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Die Wachau – alte Wein- und Kulturlandschaft in Niederösterreich

25.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Die Wachau – alte Wein- und Kulturlandschaft in Niederösterreich
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Die Wachau gehört ohne Zweifel zu den schönsten Landschaften in Österreich und präsentiert gleichzeitig einen Teil des Landes, der nicht von Alpengipfeln, sondern von grünem Mittelgebirge und dem geschwungen Lauf der Donau geprägt ist. Von Wien aus ist die Wachau problemlos zu erreichen, etwa eine Stunde dauert es mit dem Auto oder dem Zug hierhin. Ein Besuch lässt sich daher sehr gut mit einer Städtereise in die österreichische Hauptstadt verbinden.

An der Donau zwischen Melk und Krems

Die Donau gibt der Wachau ihr Gesicht, denn sie ist eine typische Flusslandschaft. Begrenzt wird sie durch die beiden Orte Melk und Krems. Dazwischen hat sich der Strom über eine Länge von dreissig Kilometern einen Weg durchs Gebirge des Dunkelsteinerwalds und des Waldviertels gebahnt. Schroffe Felsen und bewaldete Hügel bestimmen hier das Bild, es gibt aber auch sanft ansteigende Höhen im Umfeld des Flusses, bei Krems öffnet sich das Tal und breitet sich weithin aus. Verwaltungstechnisch liegt die Wachau im Bundesland Niederösterreich.

Das Donautal zwischen Melk und Krems ist ein klimatisch besonders begünstigtes Gebiet. Seit alters her siedeln hier daher Menschen. In den beiden Wachau-Orten Willendorf und Stratzing wurden Zeugnisse steinzeitlicher Kultur gefunden. Die „Venus von Willendorf“ stammt aus dieser Zeit. Österreichs bekanntestes archäologisches Fundstück ist heute im Naturhistorischen Museum in Wien zu sehen. Dank des milden Klimas ist die Wachau ein traditionelles Wein- und Obstanbaugebiet.

Weingärten in der Wachau mit dem Ansitz Pichlhof/Rotenhof, Gemeinde Dürnstein (Bild: jay8085, Wikimedia, CC)

Weingärten in der Wachau mit dem Ansitz Pichlhof/Rotenhof, Gemeinde Dürnstein (Bild: jay8085, Wikimedia, CC)

Heurigen-Seligkeit und Marillenpracht



In den Weinfeldern und -bergen werden vor allem Riesling, Grüner Veltliner und Neuburger als Sorten angebaut. Der Wein in einem der zahlreichen Heurigenbetriebe gehört zum Standard-Repertoire eines Wachau-Besuches. Daneben ist die Gegend für ihre Marillen, wie in Österreich die Aprikosen genannt werden, bekannt. Die „Wachauer Marille“ ist eine besonders geschützte Herkunftsbezeichnung. Die Marillenblüte im Frühjahr gehört zu den schönsten Ereignissen des Jahres. Dann ist die Wachau in ein weisses bis zartrosa Meer an Blüten getaucht.

Die Zeit zwischen Frühjahr und Herbst eignet sich am besten, um hierher zu kommen. Während sich ab März die Blütenpracht der Obstbäume und Gärten entfaltet, lädt die Donau in der Hitze des Sommers zum Baden ein – es gibt extra Strände an einigen Stellen – und im Herbst ist Weinlese-Zeit, eine besonders schöne Periode, wenn die Weinblätter und das Herbstlaub sich zu verfärben beginnen. Wander- und radtechnisch ist die Wachau gut erschlossen. Natürlich lässt sich die Wachau auch mit dem Schiff von der Donau aus erleben. Die Radwege an beiden Ufern der Donau sind Teil des Donauradwegs und es gibt ein ausgebautes Wanderwegenetz. 2010 wurde der sogenannte Welterbesteig eröffnet, ein 180 Kilometer langer Rundwanderweg, der alle sehenswerten Orte und Plätze der Wachau berührt.

Die Marillenblüte in der Wachau (Bild: Bwag, Wikimedia, CC)

Die Marillenblüte in der Wachau (Bild: Bwag, Wikimedia, CC)

Barockes Meisterwerk – Stift Melk

Weltbekannt ist das Stift Melk, das auf einem Felsen oberhalb der Donau thront. Das Benediktinerkloster in seiner heutigen Form ist unübersehbar ein Werk des Barock. Die doppeltürmige Stiftskirche mit ihrer Kuppel wird dabei von den Klostergebäuden gleichsam eingerahmt, zur Donau hin öffnet sich der gewaltige Baukomplex in einem Hof. Sowohl die Kirche als auch die Klosterbauten erinnern in ihrer reichen Dekoration und Innenausstattung eher an ein Schloss als an einen sakralen Bau. Berühmt ist auch die Bibliothek des Klosters, die hunderttausend Bände enthält – u.a. wertvolle Schriften aus dem 9. Jahrhundert. Das zugehörige Stiftsgymnasium gilt als älteste Schule Österreichs. Stift Melk ist ein bedeutender Ort.

Krems am anderen Ende der Wachau ist eine schöne alte Stadt. Im historischen Zentrum sind noch viele Bauten aus dem Spätmittelalter bis in die Zeit des Barock erhalten. Die Silhouette der Stadt wird durch Kirchen und Türme in der Innenstadt und im angrenzenden Stadtteil Stein geprägt. Das Wahrzeichen der Altstadt bildet das Steinertor, das einzige der erhaltenen vier Stadttore.

Barockes Meisterwerk – Stift Melk in der Wachau (Bild: Walter Hochauer, Wikimedia)

Barockes Meisterwerk – Stift Melk in der Wachau (Bild: Walter Hochauer, Wikimedia)




Alte Ruinen und kleine Städte



Zwischen Melk und Krems können noch andere lohnende Ziele besucht werden. Zum Beispiel die Burgruine Aggstein gegenüber von Willendorf. Auch als Ruine vermittelt Aggstein einen guten Eindruck einer typisch mittelalterlichen Burg. Strategisch günstig auf einem Felssporn dreihundert Meter über der Donau gelegen, hat man von hier einen wunderbaren Blick auf das Tal und die umgebende Berglandschaft. Ausserordentlich malerisch zeigt sich auch die kleine Stadt Dürnstein. Hauptbauwerk des Ortes ist das Stift mit dem blauen Turm der Stiftskirche. Darüber erhebt sich auf einem Felsvorsprung die Ruine Dürnstein.





Burgruine Aggstein am rechten Donauufer in der Wachau. (Bild: Peter Ortner, Wikimedia, CC)

Burgruine Aggstein am rechten Donauufer in der Wachau. (Bild: Peter Ortner, Wikimedia, CC)

Stift Göttweig – wie Montecassino



Schon etwas im Hinterland der Wachau liegt eine weitere bekannte Klosteranlage Österreichs – Stift Göttweig, ebenfalls ein Benediktinerkloster. Das Stift steht in seinen Ausmassen Melk kaum nach. Es wurde markant auf einer Bergspitze errichtet und vereint in seinem Baukomplex unterschiedliche Bauepochen von der Romanik über die Gotik bis zum Barock. Wegen seiner ausserordentlich eindrucksvollen Lage wird es auch als das „Montecassino“ Österreichs bezeichnet.

Obwohl die Wachau eine überschaubare Region ist, vereint sie auf ihrem Gebiet in einzigartiger Weise landschaftliche Schönheit und Vielfalt mit herausragenden Kulturdenkmälern. Ein Besuch lohnt sich.

 

Oberstes Bild: Dürnstein in der Wachau (© Uoaei1, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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