Seit 1928 in Zürich: Warum KLM älter ist als der Flughafen Kloten
von belmedia Redaktion Airlines Allgemein Alltag Flug flughafen.ch Flugzeug Magazine Mobilität motor.ch nachrichtenticker.ch News Orte Regionen Reisen & Ausflüge reiseziele.ch Schweiz Schweiz Themen tourismus.ch Zürich Ⳇ Verbreitung
Die älteste heute am Flughafen Zürich vertretene Fluggesellschaft kommt aus den Niederlanden. KLM Royal Dutch Airlines wurde am 7. Oktober 1919 gegründet und ist damit 107 Jahre alt. Seit dem 23. April 1928 verbindet die traditionsreiche Airline Zürich mit Amsterdam – eine bemerkenswerte Geschichte, die sogar älter ist als der heutige Flughafen Zürich-Kloten.
Der erste KLM-Flug nach Zürich fand mit einer Fokker F.VIIa statt. Am Steuer sass der niederländische Pilot Evert van Dijk, das Flugzeug trug das Kennzeichen H-NACT. Die Maschine landete allerdings nicht in Kloten, sondern auf dem damaligen Zürcher Verkehrsflugplatz Dübendorf. Erst zwanzig Jahre später nahm der heutige Flughafen Zürich seinen Betrieb auf.
Für die Schweizer Luftfahrt ist KLM deshalb ein besonderer Zeitzeuge. Die Fluggesellschaft erlebte den Übergang von Dübendorf nach Kloten, den Zweiten Weltkrieg, das Aufkommen der Düsenflugzeuge und die Entwicklung Zürichs zum internationalen Drehkreuz. Auch im Oktober 2026 gehört KLM weiterhin zu den regelmässigen Fluggesellschaften am Flughafen Zürich.
1919 begann die Geschichte der KLM
Am 7. Oktober 1919 gründeten acht Investoren aus der niederländischen Wirtschafts- und Bankenwelt die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij, kurz KLM.
Bereits vor der Gründung hatte Königin Wilhelmina der Gesellschaft die königliche Bezeichnung verliehen.
Albert Plesman übernahm die Leitung und prägte die Entwicklung der jungen Fluggesellschaft über Jahrzehnte.
Der erste reguläre KLM-Flug fand am 17. Mai 1920 zwischen London und Amsterdam statt. Eingesetzt wurde eine gemietete De Havilland DH-16.
Damals war die zivile Luftfahrt noch ein Abenteuer. Kleine Flugzeuge, begrenzte Reichweiten und einfache Flugplätze bestimmten den Betrieb.
Am 23. April 1928 landete KLM erstmals in Zürich
Die Verbindung zwischen den Niederlanden und der Schweiz begann zunächst in Basel.
Am 2. Mai 1927 nahm KLM eine Verbindung von Basel nach Amsterdam-Schiphol auf. Die Strecke führte über Brüssel und Rotterdam.
Ein Jahr später folgte Zürich.
Am 23. April 1928 steuerte Evert van Dijk eine Fokker F.VIIa mit dem Kennzeichen H-NACT nach Zürich.
Für die Schweizer Luftfahrt war das ein wichtiger Schritt bei der internationalen Vernetzung.
Der Flugverkehr war damals noch weit vom heutigen Massenverkehr entfernt. Flugzeuge waren kleiner, die Infrastruktur einfacher und internationale Reisen auf dem Luftweg vergleichsweise selten.
Warum die ersten KLM-Maschinen in Dübendorf landeten
Wer die Zürcher Flughafengeschichte betrachtet, muss zwischen Dübendorf und Kloten unterscheiden.
Als KLM 1928 nach Zürich kam, wurde der zivile Luftverkehr über den Flugplatz Dübendorf abgewickelt.
Der heutige Flughafen Zürich-Kloten existierte noch nicht.
Erst am 14. Juni 1948 begann der Betrieb auf der neuen Westpiste in Kloten. An diesem Tag landete eine Swissair Douglas DC-4 aus Kairo.
Damit setzte eine neue Phase der Schweizer Luftfahrtgeschichte ein.
KLM gehörte zu den Fluggesellschaften, die den neuen Flughafen von Beginn an bedienten.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Verbindung
Die Entwicklung verlief nicht ohne Unterbrechungen.
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs musste KLM ihre Verbindung zwischen Zürich und Amsterdam einstellen.
Am 21. Januar 1946 wurde der Linienverkehr wieder aufgenommen.
Damit kehrte die niederländische Fluggesellschaft noch vor der Eröffnung des Flughafens Kloten nach Zürich zurück.
Die Wiederaufnahme war Teil des Wiederaufbaus des europäischen Luftverkehrs nach Kriegsende.
Von Propellermaschinen zum modernen Linienverkehr
Seit dem ersten Zürich-Flug hat sich die Luftfahrt grundlegend verändert.
Auf die frühen Fokker-Maschinen folgten leistungsfähigere Propellerflugzeuge und später moderne Düsenjets.
1960 begann für KLM mit der Douglas DC-8 das Jet-Zeitalter.
Grössere Reichweiten, kürzere Reisezeiten und steigende Passagierzahlen veränderten den internationalen Flugverkehr nachhaltig.
Auch Zürich entwickelte sich vom vergleichsweise kleinen europäischen Flughafen zu einem bedeutenden internationalen Luftverkehrsstandort.
Eine einschneidende Zäsur erlebte der Standort mit dem Swissair-Grounding vom 2. Oktober 2001. Die Krise verdeutlichte, wie stark die Entwicklung eines Flughafens mit seinen Fluggesellschaften verbunden ist.
Amsterdam bleibt ein wichtiges Drehkreuz
Heute verbindet KLM Zürich mit ihrem Heimatflughafen Amsterdam-Schiphol.
Über dieses Drehkreuz erreichen Reisende zahlreiche europäische und interkontinentale Ziele.
Für Schweizer Passagiere ist Amsterdam insbesondere als Umsteigeflughafen für Weiterreisen nach Nordamerika, Asien und in andere europäische Länder interessant.
KLM gehört seit 2004 zur Air-France-KLM-Gruppe, tritt aber weiterhin unter ihrem traditionsreichen Namen auf.
Gerade diese Kontinuität macht die Gesellschaft in der internationalen Luftfahrtgeschichte besonders.
2028 folgt das grosse Zürcher Jubiläum
Am 23. April 2028 jährt sich der erste KLM-Flug nach Zürich zum hundertsten Mal.
Schon 2023 feierte die Fluggesellschaft das 95-jährige Bestehen der Strecke. Am Flughafen Zürich wurden Reisende damals unter anderem mit kleinen Geschenken überrascht.
Die historische Verbindung steht exemplarisch für den Wandel des Luftverkehrs: Aus einer frühen europäischen Flugroute ist eine etablierte Verbindung zwischen zwei bedeutenden Flughäfen geworden.
Für Zürich bedeutet das eine Partnerschaft, deren Anfänge noch in die Zeit vor dem Flughafen Kloten zurückreichen.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert