Bari – Italiens unentdeckte Perle an der Adria

17.01.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa

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Bari – Italiens unentdeckte Perle an der Adria
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Für die meisten Reisenden ist Baris Fährhafen lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg nach Kroatien, Albanien oder Griechenland. Die zweitgrösste Stadt Süditaliens hat neben ihrem geschäftigen Hafen und der Anbindung an verschiedene Billigfluglinien jedoch auch in kultureller Hinsicht einiges zu bieten. Das historische Zentrum der alten Universitätsstadt lädt nach einer aufwendigen Restaurierung mit malerischen Gassen, gemütlichen Studentenkneipen und einer unverfälschten italienischen Lebensart zu einem Besuch ein.

Im Vergleich zu vielen anderen italienischen Grossstädten scheint Bari vom Tourismus nahezu vergessen worden zu sein – oder auch verschont, denn die typischen touristischen Fressmeilen, überteuerten Souvenirläden und aufdringlichen Verkäufer sucht man hier, an der süditalienischen Adriaküste, vergeblich. Stattdessen empfängt die apulische Hauptstadt ihre Besucher mit mediterraner Gelassenheit und der landestypischen Gastfreundschaft, die hier im Gegensatz zu anderen Regionen Italiens noch nichts von ihrer Authentizität eingebüsst hat.



An einem Gem`sestand in der Altstadt von Bari (Jürgen Wolff  / pixelio.de)

An einem Gem`sestand in der Altstadt von Bari (Jürgen Wolff / pixelio.de)

Vom verbotenen Viertel zur architektonischen Perle: Baris Altstadt im Wandel der Zeit

Baris grösster Schatz ist die historische Altstadt, die – umgeben von den mächtigen mittelalterlichen Stadtmauern – mit ihren verwinkelten Gassen, prächtigen Kirchen und versteckten Piazzas bezaubert. Die Altstadt von Bari galt vor nicht allzu langer Zeit noch als zu gefährlich für Touristen; mittlerweile haben umfangreiche Restaurierungsarbeiten dem historischen Kern von Bari jedoch wieder zu seinem alten Glanz verholfen.



In historischen Palazzos laden heute Studentenkneipen, Restaurants und Terrassencafés zu einem Besuch ein. Ateliers und kunsthandwerkliche Läden säumen die engen Strassenzüge, während hinter manch einer offenen Wohnungstür Hausfrauen beim Herstellen der Orecchiette zu beobachten sind, Baris traditioneller Pasta-Spezialität.

Blumenbalkon in der Altstadt von Bari (Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de)

Blumenbalkon in der Altstadt von Bari (Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)

Über Baris Altstadt thront weithin sichtbar das Castello Svevo, das Schwabenschloss, dessen Bau bereits im 12. Jahrhundert von Roger dem Normannen in Auftrag gegeben wurde. Das Castello Svevo wurde während der Staufenzeit um zusätzliche Türme und Wehranlagen erweitert und später zu einem Palast für Isabella von Aragonien umgebaut.

Castello Svevo in Bari (Bild: Frankiechimi, Wikimedia, CC)

Castello Svevo in Bari (Bild: Frankiechimi, Wikimedia, CC)

Teil der mittelalterlichen Festung sind auch die alten Stadtmauern, welche die Altstadt von Bari bis heute umschliessen und hoch über dem Meer zu einem Spaziergang einladen. Wer lieber in Bodennähe bleibt, kann in Bari die mit 15 km längste Küstenpromenade Italiens bis zum Stadtstrand Pane e Pomodoro entlangschlendern.

Der Strand mit dem kuriosen Namen, zu Deutsch “Brot und Tomate”, ist einer von nur zwei Stadtstränden in Bari. Wenngleich die Stadt selbst kaum für ihr abwechslungsreiches Strandleben bekannt ist, bieten die flachen Küsten der Umgebung vielfältige Ausflugsmöglichkeiten für Wasserratten und Sonnenanbeter – vom Fischerstädtchen Mola di Bari mit seinen felsengesäumten Naturstränden bis zum beliebten Badeort Polignano a Mare rund 40 km südöstlich von Bari.

Altstadt von Mola di Bari (Bild: Galber, Wikimedia, CC)

Altstadt von Mola di Bari (Bild: Galber, Wikimedia, CC)

Bari – kulturelles Zentrum und Shopping-Destination

Baris wichtigste kulturelle Einrichtung ist das Teatro Petruzzelli, das grösste Theater der Stadt und zugleich eines ihrer Wahrzeichen. In unmittelbarer Nähe zum kleinen Fischerhafen hat das Teatro Petruzzelli eine wechselhafte Geschichte hinter sich: Von 1898 bis 1903 erbaut, wurde das Gebäude 1991 bei einem verheerenden Brand fast völlig zerstört und galt danach über viele Jahre hinweg als Schandfleck der Stadt. Erst nach jahrelangem Rechtsstreit zwischen Manager, Besitzern und der Stadt Bari wurde das Teatro Petruzzelli 2008 schliesslich mit öffentlichen Geldern restauriert und am 4. Oktober 2009 wiedereröffnet.



Zu den bedeutendsten und zugleich eindrucksvollsten Bauwerken der Stadt zählt auch die Basilika San Nicola, die dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzheiligen der Stadt, geweiht ist. Dass der Schutzheilige in Bari auch ein wichtiger Teil des Alltagslebens ist, können Reisende alljährlich vom 7. bis 9. Mai miterleben, wenn Strassen und Plätze der Stadt zu Ehren des Heiligen geschmückt werden und die Heiligenstatue von 400 historisch gekleideten Personen in einer Prozession von der Basilika bis zum Hafen getragen wird.

Basilika San Nicola in Bari (Bild: Italia1295, Wikimedia, CC)

Basilika San Nicola in Bari (Bild: Italia1295, Wikimedia, CC)

Das moderne Bari lädt mit gepflegten Einkaufsstrassen und Fussgängerzonen zu einem gemütlichen Bummel ein, bei dem der nächste Eisverkäufer und das nächste gemütliche Terrassencafé immer nur ein paar Schritte entfernt zu sein scheinen.

Baris Zentrum kann dank der geringen Entfernungen leicht zu Fuss erkundet werden und versprüht trotz der über 300.000 Einwohner der apulischen Hauptstadt das Flair einer beschaulichen Kleinstadt. Dass Besucher sich hier keineswegs in der Provinz befinden, zeigen neben der jungen, studentischen Bevölkerung auch die unzähligen Designerläden und internationalen Labels, die sich in der Via Sparano und der Via Argiro aneinanderreihen.

Fischerhäfen und Bergdörfer: unterwegs in Apulien



Rund um Bari lockt das ländliche Apulien mit idyllischen Fischerdörfchen und atemberaubenden Berglandschaften. Der nahegelegene Küstenort Trani beeindruckt nicht nur mit seinem malerischen Fischerhafen, sondern beherbergt auch eine der prachtvollsten Kirchenbauten der Region. Mit ihrer Lage direkt über dem Meer bietet die Kathedrale San Nicola Pellegrino vor allem in den Abendstunden einen bezaubernden Anblick, wenn der Natursteinbau von der untergehenden Sonne gebadet wird.

UNESCO-Weltkulturerbe Bergdorf Matera bei Bari (Bild: Joergsam, Wikimedia, CC)

UNESCO-Weltkulturerbe Bergdorf Matera bei Bari (Bild: Joergsam, Wikimedia, CC)

Eine Fahrtstunde südlich von Bari entführt das kleine Bergdorf Matera seine Gäste in eine ganz andere Welt. In spektakulärer Lage über dem Flusstal des Gravina di Matera ist Matera für seine frühzeitlichen Höhlensiedlungen bekannt, die seit 1993 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind und bereits im Mittelalter als “Spiegel des gestirnten Himmels” angesehen wurden. Materas Altstadt mit dem mittelalterlichen Castello Tramontano zählt dank der aussergewöhnlichen Lage zu den schönsten Altstädten der Region.



 

Oberstes Bild: Der alte Hafen von Bari (Bild: Laurent Massoptier, Wikimedia, CC)

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