USA-Reise,Teil 3: Durch Idaho zum Yellowstone-Nationalpark

31.05.2014 |  Von  |  Alle Länder, Nordamerika
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USA-Reise,Teil 3: Durch Idaho zum Yellowstone-Nationalpark
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Nach der gestrigen langen Etappe lag erneut eine längere Fahrt vor uns. Allmählich kamen wir einem absoluten Highlight unseres siebenwöchigen USA-Trips, dem Yellowstone-Nationalpark, näher. Davor hiess es aber noch, Idaho zu durchqueren.

„Famous Potatos“ ist auf vielen Nummernschildern der Autos zu lesen, und auf unserem Weg durch die Ebenen des Snake River war uns auch schnell klar, warum das dort steht.

Dies ist ein Bericht über eine siebenwöchige USA-Reise in neun Teilen. Hier das Inhaltsverzeichnis:

Teil 1: Von San Francisco in den Norden Kaliforniens
Teil 2: Vom Redwood NP über die Oregon Coast nach Idaho
Teil 3: Durch Idaho in den Yellowstone-Nationalpark
Teil 4: Yellowstone- und Grand-Teton-Nationalpark
Teil 5: Von Salt Lake City ins Indianerland
Teil 6: Die Canyons von Arizona und Utah
Teil 7: Vom Zockerparadies zur Ponderosa
Teil 8: Vom Yosemite-Nationalpark nach San Francisco
Teil 9: Von der Golden Gate Bridge nach San Diego

Stille Farmregion

Aber der Reihe nach. Um zunächst möglich schnell vorwärtszukommen, nahmen wir die Interstate 84 und brausten an Boise, der Hauptstadt des Bundesstaates, einfach vorbei. Bei Mountain Home verliessen wir den Interstate Highway und fuhren auf dem Highway US 20 durch den nördlichen Bereich der Snake River Plains. Die Sawtooth Range, die bereits zu den Rocky Mountains gehört, schien dabei zum Greifen nah und bot einen gewaltigen Anblick. Schnurgerade zog sich dabei der Highway zwischen Corral und Picabo hin, kaum eine Ortschaft lag an der Strecke. Hin und wieder fuhren wir an einer Ranch vorbei, ansonsten viel Acker- und Weideland, natürlich auch Kartoffelfelder.

Snake River Plains, Idaho (Bild: Staplegunther, WIkimedia, CC) USA Reise

Snake River Plains, Idaho (Bild: Staplegunther, WIkimedia, CC)

Zu sehen gab es dennoch immer etwas, und viel Verkehr gab es ohnehin nicht. Ab und an kam uns ein Minitruck entgegen, von dessen Ladefläche uns auch mal ein Hund anblickte. Viel mehr war nicht los, der Highway zog sich kerzengerade bis zum Horizont. Und dann geschah es.



Mitten in der Pampa tauchte plötzlich eine Kreuzung auf, und man glaubt es kaum, die Ampel stand auf Rot. Gerade noch rechtzeitig erkannte ich die drohende Gefahr und machte fast eine Vollbremsung. Passiert wäre nichts, denn auf dem von Nord nach Süd führenden Highway war genauso „viel“ Verkehr wie auf der 20. Aber fast unnötig zu erwähnen, dass an der Tankstelle hinter der Kreuzung ein Sheriff stand. Ich hatte fast den Eindruck, er wartete auf eine solche Gelegenheit.

Coeur d'Alene in Idaho (Bild: bs4173, Wikimedia, CC) USA Reise

Coeur d’Alene in Idaho (Bild: bs4173, Wikimedia, CC)

Telefonieren wurde zum Erlebnis

In Fairfield, an derselben Strecke gelegen, entschlossen wir uns, endlich mal zu Hause anzurufen. Wir waren ja doch schon einige Tage unterwegs und die Gelegenheit war günstig. Es war noch Vormittag und damit durch die Zeitverschiebung daheim noch nicht zu spät am Abend. Also rein in die Telefonzelle, und schon begann ein weiteres spannendes Kapitel.

Da eine Direktwahl nach Deutschland nicht möglich war, wurde die Verbindung über die freundliche Dame vom Amt hergestellt. Sie teilte uns mit, wie viel Geld wir in die dafür vorgesehenen Schlitze zu werfen hatten. Nachdem dies geschehen war, hörten wir auch schon die Eltern.



Nach wenigen Minuten beendeten wir das Gespräch und holten uns im Store nebenan noch einen Kaffee. Dies dauerte nur wenige Augenblicke und wir hatten das Geschäft kaum verlassen, als das Telefon, von dem wir eben telefoniert hatten, klingelte. Wir schauten uns an, aber das Telefon schrillte noch immer. Also ging ich an den Hörer, verstand nicht, was die Dame wollte, und legte auf. Fast schon logisch, dass es kurz darauf wieder losging. Dieses Mal ging meine Frau ran und verstand, dass unser Gespräch zu lange gedauert hatte und wir noch nachzahlen sollten, was dann natürlich geschah. Danach standen wir noch eine ganze Weile ungläubig vor der Zelle und mussten lauthals lachen.

Landschaft wie auf dem Mond

Nur kurze Zeit später erreichten wir das National Monument „Craters of the Moon“, das wir näher betrachten wollten. Das Schutzgebiet befindet sich in einer der abgelegensten Ecken der USA und wurde erst in den 1920er-Jahren näher erkundet. Es besteht überwiegend aus erkalteten Lavaströmen und Resten von Schlackekegeln. Der letzte Vulkanausbruch in diesem Gebiet liegt etwa 2000 Jahre zurück, allerdings ist die Aktivität nicht erloschen, sondern ruht lediglich. Im nördlichen Bereich am Highway US 26 befindet sich das Besucherzentrum.

Dies besuchten wir überall zuerst, bevor es auf Exkursion ging. Anschliessend fuhren wir mit dem Auto die rund elf Kilometer lange Ringstrasse, die zu den interessantesten Punkten in diesem Teil des Parks führte und sich dabei um mehrere Vulkankegel herumwindet. Eine Wanderung unternahmen wir am Devils Orchard Trail, und es war faszinierend zu sehen, wie sich auf der erkalteten Lava ganz allmählich erste Pflanzen ansiedeln. Spannend war auch ein Rundgang auf dem Caves Trail. Hier sind für Besucher vier Lavaröhren zugänglich gemacht.





Indian Tunnel, Craters of the Moon National Monument, Idaho (Bild: chip_p, Wikimedia, CC) USA Reise

Indian Tunnel, Craters of the Moon National Monument, Idaho (Bild: chip_p, Wikimedia, CC)




No Beer on Sunday

Wir merkten gar nicht, wie die Tageszeit voranschritt, und mussten uns plötzlich sputen, um unser Motel in Rexburg im Osten Idahos zu erreichen, denn es waren ja doch noch einige Meilen zu fahren. Nachdem wir am Abend eingecheckt hatten, wollten wir es uns am Pool noch ein wenig gemütlich machen. Dafür wäre nun ein Fläschchen Bier genau das Richtige. Da aber in den Motels nur alkoholfreie Getränke aus dem Automaten zu bekommen waren, fuhr ich mal schnell noch um die Ecke zur nächsten Tankstelle.

Rexburg Idaho Temple, Rexburg, Idaho (Bild: Pavili255, Wikimedia, CC) USA Reise

Rexburg Idaho Temple, Rexburg, Idaho (Bild: Pavili255, Wikimedia, CC)




Ich schnurstracks zum Kühlfach, um eine Dose Bier zu greifen, und musste feststellen, dass ich nicht rankam, da das Kühlregal mit den alkoholischen Getränken verschlossen war. Ich bat den Verkäufer, mir ein gekühltes Bier zu geben. Das lehnte er aber kategorisch mit folgenden Worten ab: „There is no beer on Sunday in Idaho“! Das war sehr lehrreich, und in den folgenden Wochen haben wir darauf geachtet, rechtzeitig die Vorräte aufzufüllen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es am nächsten Morgen in Richtung Yellowstone-Nationalpark, den wir nach etwa zwei Stunden erreichten. Bei unserer Reiseplanung hatten wir darauf geachtet, dass wir den Park an einem Montag erreichen, denn in den Wochenenden kann es hier sehr voll werden.

 

Oberstes Bild: Rocky Mountains in Idaho (© G. Thomas, Wikimedia)

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Über Winfried Meyer

Als gelernter Kartograf galt mein Interesse schon früh den Landkarten und fernen Ländern. Daraus entwickelte sich eine grosse Leidenschaft für das Reisen, die mich schon in viele Teile unserer Erde geführt hat. Inzwischen betreibe ich ein Redaktionsbüro für die Reise- und Tourismusbranche und biete meinen Kunden einen umfangreichen Service an. Neben hochwertigen Inhalten plane ich individuelle Rundreisen und übernehme Fotoaufträge.



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