Facettenreiches Zypern: Ausflug in die Troodos-Berge

23.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Facettenreiches Zypern: Ausflug in die Troodos-Berge
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Die Mittelmeerinsel Zypern ist bei Reisenden vor allem als sonniges Strandparadies bekannt. Das Troodos-Gebirge im Südwesten der Insel bildet einen unerwarteten Kontrast zur Hitze und Hektik der Küsten: In Höhen bis fast 2000 m locken bewaldete Berghänge, malerische Dörfchen und jahrhundertealte byzantinische Klöster fernab vom Massentourismus.

Das Troodos-Gebirge ist das grösste Gebirge auf Zypern und bildet zugleich den Ursprung der Insel. Selbst in den heissen Sommermonaten herrschen in den Troodos-Bergen angenehm milde Temperaturen und schaffen ideale Bedingungen für Wanderer und Reisende, denen die Hitze der Küstenregionen zu schaffen macht.



Der höchste Berg im Troodos-Gebirge ist mit 1952 m der Olympos, an dem im Winter sogar Ski gefahren werden kann. Von Januar bis März bieten vier Pisten den Zyprioten die Gelegenheit zu einem sportlichen Vergnügen, das man auf der sonnigen Badeinsel Zypern wohl kaum vermuten würde.

Bergdorf Kakopetria (© F.Higer / Wikimedia / CC)

Bergdorf Kakopetria (© F.Higer / Wikimedia / CC)

Die Troodos-Berge – Fundament der Insel Zypern

Die Troodos-Berge sind vulkanischen Ursprungs und zählen zu den am besten erforschten Bergmassiven der Welt. Die Gesteinsschichten der ozeanischen Kruste sind hier besonders unverfälscht erhalten und haben die geologischen Theorien zur Entstehung der Ozeane wesentlich beeinflusst. Das Massiv der Troodos-Berge entstand vor rund 90 Millionen Jahren auf dem Meeresgrund und stiegen langsam aus dem Meer hervor, wodurch die Insel Zypern entstand. Das Gebirgsmassiv bildet bis heute das Fundament der Insel.



Die Troodos-Berge dienen einer artenreichen Flora und Fauna als Heimat. Neben unzähligen Baumarten – darunter endemische Arten – sind im Troodos-Gebirge auch Füchse, Adler und die letzten freilebenden Zypern-Mufflons zu finden. Das Zypern-Mufflon zählt zu den letzten freilebenden Wildschafen Europas. Die natürlichen Landschaftsformen sind vor allem in den zentralen Regionen der Troodos-Berge zu finden, während an den sanften äusseren Hängen Weinberge und Obstbäume für mediterranes Flair sorgen.

Prachtvolle Wandmalereien im Kloster Kykkos (© Dickelbers / Wikimedia / CC)

Prachtvolle Wandmalereien im Kloster Kykkos (© Dickelbers / Wikimedia / CC)

Zypriotische Kultur und Lebensart entdecken

Das Troodos-Gebirge ist schon seit der Antike für seine Kupferminen bekannt. Noch vor wenigen Jahren zählte der Bergbau in der Region zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren, und einige der Abraumhalden erinnern bis heute an die Bedeutung des Gebirges für den Bergbau.

Im Laufe der Jahrhunderte dienten die Troodos-Berge verschiedenen Gruppen als Rückzugsort. Mal waren es religiöse Gemeinschaften, mal Untergrundkämpfer, die in den unzugänglichen Gebirgsregionen Zuflucht suchten. Während der byzantinischen Zeit entwickelte sich das Troodos-Gebirge zu einem Zentrum byzantinischer Kunst. Prachtvoll geschmückte Klöster und Kirchen wurden in dieser Zeit in den Bergen errichtet, in sicherer Entfernung von den bedrohten Küstenregionen. Bis heute bestimmen diese byzantinischen Bauwerke die Landschaften im Troodos-Gebirge.



Einen Einblick in die byzantinische Kunst und Geschichte im Troodos-Gebirge bieten verschiedene Museen, darunter das Museum des Klosters Kykkos und die byzantinischen Museen in den Dörfern Kalopanagiotis und Paleochori. Aber auch die traditionelle zypriotische Lebensweise kann im Troodos-Gebirge fernab von den touristischen Küsten entdeckt werden. Einen Einblick in traditionelle Produktionsweisen der Region bieten ausserdem viele kleine Museen wie das Weinmuseum von Pelendri oder das Olivenmuseum Oleastro von Anogira, das in einer ökologischen Olivenpresse untergebracht ist.

Weltkulturerbe unter Kirschbäumen: historische Kirche von Stavros Agiasmati (© Chneophytou / Wikimedia / CC)

Weltkulturerbe unter Kirschbäumen: historische Kirche von Stavros Agiasmati (© Chneophytou / Wikimedia / CC)

Unverfälschte Natur Zyperns

Ein Grossteil der Troodos-Berge – rund 9 300 ha – sind seit 1992 im Nationalpark Troodos geschützt. Der Nationalpark umfasst rund um den Olympos vier Wanderwege, die Gelegenheit bieten, die Geologie und Artenvielfalt des Gebirges kennenzulernen. Hinweistafeln informieren entlang der Wege über die umgebenden Naturlandschaften. Mit Längen von 2 bis 9 km sind die Rundwege für kürzere Ausflüge ebenso geeignet wie für mehrstündige Wanderungen.

Ausgangspunkt vieler Touren ist das Marathasa-Tal im nördlichen Teil der Troodos-Berge. Dieses fruchtbare Tal ist nicht nur bekannt für seine vielen Kirschbäume, sondern umfasst auch eine ganze Reihe malerischer Bergdörfer. In Kalopanagiotis können neben dem Weltkulturerbe-Kloster Lampadistis auch eine historische Wassermühle, eine venezianische Brücke und natürliche Heilquellen besucht werden. Im benachbarten Moutoullas wiederum steht eine der ältesten erhaltenen Scheunendachkirchen, deren älteste Wandmalereien um das Jahr 1280 entstanden sind.

Am südlichen Ende des Marathasa-Tals bildet Pedoulas einen idealen Ausgangspunkt für Ausflüge zum nahegelegenen Kykkos-Kloster und zu anderen Zielen der Region. In Pedoulas erwartet Reisende nicht nur eine gute Auswahl an Unterkünften und Restaurants; der Ort ist auch berühmt für sein Quellwasser. Das Wasser aus den natürlichen Quellen von Pedoulas gilt als eines der besten Trinkwasser Zyperns.





Bergdorf Pedoulas im Marathasa-Tal (© Chneophytou. / Wikimedia / CC)

Bergdorf Pedoulas im Marathasa-Tal (© Chneophytou. / Wikimedia / CC)

Dörfer und Klöster der Troodos-Berge

Unter den grossen und kleinen Dörfern, die verstreut über die Troodos-Berge liegen, ist Prodromos als höchstgelegenes Dorf Zypern hervorzuheben. Mit nur 123 ständigen Einwohnern bildet der Ort im Winter das Skizentrum Zyperns, während im Sommer beschilderte Wanderwege, historische Kirchen und üppige Obstplantagen zu Ausflügen einladen. In anderen Dörfern wie Moutoullas, Nikitari oder Kakopetria können einige der traditionellen Scheunendachkirchen besichtigt werden, die charakteristisch für die Troodos-Berge sind und grösstenteils zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Besonders reich verziert sind die byzantinischen Klöster im Troodos-Gebirge, allen voran das prachtvolle Kykkos-Kloster westlich von Pedoulas. Das Kloster wurde im Jahr 1100 gegründet und umfasst eine der letzten drei erhaltenen Marienikonen, die nach orthodoxem Glauben vom Evangelisten Lukas gemalt wurden. Die Ikone, ein Gründungsgeschenk des byzantinischen Kaisers Nikephoros III., ist heute dauerhaft verhüllt. Besichtigt werden können hingegen zahlreiche wertvolle Kleinode, darunter Messgewänder, Kreuze und andere Stücke aus frühchristlicher Zeit.

 



 

Oberstes Bild: Blick auf die Troodos-Berge (© Michal Osmenda / Wikimedia / CC)

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