Die St. Galler Festspiele – Oper vor sakraler Kulisse

23.06.2016 |  Von  |  Tagesausflüge CH
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Die St. Galler Festspiele – Oper vor sakraler Kulisse
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Seit dem Jahr 2006 finden die St. Galler Festspiele statt – ein aussergewöhnliches Kulturereignis, das weit über die Region hinaus Gäste anzieht und einem Besuch in der klösterlich geprägten Stadt ein besonderes Highlight aufsetzt.

Der Höhepunkt der jährlichen Festspiele sind Opern-Darbietungen, die auf einer eigens errichteten Freiluftbühne im weiten Klosterhof der alten Abtei inszeniert werden. Die doppelturmgeschmückte barocke Ostfassade der Kathedrale dient dabei als einzigartige Kulisse und macht eine Aufführung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Konzert und Theater St. Gallen vereint

Träger des jährlich stattfindenden Festivals ist das „Konzert und Theater St. Gallen“, das seit einigen Jahren das Sinfonieorchester St. Gallen und das frühere Stadttheater St. Gallen unter dem gemeinsamen Dach einer Genossenschaft vereint hat. Der Trägerschaft entsprechend bieten die Festspiele eine gelungene Kombination aus Musik, Tanz und Schauspiel. Opernaufführungen im Klosterhof bilden dabei sozusagen das Herzstück der Veranstaltung – ergänzt durch Konzerte in verschiedenen Kirchen der Stadt und den sogenannten „Tanz in der Kathedrale“.


Die Stiftskirche St. Gallen (Bild: © LaMiaFotografia - shutterstock.com)

Die Stiftskirche St. Gallen (Bild: © LaMiaFotografia – shutterstock.com)


Im Jahre 2006 starteten die Festspiele mit der Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff als szenische Kantate. Der klösterliche Bezug war dabei unmittelbar gegeben, denn die der Komposition zugrunde liegende Liedersammlung hatte lange verborgen in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuren gelegen.

Auch bei den seither gewählten Opern-Sujets hat man sich darum bemüht, Stücke zur Aufführung zu bringen, die einen religiösen oder biblischen Bezug haben bzw. die eine sinnvolle Integration der kirchlichen Kulisse in die Handlung ermöglichen. Das fällt nicht immer ganz leicht und hat dazu geführt, dass auch weniger bekannte Opern in Sankt Gallen aufgeführt wurden. Das tut aber dem Kunstgenuss keineswegs einen Abbruch.


Die Stiftskirche St. Gallen (Bild: © And_Ant - shutterstock.com)

Die Stiftskirche St. Gallen (Bild: © And_Ant – shutterstock.com)


Die 11. Festspiele – Le Cid im Mittelpunkt

Auch das diesjährige Opernwerk fällt aus dem üblichen Rahmen. Es handelt sich um die Oper „le Cid“ von Jules Massenet, einem Komponisten der französischen Spätromantik im ausgehenden 19. Jahrhundert. Zu seiner Zeit war Massenet ein äusserst gefragter Opernkomponist. „Le Cid“ wurde 1885 in der Pariser Oper unter Anwesenheit des Französischen Präsidenten uraufgeführt und erlebte dort bis 1919 über 150 Aufführungen.


Die Architektur innen in der Stiftskirche St. Gallen. (Bild: © Tupungato - shutterstock.com)

Die Architektur innen in der Stiftskirche St. Gallen. (Bild: © Tupungato – shutterstock.com)


Auch andere renommierte Häuser nahmen das Stück in ihr Programm auf. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die Oper allerdings weitgehend in Vergessenheit. Erst seit einigen Jahren wird sie wiederentdeckt. Eine Neuaufführung fand zum Beispiel im vergangenen Jahr an ihrem Pariser Ursprungsort statt.

„Le Cid“ ist eine Oper in vier Akten mit zehn Tableaus, die wenig mit der mythisch-historischen Figur des spanischen Nationalhelden zu tun hat. Die Handlung der Oper beruht vielmehr auf einem Werk des französischen Dramatikers Pierre Corneille aus dem 17. Jahrhundert. Sie spielt in der Zeit der Reconquista, der christlichen Rückeroberung Spaniens von den Mauren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Ritter Rodrigo, genannt „Le Cid“, der sich militärische Verdienste beim Kampf gegen die Mauren erworben hat.


Opernaufführungen im Klosterhof bilden das Herzstück der Veranstaltung. (Bild: © IGOR ROGOZHNIKOV - shutterstock.com)

Opernaufführungen im Klosterhof bilden das Herzstück der Veranstaltung. (Bild: © IGOR ROGOZHNIKOV – shutterstock.com)


Das ist aber nur der Hintergrund, nicht das eigentliche Thema. Es geht vielmehr um den Konflikt zwischen Liebe einerseits, Glaube, Ehre und Pflichtbewusstsein andererseits – das alles garniert mit dramatischen Verwicklungen, widerstreitenden Gefühlen, Familienfehden, Missverständnissen und schliesslich einem „Happy End“, ein typischer Opernstoff.

Die 11. St. Galler Festspiele finden vom 24. Juni bis zum 8. Juli 2016 statt. Die vorgesehenen Konzerte greifen dabei den Opernstoff auf und haben einen französischen, spanischen und maurisch-arabischen Schwerpunkt. Bei der Tanzaufführung wird das Tanzstück „Rosenkranz“ von Cathy Marston gezeigt – sicher insgesamt eine sehr lohnende Veranstaltung und ein spektakuläres Ausflugsziel. Nähere Infos bietet www.stgaller-festspiele.ch.



Fazit

Bei den 11. Sankt Galler Festspielen vom 24. Juni bis 8. Juli steht Jules Massenet’s Oper „Le Cid“ im Mittelpunkt. Auch sonst bietet die Veranstaltung schöne Konzerte und interessante Tanzaufführungen.

 

Artikelbild: © gnoparus – shutterstock.com

Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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