Zeit für die Zeit: Zu Besuch auf der Insel Euböa

23.04.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Zeit für die Zeit: Zu Besuch auf der Insel Euböa
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Sommerferien in Griechenland sollten es sein, doch abseits von Touristenströmen und ausschweifendem Nachtleben. Ich entschied mich für Euböa, die zweitgrösste Insel nach Kreta, die dennoch einfach noch typisch griechisch ist.

Euböa heisst „gutes Land“

Die Anreise war zwar kompliziert, aber durchaus angenehm. Mit dem Flugzeug ging es zuerst nach Athen, dann mit dem Bus eine halbe Stunde ans Meer, bevor ich mit einem kleinen Schiff auf die Insel übersetzte. Diese Fahrt dauerte nochmals knapp eine Stunde, wobei mich die wichtigsten Bestandteile erholsamer Ferien bereits begleiteten. Die Rede ist von Sonne, Wind und Meer, das herrlich blaugrün schimmert und zum Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen einlädt.



Wer übrigens auf dem griechischen Festland bleibt, kann auch einfach über eine knapp 40 Meter breite Brücke zwischen Festland und Evia, wie die Insel von den Einheimischen genannt wird, das kleine Paradies entdecken. So schön das Wetter auch ist und so herrlich warm das Klima sich präsentiert, eines fällt mir auf. Es bläst immer Wind, mal mehr, mal weniger. Doch das ist aus Sicht der Inselbewohner sogar gut, denn auf den Hügeln rund um Nea Styra sind zahlreiche Windparks angesiedelt, die die gesamte Insel energieautark machen.

Energiepark auf Euböa (Bild: ro18ger  / pixelio.de)

Energiepark auf Euböa (Bild: ro18ger / pixelio.de)

Die Einheimischen von Euböa waren schon in der Vergangenheit sehr schlaue Leute, haben sie doch damals ihre Freiheit den türkischen Belagerern abgekauft und so absichern lassen, dass auch keine griechische Regierung den Bewohnern ihr Land wegnehmen darf. Daher stammt auch der Name der Insel, denn Euböa heisst nichts anderes als „gutes Land“ – und das ist es, sowohl für Einheimische als auch für Touristen.

Ferien auf Euböa bedeutet Ferien bei Freunden

Den Slogan „Ferien bei Freunden“ habe ich oft gelesen und gehört, doch nie war er so zutreffend wie hier auf Euböa. Eines ist mir sofort bei meiner Ankunft klar: Touristen fallen hier auf der Insel auf und kommen sofort in den Genuss der typisch griechischen Gastfreundschaft. Der Gemüsehändler packt mir einen saftigen Pfirsich mehr ein, als ich eigentlich wollte, und in der Taverne erhalte ich nach der köstlichen Mahlzeit einen Ouzo auf Kosten des Hauses. Ich wohne in einer kleinen Pension, wo mich die Gastleute herzlich empfangen und fast als Tochter aufnehmen. Jeden Morgen gibt es frisch gepflückte Trauben vom hauseigenen Weinberg; nachmittags, wenn ich vom Strand komme, sitzt meine Vermieterin auf der Veranda und strickt.





Abendstimmung auf Euböa (Bild: ro18ger  / pixelio.de)

Abendstimmung auf Euböa (Bild: ro18ger / pixelio.de)

Genuss wird grossgeschrieben

Euböa ist einfach perfekt, wenn man nichts weiter tun möchte, als zu relaxen und die Sonne zu geniessen. Auch auf kulinarische Genüsse muss hier keiner verzichten. Hingegen sind Feriensstress oder auch Ablenkung in Form spektakulären Nachtlebens, von Discopartys oder Animationen Fehlanzeige. Wer hierherkommt, bekommt Griechenland quasi pur und dazu viel Zeit. Diese kann perfekt genutzt werden, um den täglichen Markt zu besuchen, frischen Schafskäse oder die frischen Früchte und herrlich duftendes Gebäck frisch aus dem Ofen zu geniessen.

Inselwelt der Kontraste

Nach entspannten Stunden am Strand miete ich mir ein Auto und beginne, die kleine Insel zu erkunden. Ich erlebe einen faszinierenden Wechsel von zauberhaften Berglandschaften mit Gipfeln bis zu 1800 Meter hoch, verschlafenen Bergdörfern und gut erhaltenen Klöstern. Dazwischen immer wieder fruchtbare Täler und Hochebenen, die von dichten Wäldern umgeben sind oder aber eine komplett verkarstete Wüste abgeben. Doch auch versteckte Buchten mit herrlichen Sand- und Kieselstränden sowie lebendige Küstenstädte und verschlafene Fischerdörfer säumen meinen Weg und ergeben ein ganz individuelles Bild der Insel.

Chiliadou-Strand auf Euböa (Bild: Ggia, Wikimedia, CC)

Chiliadou-Strand auf Euböa (Bild: Ggia, Wikimedia, CC)




Was mein historisches Interesse weckt, sind die vielen Zeugnisse ägäischer und mykenischer Besiedlung, aber auch der Einfluss des Byzantinischen Baustils ist in Kirchen und Klöstern immer wieder zu finden. Ein besonderes Schmuckstück ist das Dörfchen Styria weit oben in den Hügeln, wo ich in einem Kafenion lande und bei einer köstlichen Kugel Eis dem Besitzer fasziniert zuhöre. Er erzählt von längst vergangenen Zeiten, als Hera auf Evia lebte und Zeus sich in einen frierenden Vogel verwandelte, um der Liebsten Herz zu erobern.

Ich entdecke bei meinem Rundgang durch das Dorf aber auch den berühmten grünen Marmor, aus dem die vier grossen Säulen im Petersdom in Rom gearbeitet sind. Letztendlich bin ich am Strand gelandet, wo ich im kristallklaren Meer von Nea Styria schnorchle und winzig kleine Muscheln im Sand entdecke. Am Ende des Tages stärke ich mich mit herrlichem Bifteki, Tsatsiki und Oliven.





Strandskulptur auf Euböa (Bild: ro18ger  / pixelio.de)

Strandskulptur auf Euböa (Bild: ro18ger / pixelio.de)

Das interessanteste Gericht der Welt

Die Zeit schien während meines Aufenthaltes auf Euböa irgendwie stillzustehen, und doch kam unweigerlich die Zeit des Abschieds. Vorher musste ich allerdings noch einen Ausflug nach Avlonari unternehmen, denn dort tagt das wohl interessanteste Gericht der Welt. Man stelle sich vor, nur zweimal im Jahr finden hier Verhandlungen statt; da sitzen dann Richter, Angeklagte, Verteidiger und Staatsanwälte bei einem Ouzo zusammen und entscheiden über Recht und Unrecht und die mehr oder weniger gerechten Urteile. Doch viel wird es hier ohnehin nicht zu verhandeln geben, die Einheimischen sind gastfreundliche, liebenswerte Menschen, die von Touristeninvasionen noch verschont bleiben.



 

Oberstes Bild: Die griechische Insel Euböa bietet perfekte Sommerferien für alle (Bild: Grk1011, Wikimedia, CC)

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