Polnische Ostseeküste – Trzesacz und Niechorze

15.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Polnische Ostseeküste – Trzesacz und Niechorze
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Die heutige polnische Ostseeküste gehörte lange zu Deutschland. Viele polnische Städte und Dörfer sind uns auch aus der deutschen Geschichte bekannt. Hierzu gehören Trzesacz, das frühere Hoff an der Ostsee, und Niechorze, das ehemalige Seebad Horst, im westlichen Teil des ehemaligen Hinterpommerns.

Es lohnt sich, einmal die „andere Seite“ der Ostsee zu bereisen, fernab der klassischen Badeorte in der Lübecker Bucht, auf dem Darss, auf Rügen oder Usedom. Die gesamte Ostseeküste lässt Sie vor Ort jede Menge Geschichte spüren, die See sorgt für wunderbare Erholung und auf den schönen Campingplätzen können Sie herrlich abschalten, die Natur und ein Gefühl von Freiheit geniessen.

Strand bei Niechorze (Bild: Platanacero, Wikimedia)

Strand bei Niechorze (Bild: Platanacero, Wikimedia)

Trzesacz’s berühmte Kirchenruine besuchen

Das wegen seiner Kirchenruine berühmte Trzesacz können Sie leicht von Niechorze aus erreichen, wo es einen sehr schönen Campingplatz gibt. Die ursprüngliche Kirche stand nicht direkt am Meer, sondern in einiger Entfernung von der Steilküste, die sich aufgrund von Unterspülungen immer weiter ins Landesinnere bewegte. Anfang des 20. Jahrhunderts stürzte dann der grösste Teil der Kirche ins Meer. Heute steht nur noch eine Wand, die beeindruckend über den Strand ragt.

Der Weg zurück kann Sie an der Steilküste entlang in Richtung Seebad Reval (früher Rewahl) führen. Hier finden Sie auf der Strandpromenade, wie so oft in Polen, zahlreiche Stände mit Andenken, Schmuck, Spielzeug, Essen, Getränken und vielem mehr. Von dort aus sind es nur noch wenige Kilometer zurück nach Niechorze.





Die Kirchenruine von Trzęsacz (Bild: Klugschnacker, Wikimedia, CC)

Die Kirchenruine von Trzęsacz (Bild: Klugschnacker, Wikimedia, CC)




Idyllisches Niechorze



Der schön angelegte Campingplatz liegt in der Nähe der Steilküste und des Leuchtturms oben am Hang. Oben befinden sich Rezeption und Waschhäuser. Am Hang liegen die Parzellen, die im unteren Teil des Campingplatzes weniger stark geneigt und daher auch für Wohnmobile gut geeignet sind. Auch bei Regen bleibt der Platz schön, die Fahrspuren sind gut gekiest und der mit Gras bewachsene Boden ist fest. Einziger Nachteil sind die Hanglage und die dadurch bedingte Tatsache, dass man zum Waschhaus/Ausgang stets bergauf gehen muss.

Die Leuchttürme der polnischen Ostseeküste en miniature

Ganz in der Nähe des Campingplatzes, beim Leuchtturm, liegt der „Park Miniatur Latarni Morskich“, eine Leuchtturmausstellung. Hier finden Sie von allen Leuchttürmen der polnischen Ostseeküste Miniaturen im Massstab 1:10. Dabei ist die Ausstellung so angelegt, dass der Weg hindurch die polnische Ostseeküste nachbildet, an der die Leuchttürme aufgereiht sind. Die Ausstellung beginnt an der Danziger Bucht mit dem blauen, sehr modern anmutenden Leuchtturm im Nordhafen und dem eher klassischen Roten im Neufahrwasser von Gdańsk, dem früheren Danzig.



Es folgen die Leuchttürme von Sopot (früher Zoppot), ein elegant wirkender weisser Bau, und von Gdynia (früher Gdingen, auch als Leuchtturm von Oxhöft bezeichnet). Die Türme der die Danziger Bucht abschliessenden Halbinsel Hel (Hela) sind genauso schlank und rot beziehungsweise rot-weiss wie die im Westebn an der Ostseeküste. Das zeigt sich auch in der Ausstellung an den Türmen von Rozewie (Rixhöft) sowie den Leuchttürmen der Stadt Hel und der am Ostende der Halbinsel gelegene Leuchtturm Góra Szwedów. Auch der heute ausser Betrieb stehende Leuchtturm von Jastarnia-Bór ist nicht vergessen worden.

Im "Park Miniatur Latarni Morskich" (Bild: Marlena1666, Wikimedia, CC)

Im „Park Miniatur Latarni Morskich“ (Bild: Marlena1666, Wikimedia, CC)

Nach dem schwarz-weiss-roten Turm von Stilo nahe Łeba folgen die Backsteintürme von Czołpino (Scholpin) im Slowinischen Nationalpark westlich von Łeba und von Ustka, dem ehemaligen Stolpmünde. Weiter westlich folgen die Türme von Jarosławiec (Jershöft), von Darłowo (Rügenwalde) und von Gaski (Funkenhagen). Nun reiht sich ein ganz berühmter Name ein:Kołobrzeg, das ehemalige Kolberg, mit seinem festungsartig angelegten Leuchtturm, der die Hafeneinfahrt bewacht. Es folgen die Leuchttürme von Niechorze, Kikut und von Stawa Młyny Świnoujście (Swinemünde). Doch damit sind Sie noch nicht am Ende, denn Polen hat noch einen weiteren Leuchtturm in der Antarktis, den Leuchtturm Arctowski, sowie einen auf Spitzbergen, UWE 1 genannt. Den Abschluss der Ausstellung bildet die Nachahmung einer Bliese, dem Leuchtfeuer der Kaschuben.

Die ganze Anlage ist wirklich sehenswert, insbesondere, wenn Sie von den genannten Leuchttürmen schon einige kennen. Es wird auch eine deutschsprachige Führung angeboten – und wenn Sie Glück haben, kommen Sie in den Genuss einer Führung mit fast schon privatem Charakter, nämlich dann, wenn Sie die einzigen deutschsprachigen Gäste sind.

Die polnische Ostseeküste mit dem Fahrrad erkunden



Niechorze bietet sich auch als Ausgangspunkt für Radtouren an. Fahren Sie Richtung Westen zur Ruine von Trzesacz oder nach Osten nach Pogorzelica (Fischerkaten) oder zu dem in der Nähe gelegenenLiwia Łuża (Eiersberger See). Aber Vorsicht, obwohl Sie sich an der Küste befinden, geht es zum Teil recht steil bergauf und bergab, ein Fahrrad mit Gangschaltung wäre also zu empfehlen.

Strand in Rewal (Bild: Kapitel, Wikimedia, CC)

Strand in Rewal (Bild: Kapitel, Wikimedia, CC)

Auch zum Wandern und einem Bad in der Ostsee lädt die Gegend ein. Das Meer ist vom Campingplatz über einen Steg an der Steilküste schnell erreicht, der Strand ist wegen eben dieser steil aufragenden Wände sehr beeindruckend.

Die Gegend um Niechorze, Rewal und Trzesacz ist für einen Urlaub ideal. Vom Campingplatz in Niechorze sind Sie schnell am Strand, am Leuchtturm und in der Miniaturausstellung. Mit dem Fahrrad können Sie auf dem Ostseeküstenradweg bis nach Gdańsk oder noch weiter bis nach Deutschland fahren.

 

Oberstes Bild: Strand von Niechorze (© Konrad1954, Wikimedia, GNU)

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