Flughafen Zürich: 90’000 Fundsachen pro Jahr – vom Smartphone bis zur Urne
von belmedia Redaktion Airlines Allgemein Alltag Betrieb familie.ch Flug flughafen.ch Flugzeug Magazine Mobilität nachrichtenticker.ch News Organisationen Orte Regionen Reisen & Ausflüge reiseziele.ch Schweiz Schweiz sicherheit.ch Themen Verkehrsticker Zoll Zürich Ⳇ Verbreitung
Am Flughafen Zürich bleiben jedes Jahr Zehntausende persönliche Gegenstände zurück. Allein im Fundbüro von Swissport werden jährlich bis zu 90’000 Fundsachen registriert. Nur rund 30 Prozent finden zu ihren Besitzerinnen und Besitzern zurück. Besonders häufig gehen Smartphones, Kopfhörer, Portemonnaies und Kleidungsstücke verloren.
Die Gegenstände stammen aus unterschiedlichen Bereichen des Flughafens und aus Flugzeugen. Dabei ist nicht nur SWISS betroffen: Swissport betreut als Dienstleister verschiedene Fluggesellschaften sowie das zentrale Flughafen-Fundbüro. Weitere Abfertiger wie dnata besitzen eigene Zuständigkeiten. Eine gemeinsame Jahresstatistik aller Fundstellen liegt nicht vor.
Neben gewöhnlichen Reiseutensilien tauchen immer wieder überraschende Fundstücke auf. In Zürich wurden bereits eine Urne, ein Gebiss, ein Atemgerät und sogar ein gekochter Truthahn abgegeben. Die meisten Gegenstände gelangen jedoch nicht wegen ihres ungewöhnlichen Inhalts ins Fundbüro, sondern weil Reisende sie beim Boarding, im Flugzeug oder beim Verlassen des Terminals übersehen.
Bis zu 90’000 Gegenstände im Fundbüro
Das von Swissport betriebene Fundbüro nimmt am Flughafen Zürich seit über 20 Jahren verlorene Gegenstände entgegen. Es erfasst Fundstücke aus verschiedenen Flughafenbereichen sowie aus Flugzeugen.
Die Zahl von jährlich bis zu 90’000 Gegenständen wurde im Februar 2026 veröffentlicht. Sie entspricht rechnerisch bis zu rund 247 Fundstücken pro Tag.
Eine vollständige Statistik sämtlicher Fluggesellschaften und Abfertiger ist damit nicht verbunden.
Elektronik gehört zu den häufigsten Fundsachen
Besonders oft werden Mobiltelefone, Tablets und kabellose Kopfhörer abgegeben. Auch Sonnenbrillen, Portemonnaies, Jacken und Duty-Free-Einkäufe gehören zum Alltag des Fundbüros.
Daneben finden die Mitarbeitenden immer wieder ungewöhnliche Dinge.
Zu den dokumentierten Beispielen zählen eine Urne, ein Gebiss, ein Atemgerät und ein Koffer mit zwei gekochten Enten und einem Kanister Rotwein.
Warum finden nur 30 Prozent zurück?
Die geringe Rückgabequote hat verschiedene Gründe. Für zahlreiche Gegenstände wird überhaupt keine Suchmeldung aufgegeben.
Bei weniger wertvollen Dingen verzichten manche Besitzer auf die Rückforderung. Andere können den Verlustort nicht mehr genau bestimmen.
Die Mitarbeitenden erfassen Fundstücke anhand von Merkmalen wie Farbe, Marke, Modell und besonderen Kennzeichen. Suchmeldungen werden mit den vorhandenen Einträgen abgeglichen.
Bei einer Übereinstimmung erfolgt eine Benachrichtigung. Nach erfolgreicher Identitätsprüfung kann der Gegenstand abgeholt oder versandt werden.
Flugzeug und Terminal sind nicht dasselbe
Wer einen Gegenstand im Terminal verliert, wendet sich an das Flughafen-Fundbüro. Bei Verlusten im Flugzeug hängt die Zuständigkeit von der Airline und ihrem Bodenabfertiger ab.
Bei Swissport betreuten Flügen erfolgt die Bearbeitung über deren Fundservice. Bei anderen Fluggesellschaften kann beispielsweise dnata zuständig sein.
Ein weiterer Unterschied betrifft aufgegebenes Reisegepäck.
Wer am Gepäckband vergeblich auf seinen Koffer wartet, benötigt die Gepäckermittlung der Fluggesellschaft und nicht die gewöhnliche Fundsachensuche.
Bei verlorenem Reisegepäck und möglichen Entschädigungsansprüchen spielen insbesondere die sofortige Verlustmeldung und die entsprechende Referenznummer eine wichtige Rolle.
Was passiert mit nicht abgeholten Gegenständen?
Nicht jedes Fundstück findet zu seinem Besitzer zurück. Nach drei Monaten gelangen nicht abgeholte Gegenstände aus dem beschriebenen Swissport-Verfahren in einen offiziellen Verkauf.
Damit erhalten brauchbare Alltagsgegenstände eine zweite Verwendung.
Für Reisende lohnt sich eine einfache Vorsichtsmassnahme: Vor dem Verlassen des Flugzeugs sollten Sitzplatz, Sitztasche, Gepäckfach und der Bereich unter dem Sitz kontrolliert werden.
Wer einen Verlust bemerkt, sollte möglichst rasch handeln. Mit einer genauen Beschreibung steigen die Chancen, einen Gegenstand wiederzufinden.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert