Kanton Thurgau entdecken: Bodensee, Baukultur, Genuss und Familienausflüge
von belmedia Redaktion Allgemein Alltag architektenwelt.com Architektur elterntipps.ch Essen & Trinken Familie familie.ch Familienleben Familienreisen Freizeit Gastronomie gourmetnews.ch gourmettipp.ch Hotellerie Hotels Inspiration Kulinarik Kultur Magazine Museum nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Reisen Reisen & Ausflüge reiseziele.ch Restaurants Schauplätze Schweiz Schweiz Städte Städtereisen Themen Thurgau tourismus.ch Trips Wein Wellness Wellness-Aktivitäten Wellness-Trends Ⳇ Verbreitung
Der Thurgau ist ein Kanton der überraschend kurzen Wege und grossen Kontraste. Zwischen Bodensee, Untersee, Rhein und dem Tal der Thur liegen Obstgärten, Rebberge, mittelalterliche Städte, Klöster, Schlösser und Spuren einer bedeutenden Industriegeschichte. Am Arenenberg wird europäische Kaisergeschichte lebendig, in Arbon treffen Römer und Maschinenbau aufeinander, in Bischofszell prägt barocke Architektur das Stadtbild und auf dem Land bestimmen Äpfel, Wein und historische Höfe die Landschaft.
Für Reisende ergibt sich daraus eine Region, die sich nicht auf eine einzige Attraktion reduzieren lässt. Familien finden Erlebniswege, Museen und Ausflüge am Wasser, Kulturinteressierte entdecken Klosteranlagen und historische Ortskerne, während Velofahrer und Wanderer zwischen See und Hügelland unterwegs sind. Dazu kommen ungewöhnliche Übernachtungsorte, regionale Küche und die berühmte Thurgauer „Bluescht“, wenn im Frühling Tausende Obstbäume den Kanton verändern.
Vom Bodensee bis ins Tannzapfenland
Der Thurgau liegt im Nordosten der Schweiz und grenzt auf weiten Strecken an Bodensee, Untersee und Rhein.
Doch der Kanton besteht keineswegs nur aus Uferlandschaft.
Hinter dem Bodensee steigt das Gelände zum Seerücken an. Weiter südlich folgen das Tal der Thur, offene Landwirtschaftsflächen und schliesslich die hügeligeren, waldreicheren Gebiete des Hinterthurgaus.
Dort wirkt die Landschaft stellenweise bereits voralpin. Rund um Fischingen trägt die Region den Namen „Tannzapfenland“: Wälder, Hügel und kleinere Siedlungen prägen ein deutlich anderes Bild als das offene Bodenseeufer.
Gerade diese Übergänge machen Reisen durch den Thurgau interessant. Innerhalb eines Tages können historische Stadt, Seeufer, Rebberg und bewaldete Höhen miteinander verbunden werden.
„Mostindien“: ein Spitzname mit zwei Geschichten
Der volkstümliche Name „Mostindien“ gehört fast ebenso zum Thurgau wie sein Kantonswappen.
„Most“ verweist auf den Obstbau und insbesondere auf die lange Tradition der Apfelverarbeitung. Der zweite Teil des Namens spielt auf den Umriss des Kantons an, in dem mit etwas Fantasie die Form Indiens erkannt werden kann.
Der Apfel ist dabei keineswegs nur ein touristisches Symbol. Der Thurgau gehört zu den wichtigsten Obstbauregionen der Schweiz.
Plantagen, Hochstammbäume, Mostereien und Hofläden prägen zahlreiche Landschaften.
Besonders eindrucksvoll ist diese Kulturlandschaft im Frühling. Während der „Bluescht“ öffnen Apfel-, Birnen-, Kirsch- und andere Obstbäume ihre Blüten.
Der genaue Zeitpunkt hängt von Höhenlage und Wetter ab. Eine warme Frühlingsperiode kann die Blüte deutlich beschleunigen, kühle Tage verzögern sie.
Geschichte zwischen Römern, Klöstern und Eidgenossen
Die Geschichte der Region reicht weit vor die Entstehung des heutigen Kantons zurück.
Am Bodensee und Untersee finden sich Spuren früher Siedlungen. In römischer Zeit lagen bedeutende Plätze unter anderem im Raum Arbon und Eschenz.
Im Mittelalter entstand ein komplexes Geflecht aus Adelsherrschaften, Städten, Klöstern und kirchlichen Gebieten.
Diese politische Zersplitterung ist einer der Gründe für die ungewöhnlich hohe Dichte an Burgen, Schlössern, Klöstern und historischen Ortskernen.
1460 eroberten eidgenössische Orte die Landgrafschaft Thurgau. Anschliessend wurde das Gebiet als sogenannte Gemeine Herrschaft verwaltet.
Frauenfeld entwickelte sich zum Verwaltungszentrum. Dort residierte der eidgenössische Landvogt, und die Stadt war über längere Zeit ein wichtiger Tagsatzungsort.
Mit dem Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft endete 1798 die bisherige Ordnung. 1803 wurde der Thurgau zum eigenständigen Kanton der Eidgenossenschaft.
Frauenfeld: Schloss, Rathaus und Industriegeschichte
Frauenfeld ist die Hauptstadt des Kantons und ein besonders guter Ort, um diese historischen Schichten kennenzulernen.
Der Turm des Schlosses Frauenfeld entstand um 1230. Unmittelbar daneben entwickelte sich eine befestigte Siedlung. Der Name Frauenfeld ist 1246 erstmals urkundlich nachgewiesen, wenige Jahrzehnte später wird der Ort bereits als Stadt bezeichnet.
Nach der eidgenössischen Eroberung des Thurgaus wurde Frauenfeld schrittweise zum Verwaltungszentrum.
Zwischen 1712 und 1798 tagte hier regelmässig die eidgenössische Tagsatzung. Von dieser Epoche zeugen unter anderem historische Gesandtschaftshäuser und das Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Rathaus.
Doch Frauenfeld besitzt noch eine zweite architektonische Ebene.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt stark industriell. Betriebe aus Textil-, Metall-, Leder-, Lebensmittel- und anderen Branchen siedelten sich insbesondere entlang der Murg und ihrer Kanäle an.
Ehemalige Industrieanlagen wurden später teilweise zu Kultur-, Wohn- und Gewerberäumen umgebaut.
Dadurch lässt sich in Frauenfeld auf kurzer Distanz der Wandel von der mittelalterlichen Herrschaftsstadt zur Industrie- und heutigen Kantonsstadt nachvollziehen.
Bischofszell: Barockstadt nach dem grossen Brand
Bischofszell besitzt eines der eindrucksvollsten historischen Ortsbilder im Thurgau.
Die Ursprünge reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Der Name erinnert an die Verbindung zum Bischof von Konstanz.
Besonders prägend war jedoch der Stadtbrand von 1743. Rund siebzig Häuser fielen den Flammen zum Opfer, darunter das damalige Rathaus.
Der anschliessende Wiederaufbau veränderte das Erscheinungsbild nachhaltig.
Mehrere stattliche Bürgerhäuser entstanden neu. Das barocke Rathaus wurde nach Plänen von Johann Kaspar Bagnato errichtet. Zusammen mit Kirchen, historischen Häusern und älteren Befestigungselementen ergibt sich ein ungewöhnlich geschlossenes Stadtbild.
1987 erhielt Bischofszell als erste Thurgauer Gemeinde den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes.
Für Reisende lohnt es sich deshalb, nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten anzusteuern. Fassaden, Gassen, Plätze und die Übergänge zwischen den Gebäuden erzählen die Geschichte des Ortes besonders anschaulich.
Weinfelden: zwischen Marktort und Rebberg
Weinfelden liegt zentral im Kanton.
Der historische Ortskern besitzt Bürgerhäuser, Gasthäuser und Kirchen. Direkt darüber steigt der Ottenberg an.
Seine sonnenexponierten Hänge gehören zu den bekannten Weinlagen des Thurgaus.
Damit lässt sich hier besonders gut beobachten, wie eng Siedlung und Kulturlandschaft zusammengehören.
Von den Rebbergen öffnet sich bei klarer Sicht ein weites Panorama über das Thurtal bis Richtung Alpen.
Weinfelden ist zugleich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und eignet sich deshalb gut als Ausgangsort für verschiedene Tagesausflüge durch den Kanton.
Arenenberg: französische Kaisergeschichte am Untersee
Schloss Arenenberg oberhalb von Salenstein gehört zu den ungewöhnlichsten Kulturorten des Kantons.
1817 kaufte Hortense de Beauharnais das Anwesen. Sie war die Stieftochter Napoleons I. und ehemalige Königin von Holland.
Auch ihr Sohn Louis Napoléon lebte auf Arenenberg.
Später wurde aus ihm Napoleon III., Kaiser der Franzosen.
Damit besitzt der Thurgau eine direkte Verbindung zur europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts.
Heute vermittelt das Napoleonmuseum diese Zeit in historischen Räumen. Wohnbereiche, Möbel und persönliche Gegenstände geben einen vergleichsweise privaten Einblick in das Leben der kaiserlichen Familie.
Mindestens ebenso eindrucksvoll ist die Lage.
Vom Schloss und seinen Gärten reicht der Blick über Rebberge und Untersee. Architektur und Landschaft gehören hier untrennbar zusammen.
Zum Arenenberg gehören heute auch Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten, wodurch sich der Ort gut als Ausgangspunkt für mehrere Tage am Untersee eignet.
Kartause Ittingen: Klostergeschichte zwischen Rosen und Reben
Bei Warth liegt mit der Kartause Ittingen ein zweites herausragendes Kulturensemble.
Die religiöse Geschichte der Anlage reicht weit zurück. Ab 1461 lebten dort Kartäuser.
Dieser Orden war für seine zurückgezogene Lebensweise bekannt. Die Architektur spiegelte den Alltag der Mönche: Kreuzgänge, Mönchszellen, Kirche, Wirtschaftsgebäude und Gärten bildeten eine weitgehend abgeschlossene Welt.
1848 wurden die Klöster im Thurgau aufgehoben.
Heute beherbergt die Kartause unter anderem das Ittinger Museum und das Kunstmuseum Thurgau. Dazu kommen Hotel, Gastronomie, Landwirtschaft und kulturelle Veranstaltungen.
Die Gärten verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Mehr als 1’000 Rosensträucher und über 200 historische Arten beziehungsweise Varietäten bilden eine der bedeutendsten historischen Rosensammlungen der Schweiz.
Daneben gibt es Kräuter-, Gemüse-, Hopfen- und weitere Gartenbereiche sowie Rebberge.
Zur Zeit der Kartäuser spielte der Weinbau eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Im 18. Jahrhundert wurde Wein zu einer zentralen Einnahmequelle der Anlage.
Kloster Fischingen: barocke Architektur im Tannzapfenland
Im Süden des Kantons verändert sich die Landschaft.
Rund um Fischingen wird sie bewaldeter und hügeliger. Mitten darin steht das Kloster Fischingen.
Das Benediktinerkloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Seine heutige Erscheinung wird wesentlich von barocken Bauphasen geprägt.
Nach der Aufhebung der Thurgauer Klöster im 19. Jahrhundert wurde die Anlage unterschiedlich genutzt. Seit 1977 besteht wieder eine Benediktinergemeinschaft.
Heute verbindet Fischingen klösterliches Leben mit Hotel, Gastronomie, Kulturangeboten und weiteren Nutzungen.
Die ehemaligen Mönchszellen dienen teilweise als Gästezimmer.
Gerade diese Verbindung aus historischem Gebäude und heutiger Nutzung macht die Anlage besonders interessant.
Arbon: von der Römerzeit zur Maschinenindustrie
Arbon am Bodensee gehört zu den geschichtlich vielschichtigsten Städten des Kantons.
Schon in römischer Zeit befand sich dort ein wichtiger Platz. Spuren des spätantiken Kastells sind Teil der Stadtgeschichte.
Später entstand eine mittelalterliche Stadt mit Schloss, Kirchen und Bürgerhäusern.
Im 19. und 20. Jahrhundert folgte eine völlig andere Epoche.
Die Firma Saurer machte Arbon zu einem international bekannten Industriestandort. Fahrzeuge und Textilmaschinen aus Arbon wurden weit über die Schweiz hinaus exportiert.
Heute erinnert das Saurer Museum an diese Zeit. Auch ehemalige Industriegebäude gehören weiterhin zum Stadtbild.
Damit lassen sich in Arbon auf wenigen Kilometern römische Geschichte, mittelalterliche Architektur, Industriekultur und Bodenseetourismus miteinander verbinden.
Der Beitrag „Geschichtsträchtiges Arbon“ vertieft die historischen Spuren, das Bodenseeufer und die Industriegeschichte der Stadt.
Romanshorn: Hafenstadt mit Blick über den offenen Bodensee
Romanshorn entwickelte sich wesentlich durch Eisenbahn und Schifffahrt.
Der grosse Hafen erinnert an die Bedeutung des Bodensees als Verkehrsraum.
Von hier starten Schiffe, während Bahnverbindungen den Ort mit weiteren Teilen der Ostschweiz verbinden.
Für Reisende ist Romanshorn deshalb ein geeigneter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem Wasser.
Promenade, Hafen und See geben dem Ort eine deutlich andere Atmosphäre als den kleineren Dörfern am Untersee.
Kreuzlingen: Schweizer Stadt direkt an Konstanz
Kreuzlingen bildet gemeinsam mit dem deutschen Konstanz einen grenzüberschreitenden Siedlungsraum.
Nur an wenigen Orten lässt sich die Nähe zwischen Schweiz und Deutschland so unmittelbar erleben.
Der Seeburgpark gehört zu den wichtigen Freizeitflächen der Stadt. Die grosszügige Grünanlage am Bodensee eignet sich für Spaziergänge, Familienausflüge und Pausen am Wasser.
Auch die Lage macht Kreuzlingen für Reisen praktisch.
Untersee, Konstanz, Bodensee und weitere Thurgauer Orte lassen sich von hier gut erreichen.
Gottlieben: klein, historisch und kulinarisch bekannt
Am Seerhein liegt Gottlieben.
Der Ort ist klein, besitzt aber ein bemerkenswert geschlossenes historisches Erscheinungsbild. Häuser stehen dicht am Wasser, und die ruhige Lage unterscheidet sich stark von den grösseren Städten der Region.
Bekannt ist Gottlieben insbesondere durch die Gottlieber Hüppen.
Die dünnen, gerollten Waffeln werden heute in unterschiedlichen Varianten gefüllt.
Damit verbindet sich in Gottlieben eine typische Thurgauer Kombination: historischer Ort, Wasserlandschaft und eine kulinarische Spezialität mit klarer regionaler Herkunft.
Diessenhofen: Holzbrücke über den Rhein
Ganz im Westen des Kantons liegt Diessenhofen.
Die historische Kleinstadt steht unmittelbar am Rhein und besitzt noch viele ältere Gebäude und mittelalterliche Strukturen.
Besonders eindrucksvoll ist die gedeckte Holzbrücke.
Sie verbindet das Schweizer Ufer mit Deutschland und prägt gemeinsam mit der Altstadt das Erscheinungsbild.
Der Rhein ist hier nicht bloss politische Grenze. Er bildet einen Kultur- und Verkehrsraum, an dessen beiden Ufern Orte miteinander verbunden sind.
Äpfel: vom Baum bis in die Mosterei
Die kulinarische Reise durch den Thurgau beginnt beim Apfel.
Tafeläpfel, Most, Süssmost, getrocknete Früchte und Destillate zeigen nur einen Teil der Verarbeitung.
Viele landwirtschaftliche Betriebe verkaufen ihre Erzeugnisse direkt in Hofläden.
In Arbon macht das Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum MoMö die Geschichte der Obstverarbeitung für Erwachsene und Kinder zugänglich.
Dort lässt sich nachvollziehen, wie aus dem Apfel Saft wird und welche Rolle Obstbau und Bestäubung für die Landwirtschaft spielen.
Der Altnauer Apfelweg verbindet das Thema direkt mit der Landschaft. Verschiedene Routen führen durch Obstanlagen und werden durch Informations- und Erlebnisstationen ergänzt.
Der belmedia-Beitrag „Thurgau Bodensee: Blütenrausch im Apfelkanton“ bietet zusätzliche Anregungen für Reisen während der Obstblüte.
Thurgauer Mosttorte: Apfelaroma in der Konditorei
Eine typische süsse Spezialität ist die Thurgauer Mosttorte.
Rezepte unterscheiden sich, doch charakteristisch ist die Verbindung von Kuchen- beziehungsweise Biskuitschichten mit einer Creme und Aromen rund um Apfel oder Most.
Die Torte ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie ein landwirtschaftliches Produkt in die regionale Backtradition gelangt.
In Konditoreien lassen sich unterschiedliche Interpretationen entdecken.
Wein: vom Untersee bis zum Ottenberg
Neben Obst prägt Wein die Thurgauer Genusslandschaft.
Rebberge finden sich besonders am Untersee, rund um Weinfelden und an weiteren geeigneten Lagen.
Pinot Noir gehört zu den wichtigen roten Sorten.
International besonders bekannt ist allerdings ein anderer Name: Müller-Thurgau.
Der Rebenforscher Hermann Müller wurde 1850 in Tägerwilen geboren. Die von ihm gezüchtete Rebsorte trägt seinen Herkunftskanton im Namen.
In der Schweiz ist die Sorte häufig als Riesling-Silvaner bekannt.
Dieser Name ist botanisch jedoch irreführend. Genetische Untersuchungen zeigten, dass die Elternsorten Riesling und Madeleine Royale sind und nicht Riesling und Silvaner.
Für Weinreisende bieten sich Spaziergänge und Wanderungen durch die Rebberge des Untersees und des Ottenbergs an.
Tilsiter: ein internationaler Name mit Thurgauer Geschichte
Auch die Geschichte des Schweizer Tilsiters führt in den Thurgau.
Der Käsetyp trägt zwar den Namen der ehemaligen ostpreussischen Stadt Tilsit, doch die Schweizer Herstellung begann Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem im Thurgau.
Damit zeigt sich erneut, wie regionale Küche durch Austausch entsteht.
Neben Käse, Äpfeln und Wein spielen in der Gastronomie saisonale Produkte aus Landwirtschaft und Bodenseeregion eine wichtige Rolle.
Familien: zwischen Apfelweg, Museum und Piratenabenteuer
Für Familien besitzt der Thurgau eine besonders grosse Auswahl an Ausflügen.
Das MoMö in Arbon verbindet Museum und Erlebniswelt.
Der Apfelweg in Altnau führt durch Obstgärten und vermittelt Wissen spielerisch.
Historische Museen wie Schloss Frauenfeld schaffen einen Zugang zur Kantonsgeschichte.
Auch am Wasser gibt es verschiedene Angebote.
Schifffahrten auf Bodensee, Untersee und Rhein lassen sich mit Wanderungen und Ortsbesichtigungen kombinieren.
Die touristische Familienroute entlang des Bodensees verbindet verschiedene Stationen zwischen Arbon und Kreuzlingen.
Hinzu kommen Naturbadeplätze, Spielplätze, Pumptracks, Bauernhoferlebnisse und Schlechtwetterangebote.
Natur abseits des Bodenseeufers
Der Bodensee ist das bekannteste Landschaftselement des Thurgaus, aber bei weitem nicht das einzige.
Im Seebachtal liegen Hüttwilersee, Nussbaumersee und Hasensee.
Feuchtgebiete, Wälder, Landwirtschaft und kleinere Seen bilden dort eine wesentlich stillere Landschaft.
Der Rhein bietet wiederum einen anderen Charakter. Besonders die Strecke zwischen Untersee, Stein am Rhein und Schaffhausen gehört zu den landschaftlich reizvollen Flussabschnitten.
Im Süden bestimmen Wälder und Hügel das Tannzapfenland.
Diese Unterschiede machen Rundreisen abwechslungsreicher als reine Touren entlang des Bodenseeufers.
Mit dem Velo durch Mostindien
Der Thurgau eignet sich besonders gut für Veloreisen.
Die Höhenunterschiede sind in vielen Regionen moderat, während das Wegenetz zahlreiche Kombinationen zwischen See, Landwirtschaft und historischen Orten ermöglicht.
Entlang von Bodensee, Untersee und Rhein können Velotouren teilweise mit Bahn oder Schiff kombiniert werden.
Inlandrouten führen durch Obstgärten, über den Seerücken oder Richtung Hinterthurgau.
Gerade mit dem Velo wird sichtbar, wie schnell sich die Landschaft verändert.
Zwischen zwei Orten liegen häufig Hofläden, kleine Weiler, Rebberge oder Aussichtspunkte, die bei einer reinen Autofahrt leicht übersehen werden.
Wandern zwischen Reben, Seen und Wäldern
Auch Wanderer finden sehr unterschiedliche Landschaften.
Am Untersee führen Wege durch Rebberge und historische Dörfer.
Im Seebachtal stehen kleine Seen und Naturflächen im Mittelpunkt.
Rund um Fischingen verlaufen Routen durch das waldreiche Tannzapfenland.
Der Seerücken bietet Aussichtspunkte über den Bodensee und Richtung Alpen.
Themenwege verbinden Bewegung zusätzlich mit Kultur oder Landwirtschaft.
Damit lässt sich ein Wandertag im Thurgau häufig mit Museum, Hofladen oder Gastronomie verbinden.
Hotels: vom Klosterzimmer bis zum Wellnesshotel
Auch bei den Unterkünften zeigt sich die Vielfalt des Kantons.
In der Kartause Ittingen lässt sich unmittelbar in einem historischen Kulturensemble übernachten.
Das Kloster Fischingen verbindet ebenfalls historische Räume mit Hotelbetrieb.
Der Arenenberg verfügt über ein eigenes Hotel und eignet sich besonders für Aufenthalte am Untersee.
In Arbon bieten Häuser wie der Römerhof eine Kombination aus historischem Ambiente, Gastronomie und Bodenseenähe.
Wer Wellness und Komfort sucht, findet in Lipperswil das Wellnesshotel Golf Panorama mit Spa, Restaurant und Golfplatz.
Am See gibt es weitere Hotels in Güttingen, Romanshorn, Kreuzlingen, Berlingen oder Gottlieben.
Daneben gehören Ferienwohnungen, Bauernhöfe, Campingplätze und aussergewöhnliche Übernachtungsformen zum touristischen Angebot.
Gerade Familien können dadurch zwischen klassischem Hotel und naturnäheren Varianten wählen.
Aussergewöhnlich schlafen: Jurte, Zirkuswagen und Natur
Der Thurgau hat sich in den vergangenen Jahren auch mit ungewöhnlichen Übernachtungsformen positioniert.
Am Bodensee und in ländlichen Regionen stehen beispielsweise Jurten oder besondere Campingunterkünfte zur Verfügung.
Auf dem Campingplatz Wagenhausen gehören Zirkuswagen zum Übernachtungsangebot.
Solche Unterkünfte eignen sich besonders für Reisende, bei denen das Übernachten selbst Teil des Ausflugs sein soll.
Da viele dieser Angebote saisonal betrieben werden, sollten Verfügbarkeit und Buchungsbedingungen vor der Reise aktuell geprüft werden.
Video: der Thurgau zwischen Bodensee und grüner Kulturlandschaft
Frühling: die Zeit der „Bluescht“
Für Landschaftsreisen ist der Frühling besonders attraktiv.
Dann verwandeln Obstblüten grosse Teile der landwirtschaftlich geprägten Regionen.
Beliebt sind Touren rund um Egnach, Altnau und weitere Obstbaugebiete.
Da der Blühbeginn stark vom Wetter abhängt, sollte kurz vor der Reise geprüft werden, welche Regionen gerade in voller Blüte stehen.
Auch Rebberge, Wälder und Wiesen beginnen während dieser Wochen ihren Charakter zu verändern.
Sommer: Bodensee, Rhein und Freibäder
Im Sommer rückt das Wasser in den Mittelpunkt.
Strandbäder, natürliche Badestellen, Schifffahrt und Wassersport bieten Abkühlung.
Arbon, Romanshorn, Kreuzlingen und kleinere Orte am See eignen sich für Tagesausflüge.
Auch Rhein und Untersee lassen sich auf dem Wasser erleben.
Für Familien sind Kombinationen aus Badi, Schiff und kurzer Wanderung besonders unkompliziert.
Herbst: Wein, Äpfel und klare Landschaften
Der Herbst zeigt die landwirtschaftliche Seite des Kantons besonders deutlich.
Äpfel werden geerntet, in den Rebbergen beginnt beziehungsweise läuft die Weinlese und Hofläden bieten zahlreiche regionale Produkte.
Die Farben der Landschaft wechseln von Grün zu Gelb, Rot und Braun.
Für Wander- und Velotouren sind die Temperaturen häufig angenehmer als im Hochsommer.
Winter: Kulturorte und stille Landschaft
Im Winter wird es ruhiger.
Museen, historische Städte und Klosteranlagen rücken stärker in den Mittelpunkt.
Frauenfeld, Bischofszell, Arbon und Arenenberg eignen sich auch ausserhalb der Hauptsaison als Kulturziele, wobei aktuelle Öffnungszeiten jeweils geprüft werden sollten.
Restaurants und Hotels machen den Kanton auch für kurze Winterwochenenden interessant.
Drei Tage Thurgau: eine Route durch unterschiedliche Welten
Der kompakte Kanton lässt sich gut in drei thematische Reisetage gliedern.
Tag 1: Untersee, Arenenberg und Diessenhofen
Der erste Tag beginnt auf Arenenberg.
Schloss, Park und Napoleonmuseum verbinden Geschichte mit einem weiten Blick über den Untersee.
Danach führt die Route entlang des Wassers über Orte wie Ermatingen, Gottlieben, Berlingen oder Steckborn.
Als Abschluss eignet sich Diessenhofen mit Altstadt und Holzbrücke über den Rhein.
Tag 2: Frauenfeld, Kartause Ittingen und Seebachtal
Am zweiten Tag steht zunächst Frauenfeld auf dem Programm.
Schloss, Rathaus und Altstadt vermitteln die politische Geschichte des Kantons.
Wenige Kilometer entfernt wartet die Kartause Ittingen mit Kirche, Museen, Gärten und Gastronomie.
Anschliessend bietet das Seebachtal einen ruhigen landschaftlichen Abschluss.
Tag 3: Weinfelden, Bischofszell und Arbon
In Weinfelden treffen historischer Ortskern und Rebberge zusammen.
Danach lohnt ein Besuch in Bischofszell mit seinem barocken Stadtbild.
Arbon bringt am Ende des Tages Römergeschichte, mittelalterliche Stadt, Saurer-Industriekultur und Bodensee zusammen.
Öffentlicher Verkehr erleichtert Rundreisen
Der Thurgau lässt sich gut ohne Auto erkunden.
Bahnlinien verbinden unter anderem Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen, Romanshorn und Arbon.
Regionalbusse erschliessen kleinere Orte.
Schiffe auf Bodensee, Untersee und Rhein schaffen während der Saison zusätzliche Verbindungen.
Besonders praktisch ist die Kombination aus Bahn und Velo.
So müssen längere Touren nicht zwingend als Rundstrecke geplant werden.
Was den Thurgau als Reiseziel besonders macht
Der Kanton besitzt kein einzelnes Monument, das alles andere überragt.
Seine Stärke liegt vielmehr im Zusammenspiel.
Arenenberg verbindet französische Kaisergeschichte mit Schweizer Rebbergen.
Die Kartause Ittingen verbindet Klosterarchitektur, Gartenbau, Kunst und Landwirtschaft.
Arbon bringt Römer, mittelalterliche Stadt und Industriekultur zusammen.
Bischofszell erzählt über seine Fassaden von einem verheerenden Stadtbrand und dem anschliessenden barocken Wiederaufbau.
Dazu kommt eine Landschaft, deren Produkte direkt in die regionale Küche hineinreichen.
Apfel, Most, Wein, Käse und weitere Erzeugnisse sind keine künstlich erfundenen Tourismusmarken, sondern Teil einer lange gewachsenen Wirtschafts- und Kulturlandschaft.
Fazit: Der Thurgau belohnt Reisende, die genauer hinschauen
Der Thurgau ist weit mehr als eine grüne Region am Bodensee.
Zwischen Frauenfeld, Untersee, Arbon und dem Tannzapfenland liegen historische Städte, Klöster, Weinberge, Obstgärten und Naturgebiete erstaunlich dicht beieinander.
Architektur erzählt dabei fast überall Geschichte: mittelalterliche Burgen, barocke Bürgerhäuser, ehemalige Klöster und Industrieanlagen zeigen unterschiedliche Epochen des Kantons.
Kulinarisch prägen Äpfel, Most und Wein die Region, ergänzt durch lokale Spezialitäten und eine vielfältige Gastronomie.
Familien finden Erlebniswege, Museen, Schifffahrt und Naturangebote. Aktive Reisende können den Kanton zu Fuss oder mit dem Velo erschliessen. Wer länger bleibt, hat die Wahl zwischen klassischen Hotels, historischen Anlagen, Wellnessunterkünften und ungewöhnlicheren Schlafplätzen.
Gerade diese Mischung macht den Thurgau interessant. Der Kanton wirkt nicht wie eine durchinszenierte Ferienregion, sondern wie eine Kulturlandschaft, in der Geschichte, Landwirtschaft, Architektur und Freizeit eng miteinander verbunden geblieben sind.
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