Neapel – Italiens alte Seefahrerstadt am Vesuv

04.11.2013 |  Von  |  Europa, Italien
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Neapel – Italiens alte Seefahrerstadt am Vesuv
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Für die einen ist sie die schönste Stadt Italiens, für die anderen ein Stück Afrika in Europa: Neapel polarisiert Besucher und Bewohner wie kaum eine italienische Metropole. Die alte Hafenstadt am Fusse des Vesuvs ist aussergewöhnlich reich an kulturellen, geschichtlichen und geografischen Schätzen, zugleich aber auch berüchtigt für ihre Camorra und ihre Müllnotstände.

Weltbekannte Lieder wie „‚O sole mio“ stammen ebenso aus Neapel wie die Pizza Margherita.



Heute erschreckt die Stadt so manchen Besucher aber vor allem mit ihrem Verfall und einem Verkehrschaos, das in Europa unübertroffen ist. Wer in Süditalien eine entspannte Ferienzeit am Strand verbringen möchte, ist in Neapel sicherlich falsch. Dafür bietet die alte Seefahrerstadt einen Einblick in eine aussergewöhnliche kulturelle Vielfalt und in eine vielschichtige Gesellschaft, in der noch heute viel von der traditionellen italienischen Mentalität zu spüren ist.

Neapel. (Urheber. © Ra Boe / Wikipedia / Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode" target="_blank">CC</a>)

Neapel. (Urheber. © Ra Boe / Wikipedia / Lizenz: CC)

Burgen, Palazzos und Altstadtgassen: unterwegs in Neapels historischem Zentrum

Nördlich von Neapels Stadthafen erstreckt sich die historische Altstadt von der Einkaufsstrasse Via Toledo im Westen bis zum Bahnhofsvorplatz Piazza Garibaldi im Osten: ein faszinierendes Gewirr aus verwinkelten Gassen und verborgenen Piazzas, das mit seinen architektonischen Schätzen seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.



Hier, inmitten von Kirchen und Palazzos, präsentiert sich die Stadt so authentisch wie nirgendwo sonst – vom Strassenverkäufer, der für einen Euro Pizza auf die Hand verkauft, über unerschrockene Scooterfahrer mitten in den wuseligen Marktgässchen bis hin zu kleinen Strassencafés, in denen Rentner, Beamte und Studenten gleichermassen den obligatorischen Espresso nehmen. Inmitten dieser kleinen Welt für sich bietet das archäologische Museum an der Piazza Museo einen Einblick in die wechselhafte Geschichte der Stadt. In einem der weltweit bedeutendsten archäologischen Museen sind hier nicht nur zahlreiche Fundstücke aus dem nahegelegenen Pompeji ausgestellt, sondern auch Kuriositäten wie das Geheime Kabinett, eine Sammlung erotischer Kunst aus der Antike.

Obelisk Guglia dell' Immacolata (Denkmal der Unbefleckten Empfängnis) nahe der Kirche Santa Chiara auf der Piazza del Gesù Nuovo. (Urheber: Bildpixel / <a href="http://pixelio.de">pixelio.de</a>)

Obelisk Guglia dell‘ Immacolata (Denkmal der Unbefleckten Empfängnis) nahe der Kirche Santa Chiara auf der Piazza del Gesù Nuovo. (Urheber: Bildpixel / pixelio.de)

Neapel ausserhalb der Altstadt erkunden



Einer der Gründe, warum Neapel seine Besucher trotz der chaotischen Zustände immer wieder zu begeistern vermag, ist die aussergewöhnliche Lage zwischen dem Vesuv und dem Meer. Beide sind in allen Teilen der Stadt präsent, und von den höhergelegenen Stadtteilen bieten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Vulkan und den Golf von Neapel.

Besonders schön ist die Aussicht von der imposanten Festungsanlage Castel Sant’Elmo im Nobelviertel Vomero, das auf dem gleichnamigen Stadthügel Vomero liegt und über die Seilbahn Funicolare von mehreren Teilen der Altstadt aus zu erreichen ist. Ein nicht weniger atemberaubendes Panorama bietet sich vom Stadtpark Parco Virgiliano im äussersten Südwesten der Stadt, einem zu Unrecht kaum bekannten Ausflugsziel. Der Blick reicht von hier aus nicht nur über den gesamten Golf bis zum Vesuv und nach Capri, sondern umfasst auch die malerischen Küstenlandschaften rund um den westlich gelegenen Golf von Pozzuoli mit den Inseln Ischia und Procida.

Castello Aragonese Ischia. (Urheber: Marija Tojagic / pixelio.de)

Castello Aragonese Ischia. (Urheber: Marija Tojagic / pixelio.de)

Büffelmozzarella, Sfogliatelle und Pizza Margherita: Neapels kulinarische Genüsse



Neapel ist eine Stadt für Geniesser. In Neapel soll nicht nur die Pizza erfunden worden sein; die Künste der neapolitanischen „pizzaioli“, der Pizzabäcker, sind in Italien bis heute legendär. Für jeden Liebhaber des italienischen Nationalgerichts ist ein Besuch der Pizzeria Brandi in der Fussgängerzone Via Chiaia ein Muss. Die Pizzeria besteht bereits seit 1780 und rühmt sich, die Pizza Margherita erfunden zu haben.

Was die neapolitanischen Pizzen so besonders macht, ist neben den traditionellen Rezepturen auch die örtliche Büffelmozzarella. Die Milch für die kampanische Büffelmozzarella stammt von Wasserbüffeln, die in den Sumpfgebieten in mehreren Vororten von Neapel und einigen anderen kampanischen Provinzen gehalten werden. Zu den weiteren Spezialitäten der Stadt zählt die Sfogliatella, ein muschelförmiges Blätterteiggebäck mit einer ganz eigenen geschmacklichen Mischung aus Ricotta, Orangenaroma und Zimt. Nicht weniger stolz sind die Einwohner auf ihren Babà, einen rumgetränkten Napfkuchen aus Hefeteig.

Baba au rhum, Neapel. (Urheber: Armando Mancini / Wikipedia / Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en" target="_blank">CC</a>)

Baba au rhum, Neapel. (Urheber: Armando Mancini / Wikipedia / Lizenz: CC)

Capri, Vesuv und mehr: Ausflugsziele rund um Neapel

Nicht weit von Neapel entfernt liegen einige der schönsten Ausflugsziele Italiens. Capri, die Insel der Reichen und Schönen, ist mit dem Tragflächenboot keine Fahrtstunde vom Fähranleger in der Innenstadt entfernt. Vorsicht ist jedoch an windigen Tagen geboten, denn hier kommt es immer wieder einmal zu Ausfällen im Fährverkehr.

Auch der Vesuv kann bequem auf einem Tagesausflug besucht werden. Von den Orten Ercolano und Pompeji aus erreichen Besucher den Eingang zum Nationalpark Vesuv mit Shuttlebussen – eine Darbietung der italienischen Fahrweise ist meist im Preis inbegriffen.

Hafen von Capri. (Urheber: Martina Friedl / pixelio.de)

Hafen von Capri. (Urheber: Martina Friedl / pixelio.de)

Vom Parkeingang geht es auf einem kurzen, aber durch die Steigung relativ anspruchsvollen Fussmarsch bis an den Vulkankrater. Der Ausblick über den Golf von Neapel ist von hier aus ebenso spektakulär wie der Blick in das mächtige Kraterrund, in dem aufsteigende Rauchschwaden von der steten Aktivität des Vulkans zeugen.

Am Fuss des Vesuvs bieten die Ausgrabungsstätten von Pompeji einen beeindruckenden und zum Teil schaurigen Einblick in die alte Römerstadt, die im Jahr 79 unter den Asche- und Lavamassen des Vesuvs begraben wurde. Ein weniger bekannter, aber ebenfalls aussergewöhnlicher Vulkankrater kann in der Hafenstadt Pozzuoli westlich von Neapel besichtigt werden: die Solfatara. Mitten im Stadtgebiet von Pozzuoli erwarten Besucher hier rauchende Schwefeldampfquellen, brodelnde Schlammlöcher und eine Saunaanlage aus der Römerzeit.



 

Oberstes Bild: Vesuv, Neapel – © JWS – Fotolia.com

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