Djerba – geschichtsträchtige Insel im Mittelmeer

02.06.2014 |  Von  |  Afrika, Alle Länder
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Djerba – geschichtsträchtige Insel im Mittelmeer
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Djerba, die durch einen Damm mit dem tunesischen Festland verbundene grösste Insel Nordafrikas, bietet ein vielfältiges touristisches Angebot. Im Golf von Gabès gelegen, bieten ihr Hauptort Houmt Souk und das Umland viele Möglichkeiten, um abwechslungsreiche Ferien auf der Mittelmeerinsel gestalten zu können.

Prähistorische Funde wurden auf der Insel Djerba nicht gemacht. Nach einigen Sagen und nicht zuletzt nach den Erzählungen aus der Odyssee von Homer soll es auf Djerba ein Volk von Lotophagen – „Lotosesser“ – gegeben haben. Aus diesem Grund bezeichneten die antiken Griechen die Insel auch als „Meninx“, die Insel der Lotosesser.



Die Historie der Insel Djerba

Erste Siedlungen auf der Insel lassen sich auf die Jahre zwischen 1000 und 800 vor Christus datieren. Das Volk der Phönizier begann zu dieser Zeit, Hafenstädte an der tunesischen Küste zu errichten. So wurde auch Djerba besiedelt. Mit den Phöniziern kamen die Oliven nach Tunesien. Bis zum Jahr 300 vor Christus wächst die Bevölkerung auf Djerba, die Wirtschaft blüht und profitiert vor allem von Djerbas Rolle als Warenumschlagsplatz. Bekannt wird die Insel zu dieser Zeit zudem als Produktionsstätte von Purpur. Nach der Zerstörung Jerusalems siedeln jüdische Flüchtlinge in den Hafenstädten.

Im Jahr 146 vor Christus endet der Dritte Punische Krieg; 100 Jahre später fällt Djerba als späte Folge in römische Hände. Unter den Römern wachsen sowohl Wirtschaft als auch Bevölkerung weiter an. Da an der Festlandküste gegenüber der Insel viele Karawanenstrecken endeten, wurden bald auch deren Waren auf Djerba gehandelt. Beim Einfall der Wandalen, welche die Römer bis 530 aus Tunesien vertrieben, blieb Djerba weitestgehend von Zerstörungen verschont. Im Folgenden gelang es den Byzantinern, die Insel einzunehmen.

Gewürzmarkt auf Djerba (Bild: Moni Sertel  / pixelio.de)

Gewürzmarkt auf Djerba (Bild: Moni Sertel / pixelio.de)




Zwischen den Jahren um 700 und 1134 fielen mehrfach Reiterheere arabischer Herkunft über das Territorium Tunesiens her. Da sie keine Schiffe besassen und der Römerdamm, der Djerba mit dem Festland verbindet, von den Byzantinern gut verteidigt werden konnte, blieb die Insel auch von dieser Invasion verschont. Zwischen 1134 und 1165 gelang es jedoch den Normannen, Djerba von der Seeseite aus einzunehmen. Dem Widerstand der Bevölkerung begegneten sie mit Waffengewalt.

In der Folgezeit und noch weit über das Mittelalter hinaus wurde diese begehrte tunesische Insel mehrfach eingenommen, verteidigt und das auf ihr lebende Volk unterjocht. Almohaden, Spanier, Hafsiden und nicht zuletzt türkisch-nordafrikanische Freibeuter nahmen dieses strategisch günstig gelegene Eiland für sich in Anspruch. Unter dem osmanischen Einfluss, der ab 1570 folgte, erfuhr Djerba eine friedliche Zeit – bis zur französischen Kolonialzeit, die auf der Insel im Jahr 1881 begann. Mitte der 1950er-Jahre erlangte Tunesien dann die Unabhängigkeit – und knapp zehn Jahre später eröffnete das erste Hotel auf Djerba.





Piratenfestung Bordj-el-Kebir auf Djerba (Bild: Thomas Kees, Wikimedia, CC)

Piratenfestung Bordj-el-Kebir auf Djerba (Bild: Thomas Kees, Wikimedia, CC)




Was Sie auf Djerba alles entdecken können

Zu den Sehenswürdigkeiten der Insel gehört eine der ältesten noch erhaltenen Synagogen des nördlichen Afrikas. Die Al-Ghriba-Synagoge, südwestlich vom Houmt Souk gelegen, gehört zu dem kleinen Dorf Er-Riadh. Nach einer Legende wurde die erste Synagoge an diesem Ort schon im Jahr 586 vor Christus errichtet. Im Gewölbe der Synagoge können Sie jenen Stein erblicken, der von den zugewanderten jüdischen Priestern jener Zeit mitgebracht wurde und vom Altar des zerstörten salomonischen Tempels stammen soll. Das heute in Er-Riadh stehende Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet – der Legende nach an dem Ort, an dem ein von der Bevölkerung ausgestossenes jüdisches Mädchen durch ein Feuer umkam; seitdem ist diese Stätte heilig.

Al-Ghriba-Synagoge auf Djerba (Bild: Bellyglad, Wikimedia, CC)

Al-Ghriba-Synagoge auf Djerba (Bild: Bellyglad, Wikimedia, CC)

Im Süden der Insel, in der Nähe des Dorfs Sedouikech, findet sich ein anderes interessantes Sakralgebäude. In einem Olivenhain liegt eine unterirdische Moschee. Überirdisch sehen Sie lediglich den Eingang des Gebäudes und die zwei Kuppeln. Den Innenraum können Sie sogar besichtigen, da die Moschee nicht mehr für Gebete genutzt wird.

Neben den Sakralgebäuden der Insel ist auch der Verbindungsweg zum tunesischen Festland ein sehenswertes Bauwerk. Schon von früheren Herrschern der Insel genutzt und vehement verteidigt, bildet der Römerdamm die einzige Alternative zum Seeweg, die Insel zu verlassen. Der Römerdamm ist heute baulich auf aktuellem Stand und mit einer befahrbaren Teerstrasse befestigt, die von Fusswegen gesäumt wird. Zu beiden Seiten haben Sie einen schönen Blick auf das Mittelmeer.

Unterirdische Moschee in der Nähe des Dorfs Sedouikech (Bild: Karl Heinz Paetzold, Wikimedia)

Unterirdische Moschee in der Nähe des Dorfs Sedouikech (Bild: Karl Heinz Paetzold, Wikimedia)

Im Hauptort Djerbas, Houmt Souk, finden Sie neben dem informativen Volkskundemuseum, welches Ihnen unter anderem die Historie der Insel anschaulich näherbringt, auch die Piratenfestung „Bordj-el-Kebir“, deren Name übersetzt so viel wie „Grosse Burg“ bedeutet. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert und rund 200 Jahre später das erste Mal ausgebaut und verstärkt. Die Form und Grösse der Burg, die Sie heute betrachten können, spiegeln die Bauweise zur Zeit des osmanischen Freibeuters Turgut Reis wider. Dieser sorgte von 1560 bis 1570 für mehrere Erweiterungen der Anlage. In den späten 1960er-Jahren wurde die Festung restauriert. Sie können in ihr zahlreiche Ausstellungen mit Exponaten zu verschiedenen Themen besuchen.

In der zweitgrössten Stadt Djerbas, Midoun, erleben Sie jeden Freitag einen grossen Markt, auf dem Sie an den verschiedenen Ständen nach Herzenslust verhandeln können. In den umliegenden Warenhäusern gelten allerdings feste Preise.



 

Oberstes Bild: Kamele am Strand von Djerba (© tokamuwi  / pixelio.de)

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