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Eiskalte Wüstenödnis für naturverbundene Wanderer – Islands bezaubernde Westfjorde

22.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Eiskalte Wüstenödnis für naturverbundene Wanderer – Islands bezaubernde Westfjorde
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Island – das Land der Vulkane, Gletscher und Geysire. Die meisten Urlauber, die eine Reise in das raue Land wagen, starten von der Hauptstadt Reykjavík aus, wenn sie die Naturphänomeen der Insel erkunden möchten.

Wer jedoch völlig unberührte Natur erleben und sich dabei auf besonders harte klimatische Bedingungen einlassen möchte, sollte einen Ausflug zu den Westfjorden in Erwägung ziehen. Den Höhepunkt dieser abenteuerlichen Reise bildet der Vogelfelsen, der jeden Reisenden für seine Entbehrungen entlohnt.



Westfjorde – raue Landschaft in grenzenloser Einsamkeit

Wie eine Hand mit vier Fingern ragt die Halbinsel der isländischen Westfjorde in das Meer hinein – vom Rest Islands durch ein schmales Gelenk von etwa zehn Kilometern Breite getrennt. Wir erkennen bereits auf der Landkarte, dass es sich hier um eine besonders menschenleere Gegend handelt; dieses Gebiet, das die meisten Fjorde präsentiert, und eine Küstenlänge von 2100km aufweist, wird von nur rund 8000 Menschen bewohnt. Dabei ist es eben diese Einsamkeit und unberührte Natur, die uns schliesslich aufbrechen lässt, um dem relativ harten Klima zu trotzen, das auch während der Sommermonate Nebel, Wind, Regen und Schnee bescheren kann.





Wasserfall Godafoss in der Westfjorde (Bild: Bromr, Wikimedia, CC)

Wasserfall Godafoss in der Westfjorde (Bild: Bromr, Wikimedia, CC)




Látrabjarg – das Paradies wilder Vögel

Unsere Reise beginnt vom Fährhafen in Brjánslækur an der Südküste der Westfjorde. Von dort aus arbeiten wir und mit dem Mietwagen auf groben Schotterpisten in Richtung Osten nach Látrabjarg vor. Doch bereits der Weg dorthin ist eine eigene Reise wert: uns erwartet eine gewaltige Naturlandschaft mit schroffen Bergen, kilometerlangen Buchten, die sanft geschwungen sind und hellen Dünenlandschaften. Unterwegs legen wir einige Zwischenstopps ein, um die Landschaft noch intensiver zu betrachten; wir laufen ein Stück an den einsamen Sandstränden entlang, bewundern türkisfarbenes Meer und in die Fjorde hineinreichende Sandbänke. Am westlichsten Zipfel Europas angekommen, überfällt uns die absolute Einsamkeit: Zu dem kleinen Leuchtturm Bjargtani, den wir als Erstes besichtigen, gibt es zwar noch eine Strasse, vom Parkplatz führt dann der Weg jedoch auf die Klippe. Von dort aus geht es weiter in Richtung Osten. Schliesslich sind wir am berühmten Vogelfelsen angekommen – den grössten im Atlantik, der sich über insgesamt 14km erstreckt. Wir beobachten zahlreiche unterschiedliche Arten, die auf den Felsvorsprüngen der senkrechten Klippen brüten und dabei ein grosses Spektakel veranstalten. Neben Dreizehenmöven finden wir Papageientaucher oder Eissturmvögel, die wild umherfliegen.

Papageitaucher bei Látrabjarg, Island (Bild: Aconcagua, Wikimedia, GNU)

Papageitaucher bei Látrabjarg, Island (Bild: Aconcagua, Wikimedia, GNU)

Begegnung mit dem Polarfuchs – erholsame Einsamkeit in Strandir



Nachdem wir eine ausgiebige Pause an den felsigen Stränden eingelegt haben – gut, dass wir an den Campingkocher für unterwegs gedacht haben! – führt unsere Reise weiter in Richtung Strandir. Hier erkennen wir schnell, aus welchem Grund die Strandirküste und das sich in Richtung Norden anschliessende Naturschutzgebiet Hornstrandir zu den wildesten und einsamsten Landschaften in Island zählt – an der Küste erwarten uns schmale Buchten und Täler und vor allem schroff abfallende Berge mit mächtigen Klippen. Es handelt sich um eine riesige Einöde, die jedem Besucher die eigene Begrenztheit und Vergänglichkeit vor Augen führt – ein Erlebnis, das sich in Worte fast nicht beschreiben lässt. In dieser menschenleeren Gegend haben sich zahlreiche Seevögel und sogar der Polarfuchs ausgebreitet, denen man während seiner Spaziergänge durchaus begegnen kann.

Wasserfall Baejarfoss, Westfjorde, Island (Bild: Bromr, Wikimedia, GNU)

Wasserfall Baejarfoss, Westfjorde, Island (Bild: Bromr, Wikimedia, GNU)




Wir fahren weiter auf der Strasse 643 entlang, die kurz vor Fell endet. Hier trauen wir fast unseren Augen nicht: Mitten in der Einöde begrüsst uns das Freibad Krossnes, das nur wenige Meter vom eiskalten Wasser des Nordatlantiks zum Badevergnügen einlädt! Dieses Ereignis bildet den krönenden Abschluss unserer Reise, die uns anschliessend wieder zurück zum Fährhafen in Brjánslækur führt. – Eine phantastische Reise mit einer Vielzahl von Eindrücken, von denen wir noch lange zehren werden!

 

Oberstes Bild: Westfjorde – raue Landschaft in grenzenloser Einsamkeit (© Axel Kristinsson, Wikimedia, CC)

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Über Lara Marie Balzer

Lara Marie Balzer hat den Beruf der Pharmazeutisch-technischen Assistentin mit den Zusatzqualifikationen "Ernährungsberatung" und "Ganzheitliche Medizin/Naturheilkunde" erlernt und mit großer Freude mehrere Jahre in einer naturheilkundlich orientierten Apotheke gearbeitet, bevor sie ein Studium begann (Lehramt Chemie und Religion).


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