Heidelberg, Teil 1 – Spaziergang durch eine Altstadt, die keine Wünsche unerfüllt lässt

24.02.2014 |  Von  |  Europa
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Heidelberg, Teil 1 – Spaziergang durch eine Altstadt, die keine Wünsche unerfüllt lässt
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Mit mehr als 150.000 Einwohnern hat Heidelberg den Status einer Grossstadt, bei deren Nennung die meisten Menschen unmittelbar an die Schlossruine denken, die über der Altstadt thront und wunderschön anzusehen ist. Doch Heidelbergs Altstadt hat weit mehr zu bieten. Sie beeindruckt mit einer Reihe von Sehenswürdigkeiten und vielen gemütlichen Cafés und einladenden Bars und Kneipen.

Um vom Heidelberger Hauptbahnhof in die Innenstadt zu kommen, bedarf es einer nur sehr kurzen Fahrt mit der Strassenbahn oder mit dem Bus, wobei man auf beides am Willy-Brandt-Platz, dem Bahnhofsvorplatz, niemals lange warten muss.



Nach wenigen Haltestellen ist der Bismarckplatz erreicht, der sich am Anfang der Hauptstrasse, einer der längsten Einkaufsstrassen Europas, befindet und den Übergang zur Altstadt markiert. Betritt man diese, so taucht man zunächst ein in ein Paradies für jeden Shopping-Begeisterten: ein Laden reiht sich an den nächsten, von Bekleidungsgeschäften über Juweliere bis hin zu Schokoladenläden lässt sich hier alles erwerben, was das Herz begehrt.

Wandert man auf den Pflastersteinen der Hauptstrasse entlang, so erreicht man nach einigen Minuten den Universitätsplatz. Neben einem schönen Brunnen liegen hier die beiden Universitätsgebäude, die alte Universität und die neue Universität. Mehr als 30.000 Studenten werden hier und in den jeweiligen Gebäuden der verschiedenen Institute, von denen sich ebenfalls viele in der Altstadt befinden, unterrichtet. Die Ruprecht-Karls-Universität wurde im Jahr 1386 gegründet ist heute die beste Universität Deutschlands.

Direkt neben der neuen Universität besticht die Universitätsbibliothek mit ihrer Schönheit. Sie wurde mehrmals zur besten Universitätsbibliothek Deutschlands erklärt und hat auch aktuell diesen Status inne. Mit ihrer atemberaubenden Architektur bildet sie eines der Wahrzeichen der Stadt und beherbergt darüber hinaus einen kostbaren Schatz: den Codex Manesse, die berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters.



Unweit des Universitätsplatzes besteht die Möglichkeit, in Deutschlands Mensa der Jahre 2010 und 2011, dem Zeughaus, eine leckere Mahlzeit zu sich zu nehmen. Schon im Jahr 1921 wurde diese Mensa gegründet und viele Studenten kommen täglich hierher, nicht nur um zu essen, sondern auch, um die Atmosphäre zu geniessen, die das Zeughaus von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachts bietet. Doch nicht nur Studenten dürfen hier essen, sondern für jedermann ist die Mensa geöffnet und bietet neben gutem Essen auch Fussball-Live-Übertragungen und einmal im Monat Sonntagsbrunch.

Läuft man die Hauptstrasse weiter, wobei man diese selten passiert, ohne auf eine asiatische Reisegruppe zu treffen, so erreicht man bald das Hotel Ritter, auch Haus zum Ritter genannt, welches, im Jahr 1592 erbaut, das älteste Haus in Heidelberg ist. Einen grossen Stadtbrand im Jahr 1693 konnte es als einziges Haus überstehen, da es aus Stein errichtet ist.

Gegenüber dem Hotel Ritter ragt der Turm der Heiliggeistkirche stattlich empor. Der Grundstein für Heidelbergs grösste und bekannteste Kirche wurde im Jahr 1398 gelegt, die Bauarbeiten dauerten bis 1515 an. Sie ist aus Sandstein aus dem Neckartal errichtet und ist von gotischer und barocker Architektur geprägt. Sie gehört seit Mitte des 20. Jahrhunderts zur Evangelischen Landeskirche.





Heiliggeistkirche, Heidelberg (Bild: Ralf Gosch, fotalia)

Die Heiliggeistkirche und das Heidelberger Rathaus werden nur vom Marktplatz getrennt. Auf diesem wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Herkulesbrunnen erbaut, vor dem regelmässig Touristen posieren, da bei geschickter Kamerahaltung der Brunnen, das Rathaus und die Heidelberger Schlossruine in einem Bild festgehaltern werden können. Das Rathaus stellt ein weiteres historisches Gebäude der vielfältigen Heidelberger Altstadt dar. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde das ursprüngliche Rathaus zerstört, mit dem dreijährigen Bau des heutigen wurde im Jahr 1701 begonnen.



Vom Rathaus sind es nur wenige Meter bis zur Karl-Theodor-Brücke, die die meisten nur als alte Brücke kennen. Die alte Brücke ist, wie auch die Heiliggeistkirche, aus Sandstein aus dem Neckartal gebaut und führt von der Altstadt über den Neckar nach Neuenheim. Sie zählt mit ihrem Brückentor, das von zwei 28 Meter hohen Türmen umgeben ist, zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs.

Mit nur wenigen Schritten erreicht man von der alten Brücke aus die Untere Strasse. In dieser Kneipenmeile lässt sich ein schöner Tag in der Heidelberger Altstadt wunderbar ausklingen. Kaffee, Bars und Kneipen liegen hier dicht beieinander und laden in gemütlicher Atmosphäre zu einem unterhaltsamen Abend ein. Im Sommer lässt sich draussen das zauberhafte Altstadtflair geniessen, bei dem man bis in die Nacht hinein von einer Kneipe zur nächsten ziehen kann.

Die Heidelberger Altstadt heisst jeden herzlich willkommen und niemand verlässt sie, ohne auf seine Kosten gekommen zu sein. Vielmehr kehrt man ihr gewöhnlich mit dem brennenden Wunsch den Rücken zu, bald wieder durch ihre gemütlichen Gassen schlendern zu dürfen. Und in einer lauen Sommernacht hat schon so mancher sein Herz in Heidelberg verloren.

 



Oberstes Bild: romantische Stadt (© eyetronic / fotalia.com)

Über Oliver Greger

Geboren und aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort, der zu Heilbronn gehört, studiere aber mittlerweile in Heidelberg, einer der schönsten Städte Deutschlands, Germanistik und Anglistik, wodurch das Verfassen von Texten eine meiner Hauptaufgaben darstellt.


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