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Im Überetsch – Weinland mit Tradition

11.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Im Überetsch – Weinland mit Tradition
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Südwestlich von Bozen liegt das sogenannte Überetsch, eine Hügellandschaft von ausserordentlichem Reiz. Hier wachsen Südtirols bekannteste Weine. In dem Gebiet westlich der Etsch mit seinen Dörfern, Ansitzen, Schlössern und alten Burgen vermischen sich österreichisch-deutsche Traditionen bereits mit südlicher Atmosphäre.

Das Überetsch wird von der Südtiroler Weinstrasse durchquert, die beginnend im Weindorf Nals über Bozen führt und in Salurn endet.

Ein Land der Burgen und Schlösser

Zwei Gemeinden umfasst das Überetsch – Eppan und Kaltern. Diese gliedern sich wiederum in zahlreiche Fraktionen, die ursprünglich selbstständige Dörfer waren. Oft sind die Übergänge zwischen den einzelnen Orten fliessend. Die drei sich an Kaltern südlich anschliessenden Gemeinden Tramin, Kurtatsch und Margreid gehören verwaltungstechnisch zwar schon zum sogenannten Unterland, von der Lage und der Historie sind sie aber eher mit dem Überetsch verbunden. Sie sollen daher hier mit betrachtet werden.

Das Überetsch ist ein Burgenland, auf überschaubarem Gebiet liegen rund zwanzig Burgen und Schlösser. Nicht selten wurden sie an strategisch wichtigen Punkten errichtet, von denen man einen guten Überblick über das Land hatte. Heutigen Besuchern bieten sich daher faszinierende Aussichten auf das Etschtal und die Südtiroler Berglandschaft. Auch darüber hinaus gibt es im Überetsch eine Vielzahl an kunsthistorisch bedeutsamen Baudenkmälern.

Schloss Hocheppan (Bild: H. B.  / pixelio.de)

Schloss Hocheppan (Bild: H. B. / pixelio.de)

Der Überetscher Stil – Spätgotik und Renaissance

Die Gegend ist eine alte Kulturlandschaft. Dank des warmen Klimas und der günstigen Lagen hat der Weinbau hier eine lange Tradition. Die historischen Ortskerne und die vielen in die Weinberge hineingesprenkelten Ansitze und Burgen legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Hier findet man noch häufig den typischen Überetscher Baustil, eine spätgotische Bauweise mit italienischen Renaissance-Elementen. Loggien, Säulenarkaden, Erker und zinnenbewehrte Mauern sind charakteristische Merkmale dieses Stils, der im 16. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Heute dienen die alten Bauten oft als Hotels oder Restaurants, manche sind auch öffentlich zugänglich.

Zum Törrgelen ins Überetsch



Das Überetsch ist ein Land zum Wandern. Hier können sich auch Urlauber bewegen, denen Bergtouren sonst zu anstrengend sind, denn mehr als fünfhundert Meter erreichen die Höhen des Überetsch nicht. Und ein Gasthof, um zu rasten, befindet sich immer in der Nähe. Beliebt ist im Herbst das ‚Törrgelen‘, eine Mahlzeit in geselliger Runde mit jungem Wein. Aber auch zu anderen Jahreszeiten bieten die Weinkellereien in den einzelnen Orten ausgiebig Möglichkeiten zum Probieren. Die Orte entlang der Weinstrasse repräsentieren über achtzig Prozent der Rebflächen Südtirols. Rund zwei Drittel des Anbaus entfallen auf Rotweinsorten, ein Drittel auf Weisswein.

Ein Dom auf dem Lande

Von Bozen kommend ist die Kirche von St. Pauls bereits weithin sichtbar. Der als „Dom auf dem Lande“ bekannte Bau vereint in einzigartiger Weise Gotik und Barock miteinander. Der Zwiebelturm ist ein Wahrzeichen des Überetsch. St. Pauls vermittelt mit seinen engen Gassen und alten Häusern noch einen sehr geschlossenen ursprünglichen Eindruck. Der Übergang nach St. Michael, dem Hauptort von Eppan, ist fliessend. St. Michael besteht aus mehreren Siedlungskernen, die im Zeitablauf zusammengewachsen sind. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, den Überetscher Baustil zu studieren. Beliebte Ziele im Umfeld von Eppan sind Schloss Korb, die Burgruine Boymont und die Burg Hocheppan. Letztere besitzt eine wegen ihrer Fresken besonders sehenswerte Burgkapelle.

Drei-Burgen-Blick über Missian (Eppan) in Südtirol. Links: Schloss Boymont, in der Mitte: Schloss Korb; rechts: Burg Hocheppan (Corradox, Wikimedia, CC)

Drei-Burgen-Blick über Missian (Eppan) in Südtirol. Links: Schloss Boymont, in der Mitte: Schloss Korb; rechts: Burg Hocheppan (Corradox, Wikimedia, CC)




Am Kalterer See

Auch das benachbarte Kaltern verfügt über mehrere Ortsteile, die aber mittlerweile so zusammengewachsen sind, dass sie sich kaum noch unterscheiden lassen. Die Hauptattraktion der Gemeinde ist der Kalterer See, eines der grössten Gewässer Südtirols. Der etwa 1,5 Quadratkilometer grosse See gilt als wärmster Alpensee. Er bietet Möglichkeiten zum Baden, Rudern und Tretbootfahren, sowie zum Surfen und Segeln.





Am Kalterer See (Bild: Internt Consulting, Wikimedia, CC)

Am Kalterer See (Bild: Internt Consulting, Wikimedia, CC)

Die Heimat des Gewürztraminers



Südlich von Kaltern befindet sich Tramin. Der Weinort ist über die Grenzen als Heimat des Gewürztraminers bekannt, einer Rebsorte, die hier schon im Mittelalter dokumentiert war. Sehr sehenswert ist die Pfarrkirche St. Quirikus und Julitta mit einem gotischen Flügelaltar. Die kleine Kapelle St. Jakob in Kastelaz bietet Besuchern eindrucksvolle romanische Fresken.

Von Kurtatsch auf den Fennberg

Der benachbarte Ort Kurtatsch liegt leicht erhöht am Hangfuss des Mendelkamms, der das gebirgige Rückgrat des Überetsch bildet. Das Dorf besitzt ebenfalls ein noch gut erhaltenes historisches Zentrum. Besonders reizvoll ist die Fraktion Entiklar mit dem Anwesen Turmhof, dessen älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. Ein schöner Ausflug von Kurtatsch ist ein Fahrt auf den Fennberg – ein dem Mendelkamm vorgelagertes Hochplateau mit Wäldern, Wiesen, Moorflächen und dem Fennberger See. Der Fennberg ist ein idyllischer Ort, der bereits unmittelbar ans benachbarte Trentino grenzt.

Anwesen mit Urrebe in Margreid (Bild: Rensi, Wikimedia)

Anwesen mit Urrebe in Margreid (Bild: Rensi, Wikimedia)

An der Salurner Klause

Die Gemeinde Margreid ist das letzte deutschsprachige Dorf westlich der Etsch. Das Obst- und Weindorf hat bis heute seine bäuerliche Prägung bewahrt. Die alten Häuser im Ortskern und die Dorfanlage zeigen schon deutliche südliche Einflüsse. Ganz im barocken Stil präsentiert sich die Pfarrkirche St. Gertraud. Margreid liegt unterhalb des Fennbergs. Er bildet zusammen mit dem gegenüberliegenden Geier die sogenannte Salurner Klause, hier endet Südtirol.



Das Überetsch ist ein von der Natur gesegnetes Land. Wer hier Urlaub macht, ahnt bereits die Nähe des Südens. Die Verbindung von malerischen Orten, alten Bauten, Weinbergen und Obstfeldern mit der Südtiroler Berglandschaft als Kulisse lässt Besucher immer wieder gerne hierherkommen.

 

Oberstes Bild: Missian – Ortsteil von Eppan in Südtirol (© Corradox, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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