Genua – von der Seerepublik zur modernen Hafenstadt

13.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Genua – von der Seerepublik zur modernen Hafenstadt
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Weit weniger touristisch erschlossen als Rom oder Mailand, kann die alte Hafenstadt Genua dennoch auf eine lange und glanzvolle Geschichte zurückblicken. Das reiche Zentrum der alten Seerepublik Genua, Geburtsort des Christoph Kolumbus, zählt bis heute zu den grössten Hafenstädten im Mittelmeerraum und zeugt mit seinem schier endlosen Gewirr an Altstadtgassen, den historischen Palazzos und Patrizierhäusern von einer langen Seefahrer- und Kaufmannstradition.

Genuas Altstadt, eine der grössten in Europa, präsentiert Italien und seine Lebensart in Perfektion: Hinter jeder Ecke der verschlungenen Gässchen erwartet den Besucher eine neue Überraschung. Kleine Fisch- und Pastarestaurants, urige Bars und geschützte Terrassencafés, aber auch belebte Piazzas und Designerläden wechseln sich im nie endenden Strassengewirr von Genuas Altstadt ab. Schliesslich führen alle Wege aber doch immer in eine einzige Richtung: hinab zum Hafen, Genuas Herzstück und kulturelles Zentrum.

Der Name der ligurischen Hauptstadt ist heute übrigens weiter verbreitet, als den meisten Besuchern bekannt ist, denn der Begriff „Jeans“ leitet sich kurioserweise von Genuas französischem Namen „Gênes“ ab. Auf welche Weise auch immer die amerikanischen Beinkleider zu ihrem Namen kamen – das mittelalterliche Genua mit seinen rot und gelb leuchtenden Palazzos, den palmengesäumten Hafenpromenaden und malerischen Stadthügeln hat sie kaum nötig, um seinen Besuchern für immer in Erinnerung zu bleiben.

Mittelalterliches Stadttor Porta Soprana (Bild: Twice25 e Rinina25 / Wikimedia / CC)

Mittelalterliches Stadttor Porta Soprana (Bild: Twice25 e Rinina25 / Wikimedia / CC)

Auf den Spuren der Republik Genua



Das Stadtbild des heutigen Genuas ist eng verknüpft mit den Glanzzeiten der mittelalterlichen Republik Genua, deren Einflussbereich einst bis ins nördliche Afrika reichte. Von der einstmals kilometerlangen Festungsmauer der Stadt sind noch heute weite Abschnitte und ein Teil des ehemaligen Forts erhalten, während im Palazzo Ducale, dem einstigen Sitz der Dogen und Senatoren, heute bedeutende Kulturveranstaltungen abgehalten werden. Vom einstigen Reichtum zeugt auch das Opernhaus Carlo Felice, ebenso wie der Palazzo Ducale an der zentralen Piazza Ferrari gelegen. Das grösste Opernhaus der Stadt wurde im 19. Jahrhundert errichtet und zählte bei seiner Fertigstellung zu den Opernhäusern mit der besten Akustik seiner Zeit.

Entlang der Via Balbi und der Via Garibaldi bieten prächtige Palazzos mit ihren Gärten und Innenhöfen einen Eindruck davon, wie es sich einst in der reichen Seerepublik Genua lebte. Die Via Garibaldi im Herzen der Altstadt beherbergt mit dem Palazzo Bianco und dem Palazzo Rosso auch die beiden bedeutendsten Kunstgalerien der Stadt. Beide Gebäude zählen als Teil der historischen Adelspaläste Palazzi dei Rolli zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hoch über der Stadt thront auf dem Stadthügel Carignano die Basilika Santa Maria Assunta, ein Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert, der als herausragendes Beispiel für die genuesische Renaissance-Architektur gilt.

Saal des Grossen Rates im Palazzo Ducale (Bild: Andrzej Otrębski / Wikimedia / CC)

Saal des Grossen Rates im Palazzo Ducale (Bild: Andrzej Otrębski / Wikimedia / CC)




Genuas Hafen: historisches und kulturelles Zentrum

Genuas Hafen bildet seit jeher das Herz der Stadt und begründete einstmals auch den Reichtum der Stadt als Zentrum der Republik Genua. Es wird vermutet, dass der hervorragende Naturhafen bereits den antiken Griechen zum Anlass diente, eine Siedlung am Ligurischen Meer zu begründen; spätestens im Mittelalter jedoch war der Hafen von Genua für seinen Reichtum und seine Seefahrer berühmt. Heute hat Genua nach Marseille den zweitgrössten Hafen im Mittelmeerraum, der für den Handelsverkehr vor allem durch seine Nähe zu den grossen norditalienischen Städten Mailand und Turin von Bedeutung ist.



Neben dem grossen Container- und Fährhafen umfasst Genua auch einen bedeutenden Yachthafen, und beim Bummel entlang der restaurierten Hafenpromenaden können Touristen die kleinen und grossen Segler, Motoryachten und Ausflugsboote aus nächster Nähe bestaunen. Mitten in diesem Gewirr aus Booten jeder Grösse liegt weithin sichtbar die Neptune, der Nachbau eines historischen Linienschiffs, der für Roman Polanskis Film „Die Piraten“ gebaut wurde und heute zur Besichtigung offensteht. Auch die historischen Lagerhäuser sind am Yachthafen von Genua erhalten und beherbergen heute eine Vielzahl von Bars, Restaurants und kulturellen Einrichtungen direkt am Wasser.

Schiffsnachbau Neptune im historischen Hafen von Genua (Bild: Leon petrosyan / Wikimedia / CC)

Schiffsnachbau Neptune im historischen Hafen von Genua (Bild: Leon petrosyan / Wikimedia / CC)




Die kulturelle Wiederbelebung des Stadtzentrums und des Touristenhafens wurde im Jahr 1992 anlässlich der Kolumbusfeiern vorangetrieben, und aus diesem Jahr stammt neben den grosszügigen Hafenpromenaden auch Genuas berühmtes Aquarium, das zweitgrösste seiner Art in Europa. Auf einer Fläche von 9700 m² können Besucher im Acquario di Genova eine Vielzahl von Fischen und Reptilien aus aller Welt hautnah erleben, darunter Haie, Pinguine und Delfine. Hoch über dem Hafen leuchtet Genuas Wahrzeichen den Schiffen den Weg: La Lanterna, der mittelalterliche Leuchtturm der Stadt, steht Besuchern heute zur Besichtigung offen und bietet einen spektakulären Ausblick über den Hafen und die Stadt.

Neue Dimensionen: Genuas Tunnel und Aufzüge

Genuas Stadtbild ist geprägt von den Hügellandschaften der ligurischen Küste, und kaum eine Strasse in der Stadt kommt ohne Steigungen, Windungen oder Tunneldurchgänge aus. Was für Besucher auf den ersten Blick verwirrend und anstrengend scheinen mag, eröffnet eine ganz neue Möglichkeit, die alte Seefahrerstadt zu erkunden. Im gesamten Stadtgebiet bieten die Ascensori, die Strassenaufzüge, von der Strasse aus Zugang zu höhergelegenen Plätzen, öffentlichen Einrichtungen und selbst zu Privathäusern. Wer Genua über den Bahnhof Piazza Principe erreicht, steigt zwischen zwei Tunnelschächten aus dem Zug und gelangt über einen Aufgang aus der Gründerzeit in die Stadt selbst, während von der Piazza Portello aus ein weiterer Strassenaufzug zum Aussichtsplatz Belvedere Montaldo führt.



 

Oberstes Bild: Blick auf den Yachthafen von Genua (Bild: Twice25 e Rinina25 / Wikimedia / CC)

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