Im Klimaskigebiet Carezza im Südtirol ist der Schnee „grün“

22.01.2019 |  Von  |  Italien, News, Winterziele
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Im Klimaskigebiet Carezza im Südtirol ist der Schnee „grün“
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Im alpinen Klimaskigebiet Carezza im Südtirol kurven Skifahrer mit gutem Gewissen über die Pisten. Dafür sorgt der ehemalige Skirennfahrer Florian Eisath ‒ unter anderem mit einer ökologischen Beschneiungsanlage.

Florian Eisath, im Südtirol ein wichtiger Name in Verbindung mit Ski und Ökologie. Der ehemalige Skirennfahrer managt heute das Skigebiet Carezza Dolomites. Dort setzt er sich für einen möglichst ökologischen Skitourismus ein. Denn er will, dass auch sein kleiner Sohn dereinst noch von einer möglichst intakten Natur profitieren kann.

“Mir ist es wichtig, eine lebenswerte Umgebung zu erhalten und mit den vorhandenen Ressourcen so schonungsvoll wie möglich umzugehen“, sagt er. “Wir werden am Optimum der Beschneiungsanlagen arbeiten, um die benötigte Schneemenge energieeffizient produzieren zu können.“ Möglich macht dies das innovative Unternehmen seines Vaters, die TechnoAlpin. Die Firma hat sich auf umweltschonende Beschneiungsanlagen spezialisiert. Mit Erfolg: Dank der intelligenten Beschneiungssysteme fiel die Energiebilanz in den letzten Jahren deutlich besser aus.


Ex-Weltcup-Fahrer Florian Eisath managt das Skigebiet Carezza Dolomites.

Ex-Weltcup-Fahrer Florian Eisath managt das Skigebiet Carezza Dolomites.


Florian Eisath mit Sohn Felix

Florian Eisath mit Sohn Felix


Die Natur wieder Natur sein lassen

Im Skigebiet Carezza Dolomites sausen Sportbegeisterte 40 Pisten-Kilometer herunter und lassen sich von 14 Liftanlagen wieder hochziehen. Das können sie mit gutem Gewissen tun, denn dort ist der Schnee auch im Winter „grün“. Carezza produziert jährlich 600‘000 m3 Schnee. Die 240‘000 m3 Wasser, die es dafür braucht, werden unter anderem aus Speicherseen geschöpft, die in wasserreichen Sommermonaten auf natürliche Art wieder gefüllt werden. Auch die Pistenpräparierung erfolgt nach ökologischen Kriterien. Damit sich die Skifahrer in möglichst intakter Natur aufhalten können, hat sich Florian Eisath langfristig zum Ziel gesetzt, gewisse exponierte Bahnstationen aus der Natur zu verbannen. So soll etwa die Talstation beim Rosengarten verschwinden und unterirdisch wieder aufgebaut werden.

Besucher sinnvoll lenken

Besucherlenkung ist eine weitere Massnahme, die Eisath umsetzt. „Wir konzentrieren uns auf gewisse Zonen, die bereits überbaut sind und ziehen die Besucher dorthin.“ Unbebaute Gebiete sollen möglichst unberührt bleiben. „Ausbau ja, aber nur im Einklang mit der Natur“, betont er. Weitere Massnahmen, um das Skigebiet möglichst „grün“ zu halten, sind etwa die Betriebszeitenoptimierung der Lifte, Energieteppiche an der Talstation und die Sensibilisierung der Skifahrer.

Die ARGE-Alp (Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer) hat das Projekt „Klimaskigebiet Carezza“ in der Kategorie „umgesetzte Projekte“ prämiert. Das alternative Mobilitätsprojekt „Verbindungsbahn Moena, Soraga, Carezza“ hat sie zum Siegerprojekt in der Kategorie „geplante Projekte“ gekürt. Die Zeichen stehen gut, dass Florian Eisaths Sohn dereinst zufrieden ist mit Papas Werken und seinem Engagement zum Schutz der Umwelt.

Weitere Informationen: www.suedtirol.info

Südtirol setzt auf Nachhaltigkeit

Im Südtirol betreiben etwa 98 Prozent der Skigebiete ihre Anlagen mit Strom aus regenerativen Energiequellen. Das Wasser für die Erzeugung des technischen Schnees gelangt durch die Schneeschmelze wieder in den natürlichen Kreislauf zurück. Das Land engagiert sich seit Jahren für den Ausbau erneuerbarer Energieträger. Öffentliche Investitionen tragen massgeblich dazu bei, die Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen zu reduzieren. Ein wichtiger Bestandteil ist die Energieeffizienz von Gebäuden. Da die Region jährlich mit rund 300 Sonnentagen beschenkt wird, ist zudem das Solarenergiepotenzial optimal. Weiter ist die Hälfte des Landes von Wäldern bedeckt, ideal also für Holzindustrie und Energieversorgung. Die gebirgige Landschaft eignet sich ausserdem hervorragend zur Nutzung der Wasserkraft.

 

Quelle: Tourismus Lifestyle Verlag GmbH, Bern
Bildquelle: Tourismus Lifestyle Verlag GmbH, Bern

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