Chefchaouen – Marokkos blaue Stadt

27.06.2014 |  Von  |  Afrika, Alle Länder
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Chefchaouen – Marokkos blaue Stadt
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Marokko ist ein Land der Gegensätze. In kaum einem anderen arabischen Land stossen Orient und Okzident, Tradition und Moderne so unvermittelt aufeinander. Das macht den besonderen Reiz, manchmal auch die Herausforderung einer Marokko-Reise aus.

Bei Feriengästen stehen neben den Stränden von Agadir und dem eher europäisch geprägten Casablanca vor allem die Königsstädte Fès, Marrakesch, Meknès und Rabat auf dem Reiseprogramm. Aber auch abseits dieser Ziele hat das Land interessante Orte zu bieten – zum Beispiel Chefchaouen.



In den Ausläufern des Rif-Gebirges

Chefchaouen liegt im Norden des Landes südlich von Tanger und der spanischen Enklave Ceuta. Die Stadt erstreckt sich auf einem Abhang am Fusse zweier Berge. Sie gehören zu den Ausläufern des Rif-Gebirges. Der Name der Stadt bedeutet „zwei Hörner“ und verweist auf die Gebirgskulisse. Im Unterschied zu vielen anderen Gegenden des Landes ist der Ort von üppigem Grün umgeben. Für manches Auge bedeutet das bereits eine Erholung nach kargen Felsenregionen und Wüstengebieten.

Chefchaouen - ein Ort der Ruhe und Entspannung (Bild: Csörföly D, Wikimedia, GNU)

Chefchaouen – ein Ort der Ruhe und Entspannung (Bild: Csörföly D, Wikimedia, GNU)

Eine andalusische Gründung



Die Stadt erlebte im 15. Jahrhundert durch die Zuwanderung von aus Andalusien vertriebenen Mauren und Juden einen grossen Aufschwung. Auch der Erbauer der zentralen Moschee El Masjid El Aadam, Ali Ben Moussa Ben Rached El Alami, der als Stadtgründer verehrt wird, stammt aus Al-Andalus. 1471 wurde der Bau mit seinem bemerkenswerten achteckigen Minarett errichtet. Über Jahrhunderte galt Chefchaouen als heilige Stadt und blieb für Ungläubige gesperrt. Erst seit 1920 ist die Stadt für Ausländer zugänglich.



Blau-weisse Farbenspiele

Diese Abschottung hat geholfen, den ursprünglichen Charakter der Altstadt zu bewahren. In der Medina – so die Bezeichnung des historischen Zentrums – erinnert viel an Andalusien. Verwinkelte Gassen, Treppenfluchten und Mauerdurchgänge sind typisch für Chefchaouen. Eine Besonderheit sind die häufig weiss gestrichenen Mauern mit blauen Schattierungen. Die blaue Farbe soll gegen den „Bösen Blick“ helfen. Dieser Glaube hat der Stadt zu ihrem einzigartigen Erscheinungsbild verholfen. Je nach Tageslicht und -zeit präsentiert sich das blau-weisse Farbenspiel an mancher Wand in immer neuen Facetten.

Ein Ort der Ruhe und Entspannung

Am schönsten ist Chefchaouen am Abend. Dann weht oft eine angenehme Brise über die Stadt, und die Berge im Hintergrund glänzen in der goldenen Abendsonne. Atemberaubend ist auch der klare Nachthimmel mit seinem Sternenmeer. Die Stadt ist ein Ort zum Träumen und bietet Reisenden, die sich die Zeit nehmen, hier zu verweilen, Tage der Ruhe und Entspannung.



 

Oberstes Bild: Blau-weisse Stadt Chefchaouen im Norden Marokkos (© barraquito, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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