsort zurückgeben zu können. Streckentouren wären allerdings auch möglich gewesen.

Das Motto der gewählten Zehn-Tages-Tour ab Lattes versprach unter anderem Austern und Wein, die mögliche Route historisch, landschaftlich und kulinarisch Interessantes. Kurz nach der Online-Buchung erhielten wir diverses Informationsmaterial, zu dem auch eine Navigationskarte (eher ein Buch) gehörte. Das Buch war dreisprachig (deutsch, englisch und französisch) und enthielt nicht nur die zu beachtenden Regeln und Gewässerabschnittskarten, sondern zu jedem dieser Abschnitte auch Informationen über die dort befindlichen Orte und Sehenswürdigkeiten. Dementsprechend gut vorbereitet ging es auf die Reise.

Canal du Midi in Marseillan (Bild: ByB, Wikimedia, CC)

Canal du Midi in Marseillan (Bild: ByB, Wikimedia, CC)




Die Reise – Einführung und Beginn

Am Übergabeort konnten wir unser Auto auf einem umzäunten, bewachten Parkplatz parken, erhielten den Schlüssel zum Boot und nach dem Umladen eine theoretische und praktische Einführung auf Deutsch. Damit waren wir zum Führen des Wasserfahrzeugs berechtigt. Am Spätnachmittag ging es los, den Lez flussabwärts – und die erste Schleuse nahte. Aber wir passierten sie trotz meiner Bedenken gut. Auch die nächste Hürde, die Einmündung in den Canal du Midi, überwanden wir nahezu ohne Probleme. Unsere erste Nacht an Bord verbrachten wir vor der nächsten Schleuse.





Abendstimmung in Sète (Bild: Tom Corser www.tomcorser.com, Wikimedia, CC)

Abendstimmung in Sète (Bild: Tom Corser www.tomcorser.com, Wikimedia, CC)




Hilfe, eine Panne!

Nachdem wir auch diese Schleuse problemlos hinter uns gelassen hatten, ankerten wir und besuchten den Markt in Frontignan, das für seinen guten Muscatwein bekannt ist. Hier kauften wir nicht nur Wein, Obst und Gemüse, sondern auch Austern und liessen uns in der Kunst des Öffnens derselben unterweisen. Nach einem Kaffee ging es zurück an Bord und weiter Richtung Étang de Thau. Plötzlich stotterte der Motor – und ging aus.

Wir steuerten mit dem letzten Schwung Richtung Ufer und setzten den Bootshaken ein, um nicht die Fahrrinne zu blockieren. Wir versuchten immer wieder das Boot zu starten, aber nichts ging mehr. Was nun? Enden hier unsere Hausbootferien? Mir schossen viele Fragen durch den Kopf, und ich schickte Stossgebete zum Himmel: „Was machen wir jetzt? Wo ist das Handy? Hoffentlich spricht der Angerufene Deutsch!“

Letzteres war leider nicht der Fall, trotzdem gelang es uns zu erklären, dass wir eine Panne haben und wo wir sind. Der Mechaniker kam auch schnell, nur leider handelte es sich um einen grösseren Defekt. Das Ersatzteil musste in Montpellier angefordert werden, aber nach einigen Stunden konnten wir weiter. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob uns die Reise überhaupt noch Spass machte?

Oh ja! Trotz oder vielleicht genau wegen dieser Panne fühlten wir uns auf dem Boot nun viel sicherer. Zwar klappte das Anlegen im ersten Hafen auch noch nicht perfekt. Doch dank der Unterstützung anderer gelang uns das „Parken“ des Hausbootes beim nächsten Stop schon viel besser. Wir hatten die übrigen neun Tage keine Probleme mehr, weder beim Fahren oder Anlegen noch beim Schleusen. Im Gegenteil – das Schleusen machte uns richtig Spass.

Frontignan ist für seinen guten Muscatwein bekannt. (Bild: Christian Ferrer, Wikimedia, CC)

Frontignan ist für seinen guten Muscatwein bekannt. (Bild: Christian Ferrer, Wikimedia, CC)

Unsere Reiseroute

Vom Abfahrtsort Lattes befuhren wir zunächst den Canal du Midi Richtung Süden und besuchten Frontignan. Dann lagen wir eine Nacht im Hafen von Bouzigues, dem berühmten Austernort, anschliessend besuchten wir Mèze und Marseillan mit dem Noilly-Prat-Museum und fuhren weiter bis Agde. Auf der Rückfahrt nach Norden ging es nach Sète, die zwischen Meer und Étang de Thau liegt. Anschliessend fuhren wir Richtung Camargue und statteten Aigues-Mortes einen Besuch ab.

Insgesamt hatten wir aus landschaftlicher, historischer und kulinarischer Sicht eine tolle Reise und fast zehn Tage lang schönes Wetter. Selbst wenn es mal wolkig oder regnerisch war, blieb es angenehm warm. Und keine Angst! Hausbootfahren ist nicht so schwierig. Als blutige Anfänger wie wir sollten Sie aber mindestens zu zweit reisen. Im Hinblick auf das Anlegen und Schleusen ist das sicherer. Angst vor Pannen brauchen Sie nicht zu haben. Hilfe ist schnell vor Ort, sodass Sie Ihre Reise zu jeder Zeit geniessen können.

Hafen von Bouzigues (Bild: Matthieu FAURE, Wikimedia, CC)

Hafen von Bouzigues (Bild: Matthieu FAURE, Wikimedia, CC)

Sie können wie wir auch Ihre Fahrräder mitnehmen. Sie lassen sich an Deck mancher Boote wie auf der von uns gemieteten Pénichette gut befestigen. Sie kamen öfter zum Einsatz, allerdings nicht in Aigues-Mortes, Béze und Bouzigues.



 

Oberstes Bild: Canal du Midi bei Marseillan (© Bruno BARRAL, Wikimedia, CC)

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Über Kirsten Schlier

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