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Copán – Hochzentrum der Mayakultur in Honduras

02.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Nordamerika
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Copán – Hochzentrum der Mayakultur in Honduras
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Im Gegensatz zum Nachbarland Guatemala wird Honduras kaum von Touristen besucht. Eine Ausnahme ist Copán, die alte Mayastadt im äussersten Westen des Landes. Copán ist nur wenige Kilometer von der guatemaltekischen Grenze entfernt, und so bietet sich bei einer Guatemala-Reise ein kurzer Abstecher ins Nachbarland an, um auf der „Maya-Route“ die bedeutendste archäologische Stätte in Honduras zu besuchen.

Dass Copán bei vielen Reisenden ganz oben auf der Liste steht, liegt aber nicht nur an der guten Erreichbarkeit. Vor über tausend Jahren zählte die Stadt zu den grossen Zentren der Mayakultur, und heute noch können Besucher hier einige der eindrucksvollsten Maya-Skulpturen und Kunstwerke bestaunen, die in ganz Mittelamerika erhalten sind.

Im Gegensatz zu anderen bedeutenden Mayastädten ist es nicht so sehr die Grösse, mit der Copán beeindruckt. Es sind vielmehr die aussergewöhnlich filigranen Stelen, Hieroglyphen und Figuren, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Seit 1980 zählt die Ruinenstätte Copán zum UNESCO-Weltkulturerbe.





Detail am Ballspielplatz (© Gustavo Jeronimo / Wikimedia / CC) maya kultur

Detail am Ballspielplatz (© Gustavo Jeronimo / Wikimedia / CC)




Maya Kultur: Aufstieg und Fall von Copán

Copán bildet das östliche Ende des historischen Mayagebiets. Das Tal von Copán war bereits rund 1300 Jahre v. Chr. bewohnt, und aus der Region stammen einige der ältesten Jadeschmuckstücke in ganz Mesoamerika. Zu einer bedeutenden Stadt entwickelte sich die Siedlung jedoch erst während der klassischen Maya-Periode (250 – 900 n. Chr.). Ab dem 5. Jahrhundert regierten die ersten Maya-Herrscher über die Stadt, und im 8. Jahrhundert erreichte Copán seine Blütezeit unter einem Herrscher namens „18 Kaninchen“. Unter „18 Kaninchen“ wurden den vergangenen Königen kunstvolle Stelen errichtet, neue Gebäude erschaffen und vorhandene Bauten erneuert.

Zu dieser Zeit war Copán auf dem Höhepunkt seiner Macht und zählte neben Tikal, Palenque und Calakmul zu den bedeutendsten Mayastädten. Wenige Jahrhunderte später wurde allerdings die dichte Besiedelung zum Problem, denn die Stadt war auf bis zu 30.000 Einwohner angewachsen. Landwirtschaftliche Nutzfläche wurde knapp, extreme Abholzung führte zu Bodenerosion, und der Zorn der Bewohner richtete sich schliesslich gegen den König, seine Familie und seinen Hofstaat, die trotz der Not der Menschen in Luxus lebten. Eine kontinuierliche Abwanderung begann, bis das Tal von Copán Mitte des 13. Jahrhunderts vollständig unbewohnt blieb.

Zeichen königlicher Macht: die Stelen von Copán (© HJPD / Wikimedia / CC) maya kultur

Zeichen königlicher Macht: die Stelen von Copán (© HJPD / Wikimedia / CC)

Städtebau als Symbol für das Maya-Weltbild

Ebenso wie in anderen Mayastädten hatte auch in Copán jedes Detail seine Bedeutung. Neben der Verherrlichung der Königsfamilie ging es den Architekten der Maya vor allem darum, das Weltbild ihrer Zeit darzustellen. So sind die Wohnstätten von Copán in vier Bereiche gegliedert, die die vier Himmelsrichtungen symbolisieren. Die königliche Residenz liegt im Zentrum der Anlage, um die Rolle des Königs als Herrscher und Bewahrer der Weltordnung zu betonen. Die Hauptgebäude von Copán reihen sich um einen grossen Hauptplatz und eine Akropolis mit mehreren Plattformen und Terrassen.



Die Akropolis bildete einst das politische und religiöse Zentrum der Stadt. Hier lagen nicht nur die königliche Residenz und die wichtigsten Verwaltungsgebäude, sondern auch mehrere grosse Pyramidentempel, von denen der Tempel 26 besonders für seine kunstvolle Hieroglyphentreppe bekannt ist. Auf 55 Stufen erzählen 2200 Hieroglyphenblöcke die Geschichte der Stadt Copán und bilden damit den längsten Mayatext, der jemals in Stein gemeisselt wurde. Auch der Altar Q an der Akropolis erzählt mit filigranen Hieroglyphen von den Herrscherdynastien der Stadt. Die von „18 Kaninchen“ errichteten Stelen wiederum ziehen sich über eine Strecke von 20 km durch das gesamte Tal von Copán und berichten von Leben und Wirken der vergangenen Könige.

Maya-Hieroglyphen am Altar Q (© HJPF / Wikimedia / CC) maya kultur

Maya-Hieroglyphen am Altar Q (© HJPF / Wikimedia / CC)




Der Ballspielplatz: typisch für die mesoamerikanischen Kulturen

Wie praktisch alle Städte mesoamerikanischer Kulturen verfügte auch Copán über einen eigenen Ballspielplatz. Das mesoamerikanische Ballspiel – eine Mischung aus Fussball und Handball – diente nicht nur der Belustigung, sondern erfüllte vor allem eine rituelle Funktion. Das Spektakel blieb wohl den oberen Schichten als Zuschauer vorbehalten, und vermutlich wurde mit dem Ausgang des Spiels über Menschenleben, den Ausgang von Kriegen und ähnlich bedeutende Dinge entschieden.

Viele Einzelheiten sind bis heute ungeklärt, so zum Beispiel, ob die Spieler in zwei Mannschaften oder alle gemeinsam spielten. Viele Forscher sehen das Ziel des Spiels darin, den Ball – der die Sonne darstellte – immer in der Luft zu halten und niemals zu Boden fallen zu lassen. Es gilt als wahrscheinlich, dass das mesoamerikanische Ballspiel europäische Ballspielarten wesentlich in ihrer Entwicklung beeinflusst hat. Der Ballspielplatz von Copán ist der zweitgrösste Platz, der im Gebiet der Maya jemals entdeckt wurde. Er symbolisiert den Eingang zur Unterwelt und ist mit Abbildungen der ersten beiden Ballspieler versehen, die laut Maya-Glaube einst im Spiel gegen die Götter der Unterwelt siegten.

Ballspielplatz von Copán (© HJPD / Wikimedia / CC) maya kultur

Ballspielplatz von Copán (© HJPD / Wikimedia / CC)




Von Guatemala nach Copán

Die meisten Reisenden besuchen Copán im Rahmen einer Guatemala-Rundreise. Vom guatemaltekischen Chiquimula aus ist die Ruinenstadt in einer guten Stunde mit dem Taxi zu erreichen. Von Guatemalas touristischem Zentrum Antigua bieten viele Agenturen einen Shuttle-Service an, der etwa sechs Stunden bis nach Copán braucht. Sinnvoll ist es in jedem Fall, bereits früh am Morgen an der archäologischen Stätte einzutreffen. So können die Ruinen in aller Ruhe besichtigt werden, bevor die grösste Hitze einsetzt und der Grossteil der Tagesbesucher eintrifft.

 

 

Oberstes Bild: Detail am Tempel 22 (© Talk2winik / Wikimedia / public domain)

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