Flugreisen mit Behinderung: Das ist zu beachten

23.08.2014 |  Von  |  Alle Länder
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Flugreisen mit Behinderung: Das ist zu beachten
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Bei der Planung einer Flugreise stehen Menschen mit körperlicher Behinderung vor Problemen, mit denen sich andere Reisende nicht auseinandersetzen müssen. Angefangen vom barrierefreien Flughafenzugang bis hin zur Sitzplatzwahl im Flieger sind einige Punkte zu beachten, damit der Flug unbeschwert genossen werden kann.

Alle grossen Fluggesellschaften bieten ebenso wie die meisten Flughäfen eine spezielle Betreuung von Reisenden mit Behinderung an. In vielen Fällen müssen Sie diese Betreuung allerdings rechtzeitig anfordern. Auch bei der Beförderung von Rollstühlen und Begleithunden gilt es für mobilitätseingeschränkte Passagiere, die Reise sorgfältig zu planen und die Fluggesellschaft rechtzeitig zu informieren.



Worauf muss ich bei der Flugbuchung achten?

Reisende mit Rollstuhl oder einem Betreuungsbedarf während der Reise sollten diesen schon bei der Flugbuchung angeben. Die Fluggesellschaft kennzeichnet die Flugbuchung mithilfe von international gebräuchlichen Codes, die dem Flugpersonal die Art der Beeinträchtigung unmissverständlich zu verstehen geben. Auf diese Weise kann eine optimale Fluggastbetreuung während der gesamten Reise sichergestellt werden. Der Hinweis auf eine Gehbehinderung zeigt auch dem Personal am Zielflughafen an, ob Sie bei Ihrer Ankunft zusätzliche Hilfe benötigen, etwa einen Rollstuhl oder eine persönliche Betreuung.

An allen grossen Flughäfen stehen Ihnen kostenlose Rollstühle zur Verfügung. (© Zhanyanguange / Wikimedia / CC)

An allen grossen Flughäfen stehen Ihnen kostenlose Rollstühle zur Verfügung. (© Zhanyanguange / Wikimedia / CC)

Vergewissern Sie sich in jedem Fall, dass für die Reise von Seiten der Fluggesellschaft kein Problem besteht. Das betrifft zum Beispiel Reisen ohne Begleitperson. Je nach Art der Behinderung kann die Fluggesellschaft Reisen ohne Begleitperson ablehnen, etwa dann, wenn Sie bei Ihrer eigenen Evakuierung nicht unterstützend mitwirken können. Beachten Sie auch die Bestimmungen der Airline, falls Sie mit einem Begleithund reisen. Bei Auslandsreisen müssen dabei zusätzlich die Einreisebestimmungen beachtet werden.



Falls Sie mit eigenem Rollstuhl reisen, müssen Sie diesen im Rahmen Ihrer Buchung bei der Fluggesellschaft anmelden. Ein eigener Rollstuhl wird in der Regel ohne Probleme im Frachtraum befördert. Vorsicht ist jedoch bei einem batteriebetriebenen Rollstuhl geboten. Je nach Batterietyp kann eine besondere Verpackung oder Sicherung der Batterien notwendig sein.

Informieren sollten Sie sich ausserdem schon im Rahmen der Flugbuchung, welche Angebote im Flughafen für Passagiere mit Behinderung zur Verfügung stehen. Auf diese Weise können Sie einen Betreuungsbedarf rechtzeitig anmelden und so frühzeitig wie nötig zum Flughafen anreisen.

So kommen Sie am Flughafen zurecht

Die grösste Hürde für Reisende mit Behinderung stellt am Flughafen die Sicherheitskontrolle dar. Denken Sie daran, dass ein Grossteil des Flughafenpersonals im Umgang mit gehbehinderten Passagieren nicht sehr erfahren ist. Daher ist es sinnvoll, das Sicherheitspersonal auf mögliche Probleme hinzuweisen, zum Beispiel auf besonders schmerzempfindliche Körperstellen oder darauf, dass Sie die Sicherheitskontrolle nicht regulär durchlaufen können. Auf diese Weise erleichtern Sie dem Personal die Arbeit und beschleunigen den Kontrollvorgang.





Planen Sie ausreichend Zeit für Anreise und Check-In ein. (© Rainer Sturm  / pixelio.de)

Planen Sie ausreichend Zeit für Anreise und Check-In ein. (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Planen Sie am Flughafen in jedem Fall ausreichend Zeit ein. Das gilt auch dann, wenn Sie einen Begleitservice am Flughafen gebucht haben. Reisende mit eigenem Rollstuhl müssen diesen je nach Modell bereits am Check-In-Schalter aufgeben. Als Ersatz stehen in der Regel an jedem Flughafen handbetriebene Rollstühle zur Verfügung. Wenn Sie Ihren eigenen Rollstuhl mit ans Gate nehmen, sollten Sie sich beim Check-In erkundigen, wie frühzeitig Sie am Gate eintreffen müssen, damit der Rollstuhl ordnungsgemäss verladen werden kann.

Bei der Sitzplatzwahl ist zu beachten, dass Passagiere mit einer körperlichen Behinderung aus Sicherheitsgründen weder an den Notausgängen noch auf einem Gangplatz sitzen dürfen. Um sich späteren Ärger zu ersparen, kann es sinnvoll sein, das Personal am Check-In auf diesen Umstand hinzuweisen. Anderenfalls kann es passieren, dass Ihnen ahnungslos ein Gangplatz zugeteilt wird und Sie später an Bord aufgefordert werden, den Platz zu wechseln.

Viele Fluggesellschaften stellen Online-Sitzpläne zur Verfügung, auf denen Sie sich über die Gang- und Sitzbreite sowie über die Beinfreiheit in den einzelnen Flugzeugtypen informieren können. Wenn Sie körperlich eingeschränkt sind, kann es sinnvoll sein, Flug und Sitzplatz gezielt nach dem jeweiligen Flugzeugtyp auszuwählen.

Tipps für einen unbeschwerten Flug

Die Ausstattung von Flugzeugen ist in den seltensten Fällen behindertenfreundlich. Weder die Toiletten noch die Gänge sind für Personen mit körperlicher Behinderung ideal – bleibt also nur, das Beste aus der Situation zu machen. Für Passagiere, die an Bord auf einen Rollstuhl angewiesen sind, stellen die Fluggesellschaften in der Regel einen bordeigenen Rollstuhl zur Verfügung. Dieser ist speziell auf die Gangbreite des Flugzeugs zugeschnitten.





Die Ausstattung von Flugzeugen ist nur selten behindertengerecht. (© Stihl024  / pixelio.de)

Die Ausstattung von Flugzeugen ist nur selten behindertengerecht. (© Stihl024 / pixelio.de)

Falls Sie im Toilettenraum zwingend auf Hilfe angewiesen sind, sollten Sie vor allem auf längeren Flügen besser mit Begleitperson reisen. Einige Fluglinien bieten zwar auf Langstreckenflüge behindertengerechte Toiletten an; die Enge der Toilettenräume kann jedoch auch in diesen Fällen eine erhebliche Einschränkung bedeuten.

Beachten Sie auch, dass Sie das Flugpersonal bei einigen Dingen nicht um Hilfe bitten können. Das betrifft insbesondere den Toilettengang, aber auch das Einnehmen von Mahlzeiten und Medikamenten. Ausserdem können die Flugbegleiter keine Passagiere heben oder tragen.

Wenn Sie während des Fluges Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie die Reise unbedingt vorab mit Ihrem Arzt absprechen. Beachten Sie, dass sich die Wirkung von Medikamenten ebenso wie von Alkohol in der Flugzeugluft deutlich verstärken kann. Auch Allergiker und Asthmatiker können in der dünnen, trockenen Luft Probleme bekommen und sollten die erforderlichen Medikamente bei Bedarf im Handgepäck mitführen.

 



 

Oberstes Bild: Flugreisen mit Behinderung erfordern eine besonders gründliche Planung. (© Rainer Sturm  / pixelio.de)

Über Andrea Rathjen

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